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Duisburg
Paul und Paula stehen für die Frühchen

Duisburg. Beim Treffen der Frühgeborenen und ihrer Familien im Zoo wurden auch die Patentiere besucht.

Eine groß Besuchergruppe traf sich gestern im Duisburger Zoo. Die Teilnehmer verbindet, dass sie unmittelbar oder mittelbar das Thema Frühchen hautnah erlebt haben.

Jährlich werden in der Kinder- und Jugendmedizin der Sana Kliniken zirka 350 Kinder geboren, die viel zu früh das Licht der Welt erblicken. Und davon liegt bei zirka 80 Kindern das Geburtsgewicht deutlich unter 1.500 Gramm. Dies bedeutet für die Frühchen und ihre Familien einen oft wochen- oder monatelangen Klinikaufenthalt. In dieser Zeit wachsen Eltern, Kinder und das Ärzte- und Pflegeteam oft wie eine Großfamilie zusammen. Daher freuten sich alle riesig, diesen Tag gemeinsam zu verbringen.

Auf dem Programm standen der Besuch der Tierarztpraxis, der gemeinsame Gang durch den Zoo und der Besuch der Delfinvorführung. Bereits vor zwei Jahren wurde die Patenschaft für einen Brillenpinguin stellvertretend für alle Frühgeborenen aus den Sana Kliniken Duisburg übernommen. In diesem Jahr wurde ein weiterer Brillenpinguin als Patentier der Frühchengruppe begrüßt. Paul und Paula Pinguin heißen die Maskottchen und stehen für mehr als 160 Zwillinge, die in diesem Jahr bereits in den Sana Kliniken Duisburg zur Welt kamen. Darunter sind viele Frühchen, die eine stationäre Weiterbetreuung benötigen.

Das Perinatalzentrum in den Sana Kliniken Duisburg zählt zu den Zentren mit dem höchsten Versorgungslevel bundesweit. Bereits seit vielen Jahren beteiligt sich das Team mit Aktionen am bundesweiten "Tag des Frühgeborenen", um auf die besondere Herausforderung von Familien hinzuweisen, denen sie sich in der ersten Zeit nach der Geburt ihrer Kinder stellen müssen. "Während die meisten Familien bereits kurz nach der Geburt ihrer Kinder die Gemeinsamkeit zu Hause erleben dürfen, verbringen Frühgeborene und ihre Eltern die ersten Wochen und Monate in der Frühgeborenenstation eines Krankenhauses", erklären Chefarzt Prof. Dr. Rosenbaum und der leitende Arzt der Perinatalmedizin, Francisco Brevis Nuñez. Daraus entstünden häufig enge Bindungen zwischen Familien und Ärzte- und Pflegeteam.

Bundesweit werden jährlich rund 60.000 Neugeborene zu früh geboren. Das ist eins von zehn Neugeborenen. Damit sind Frühgeborene die größte Kinderpatientengruppe Deutschlands. Als frühgeboren gilt jedes Neugeborene, das vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommt. Die Organe sind bei einer Frühgeburt noch nicht so ausgereift, wie sie sein sollten. Die jüngsten Kinder sind gerade 24 Wochen alt und rund 500 Gramm schwer. Durchschnittlich bleiben die Kinder bis zum errechneten Geburtstermin in der Klinik. Die Säuglinge brauchen nicht nur Ruhe und Geborgenheit, sondern auch technische Unterstützung. Unterstützend wirken außerdem Medikamente, die die Ausreifung der Organe fördern. Dabei muss jedes Neugeborene individuell im Hinblick auf seine Bedürfnisse betreut werden.

Das Thema Frühgeburt und mögliche langfristige Folgen und Belastungen für viele Familien in Deutschland werden noch immer nicht seinem tatsächlichen Ausmaß entsprechend wahrgenommen.

Quelle: RP
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