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Duisburg
Pater Tobias führt Flüchtlinge durchs Hamborner Kloster

Duisburg. Besonders erstaunt waren die Besucher über die vielen Bücher in der kleinen Bibliothek der Abtei.

Zu einer Führung durch das Prämonstratenserkloster der Abtei Hamborn hat Pater Tobias sieben Flüchtlinge, christlichen und muslimischen Glaubens und die Leiterin von KiPa-cash-4-kids, Barbara Hackert, eingeladen. Zunächst wunderten sich die jungen Männer, die in der Asylantenunterkunft in der Turnhalle/Camp an der Usedomstraße in Neumühl wohnhaft sind, über das "große" Zuhause von Pater Tobias. Der Pater erklärte aber sogleich, dass hier auch seine Mitbrüder wohnen, die allesamt Priester sind und seelsorgliche Aufgaben im Duisburger Norden übernommen haben.

"Ich habe für mich nur ein kleines, einfaches eingerichtetes Zimmer, wo ich schlafe und arbeite", so Pater Tobias, der die junge Besuchergruppe schnell aufklärte. Auch junge Männer, die Priester werden möchten, wohnen im Kloster und bereiten sich durch das Studium darauf vor.

Der Speiseraum und das Wohnzimmer, im klösterlichen Sprachgebrauch die Rekreation, wurden besichtigt. Auch das Kaminzimmer der Patres machte einen besonderen Eindruck auf die Besucher. Besonders erstaunt waren sie über die vielen Bücher in der kleinen Bibliothek der Abtei.

"Hier könnt ihr richtig Deutsch lernen, wenn ihr diese Bücher alle studiert", so Pater Tobias, der auch mit ehrenamtlichen Helfern Deutschkurse im Projekt LebensWert gibt. Interessierte Gäste, die sich für ein klösterliches Leben interessieren, könnten das Kloster aufsuchen und übernachten. Dabei wurden die Gästezimmer besichtigt.

Pater Tobias zeigte auch seinen Arbeitsplatz, dass Kammeramt, wo er seit 20 Jahren Kämmerer, also Verwalter des Klosters ist und sich mit seiner Buchhalterin um die Finanzen der Abtei kümmert. Nicht nur der im Jahre 2010 entstandene Neubau des Hamborner Klosters wurde angeschaut, besonders beeindruckt waren die jungen Männer auch vom historischen Kreuzgang der Abtei aus dem 12. Jahrhundert und der wunderschönen Abteikirche.

Ein Blick wurde auch in die Schatzkammer, mit Paramenten aus dem 16 Jahrhundert, getan. An diesem Ort wurden natürlich entsprechende Fotos mit Handys gemacht. Bei Kaffee und Gebäck, erklärte Pater Tobias noch einiges über das klösterliche Leben im Prämonstratenser-Orden und die Aufgaben der Mitarbeiterinnen, die fast täglich im Kloster arbeiten. Gisela Banko, die für die Mitarbeiterinnen zuständig ist, zeigte der Besuchergruppe noch die Küche und den Arbeitsplatz in der Waschküche, wo fleißig die vielen Hemden der Patres gebügelt werden.

"Und ich bin endlich die Frage mit den Socken losgeworden, die mich schon seit fünf Jahren seit der letzten Führung verfolgt. Insgesamt 350 bis 400 schwarze Socken machen einer Hausfrau schon Angst. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass sie alle einzeln beschriftet sind. Bei Laufsocken ist das ja nicht so schwierig", so Barbara Hackert.

Quelle: RP
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