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Duisburg
Offene Baudenkmäler wieder belagert

Duisburg: Offene Baudenkmäler wieder belagert
Das Lehmbruck-Museum zeigt nicht nur Kunst. Sondern das Gebäude selbst ist ein sehenswertes Kunstwerk, das seit 16 Jahren als Baudenkmal eingetragen ist. Nach umfangreicher Sanierung ist es weitgehend wieder im Originalzustand. FOTO: Andreas Probst
Duisburg. Gestern war bundesweiter Tag des offenen Denkmals. In Duisburg strömten die Massen in 17 der 697 eingetragenen Baudenkmäler, zum Beispiel erstmals in das inzwischen weitgehend sanierte Lehmbruck-Museum. Von Ingo Hoddick

Seit 1997 gibt es den bundesweiten Tag des offenen Denkmals, immer am zweiten Sonntag im September. Initiiert wird dieser Tag von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und vor Ort sind Denkmalbehörden, Vereine, Initiativen und Denkmaleigentümer aktiv, um Einblicke zu gewähren. Der Denkmaltag gestern unter dem Motto "Gemeinsam Denkmale erhalten" zeigte, was durch das Zusammenspiel von Eigentümern, Vereinen, amtlicher Denkmalpflege, Architekten, Fachleuten und Restauratoren, aber auch insbesondere durch finanzielle Unterstützung aus Stiftungen, Förderprogrammen und Spenden machbar ist, um umfangreiche denkmalgerechte Sanierungen zu verwirklichen.

In Duisburg öffneten dazu gestern 17 der 697 eingetragenen Baudenkmäler ihre Pforten und wurden wieder von zahlreichen Interessierten geradezu belagert. Einige waren zum ersten Mal dabei, so das 1964 erbaute und 1985 erweiterte Lehmbruck-Museum, das seit dem Jahr 2000 Baudenkmal ist. Inzwischen wurde es saniert, das heißt, es ist wieder weitgehend in dem Zustand, den sich der Architekt Manfred Lehmbruck - ein Sohn des in Duisburg geborenen und in diesem Haus hauptsächlich ausgestellten Künstlers Wilhelm Lehmbruck - vorgestellt hatte. Der Lehmbruck-Trakt, in den es jahrelang hineingeregnet hatte (die RP berichtete), ist schon fertig, zum Beispiel entsprachen die offenen Treppenläufe nicht mehr heutigen Bauvorschriften und wurden durch Glasscheiben abgesichert. Die Glashalle an der Düsseldorfer Straße erhält bald wieder eine innere Decke aus 400 speziell angefertigten, durchsichtigen Elementen. Der Erweiterungsbau kommt später an die Reihe.

Ein Kleinod, das ebenfalls erstmals dabei war, ist die 1902 erbaute Evangelische Kirche Wanheim. Mit Hilfe des Fördervereins und von Spendenaktionen wurde sie nach 100 Jahren umfangreich saniert. Ihr Grundriss entspricht einer neoromanischen Dreikonchenanlage, ähnlich der Form eines Kleeblatts. 725 Plätze hat die älteste evangelische Kirche im Duisburger Süden, damals bekamen die Wanheimer von der Salvatorkirche ein paar Kirchenbänke und eine Orgel geschenkt. Zu den Sehenswürdigkeiten im Innern zählen unter anderem ein Schmiedegitter von Heintges, dem ehemaligen Kunstschmied mit Sitz gegenüber der Kirche, und Splitter amerikanischer Artilleriegeschosse von 1945.

Quelle: RP
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