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Duisburg
Penny-Markt soll Stadttor sein

Duisburg. Der geplante Discounter an der Friedrich-Alfred-Straße spaltet die Rheinhauser Geschäftswelt in erbitterte Gegner und glühende Befürworter. Bei der Vorstellung des Projektes durch den Architekten Dieter Düster kam es zur lebhaften Debatte. Von Hans-Ulrich Kress

Rheinhausen Eine Augenweide ist das Gelände an der Ecke Friedrich-Alfred-Straße und Rheinstraße weiß Gott nicht. Darüber besteht Konsens. Wie dieses Areal weiter zu entwickeln ist, darüber wird seit Jahren diskutiert. Auf dem Tisch ist nun der Vorschlag, hier einen Pennymarkt sowie ein Bäckereigeschäft einschließlich der nötigen Parkplätze zu bauen. Der Architekt Dieter Düster stellte das Projekt bei einer durch die SPD organisierten Mitglieder- und Bürgerversammlung im Restaurant der Rheinhausen-Halle vor.

"Grüne Grenze" durch Bäume

Zusammen mit dem gegenüber auf der Friedrich-Alfred-Straße gelegenen Baukomplex, so Düster, könne der Neubau zu einem "Stadttor" für Rheinhausen gestaltet werden. Zur bestehenden Gründerzeitbebauung solle der Markt mit 800 Quadratmetern Verkaufsfläche sowie 81 Parkplätzen durch eine Einfahrt abgegrenzt werden.

Auf der anderen Seite sollen die bereits bestehenden Bäume und noch vorzunehmende zusätzliche Anpflanzungen eine grüne Grenze bilden. Richtung Fußgängerzone plant Düster einen fußläufigen Zugang, zur Rheinstraße hin die Zufahrt zum Parkplatz.

Vehement abgelehnt wird der Planungsansatz von Rudi Lisken, dem Sprecher der Marktleute. "Ich bin enttäuscht", machte er sich Luft. Er sieht keine Notwendigkeit, die anschließenden, aus seiner Sicht baufälligen Gründerzeithäuser zu erhalten: Deren Platz müsse in eine großzügige Planung einbezogen werden.

Ohnehin will er von einem Discounter an dieser Stelle nichts wissen. "Lebensmittelangebote, als wenn wir am Verhungern wären", kommentierte er das Vorhaben. Eine solche Ansiedlung gefährde den Rheinhauser Einzelhandel: "Ich sehe die Gefahr, dass dann noch mehr Einzelhandelsgeschäfte in der Fußgängerzone die Segel streichen müssen", merkte er kritisch an. Auch die Rheinhauser Kaufleute seien, so Rudi Lisken, enttäuscht.

Mehr Leben auf der Straße

Gegen diese Einschätzung stellte sich Karsten Vüllings vom Werbering. "Discounter gehören nicht auf die grüne Wiese, sondern in die Stadt", befand er und prognostizierte: "Mit 900 bis 1200 Kunden pro Tag belebt Penny die ganze Nachbarschaft. Dazu kommt, dass gerade die Kette Penny nicht wie andere Discounter fast ausschließlich mit Aktionsware arbeitet", warf er in eine lebhafter werdende Debatte ein.

Nachbarn des in Rede stehenden Geländes sprachen sich ebenfalls für die Ansiedlung aus. Sie forderten jedoch, dass darauf geachtet werden müsse, dass Penny seine Anlieferungen nicht zu nachtschlafender Zeit durchführen lasse.

Quelle: RP
 
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