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Duisburg
Orchester der Musikschule: "Ein bisschen Spaß muss sein"

Duisburg: Orchester der Musikschule: "Ein bisschen Spaß muss sein"
Die Immersatt Kids brachten erfolgreich Mike Krügers "Den Nippel durch die Lasche ziehen" auf die Bühne des Stadttheaters. FOTO: musikschule
Duisburg. "Atemlos durch die Charts" lautete der Titel des "klasse.klassik"-Konzerts am Sonntagabend im Stadttheater. Auf welchen erfolgreichen Schlagertitel da angespielt wurde, bedarf wohl keiner Erklärung. Doch Moment mal: Das Orchester der Musikschule Duisburg statt den Philharmonikern? Alte und neue Schlager statt kinderfreundlicher Klassik? Ein ganz klassisches klasse-klassik-Konzert war es natürlich nicht, erklärte auch Moderator Thommie Black gleich zu Anfang. "Es ist Karneval, da hat ja keiner Lust, sich sechs Stunden Wagner anzuhören". Von Jonas Schlömer

Also befassten sich das Orchester und seine Gäste mit der leichten Muse der Schlagerwelt, die leichte Muse heiße übrigens so, erklärte Black, weil man sie so leicht auf den Arm nehmen könne... Los ging's mit "Dschinghis Khan" von der gleichnamigen Band, zum Orchester gesellte sich die Combo "A-Capella-Popular" und sorgte für die ersten, deutschen Mitklatscher im Publikum, immer schön auf die Eins und die Drei. Gleich darauf folgte Mike Krügers "Der Nippel", mit Benjamin Peters an der Gitarre und den "Immersatt Kids" an den Mikrofonen, die dem Publikum ausführlich erklärten, durch welche Lasche man den Nippel denn nun ziehen muss, um diverse Dinge zu öffnen. Danach sang Sandrine Lisken "Ich will nen Cowboy als Mann", waschecht im Cowgirl-Outfit und mit Westerngitarre um den Hals. Verkleidet waren übrigens auch die anderen Künstler auf der Bühne, vom dezenten Hütchen bis zum kitschig-glamourösen Outfit war alles dabei. Dirigent Jörn Wegmann präsentierte sich mit voluminöser Perücke, die "Sir-Simon-Rattle-Gedächtnisfrisur", wie Moderator Thommie Black erklärte. Letzterer machte den ganzen Abend einen hervorragenden Job, kurzweilig, locker und mit Witzen, die in den Festzelten dieser Stadt wohl nicht zu den Karnevalisten durchgedrungen wären. Die eine Hälfte der Nachwuchsstreicher im Orchester zum Beispiel, würde ja von den Duisburger Philharmonikern übernommen werden, die andere ginge zur Stadt Duisburg. Da müssten ja auch Stellen gestrichen werden.

Die "Divas Extreme" sangen den Ärzte-Hit "Männer sind Schweine, allerdings im Bel-Canto-Stil, und mit ausladender Gestik, wie es sich für echte Diven eben gehört. Roberto Blancos "Ein bisschen Spaß muss sein" bekam einen Neuanstrich als Soul-Ballade und mit Princella Pereira eine hervorragende Sängerin, deren Stimmbeherrschung für eine tolle Version des seichten Titels sorgte. Mit Marie Wegener zusammen sang Pereira dann "Symphonie" von Silbermond, und Wegener stand ihrer Kollegin am Mikro um nichts nach, so klar und präzise war ihre Stimme. Eine balladeske Version gab es auch von DJ Ötzis "Ein Stern", samt Trompetensolo und 6/8-Soulteil.

Sehr aktuell in den Charts sind Mark Forster und seine seichte Heile-Welt-Musik, sehr passend also, dass auch Forsters "Chöre" ins Schlagerprogramm aufgenommen wurde. Als krönenden Abschluss gab es, na klar, "Atemlos durch die Nacht", ohne Helene Fischer, dafür mit Katja Stein, allen Künstlern des Abends und einem Ohrwurm für alle Besucher - ob sie wollten oder nicht.

Quelle: RP
 
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