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Duisburg
Personalnotstand zwingt zur Schließung

Duisburg: Personalnotstand zwingt zur Schließung
Das liest man wirklich nicht alle Tage: Der Bürger-Service im "Bezirksrathaus" im Duisburger Süden musste gestern schließen, nachdem sich die letzte der dort tätigen acht Vollzeitmitarbeiter krank gemeldet hatte. Die anderen sind in Urlaub bzw. ebenfalls krank. FOTO: reichwein
Duisburg. Der letzte verbliebene Mitarbeiter des Bürger-Service im Bezirksamt Süd meldete sich gestern krank. Die Kollegen sind entweder im Urlaub oder ebenfalls krankgeschrieben. Ob der Service heute wieder öffnet, stand gestern nicht fest. Von Hildegard Chudobba

Die Personalnot bei der Stadt, die in den vergangenen Monaten zum Beispiel Kunden des Straßenverkehrsamtes in Form von langen Wartezeiten zu spüren bekamen, hat nun die Bezirksämter voll erwischt, aktuell besonders den Bürgerservice im Bezirksamt-Süd. Gestern kurz vor Beginn der Mittagzeit teilte die Stadt mit, dass der Bürgerservice geschlossen worden sei. Das hatten zu diesem Zeitpunkt etliche Bürger, die dort ihr Anliegen vorbringen wollten, bereits selbst zur Kenntnis nehmen müssen. Ob das Büro heute wieder regulär geöffnet ist, ließ sich gestern nicht klären. Das werde am heutigen Tag erst entschieden, so die Stadt.

Krankheit und Urlaubzeit haben das Personal in Buchholz derartig dezimiert, dass die Schließung des Bürgerservices offenbar die einzige Lösung war. Denn auch die Dienstleistungsstellen der anderen Bezirksämter konnten so kurzfristig nicht aushelfen. Auch bei ihnen ist das Personal knapp. Hinzu komme, so die Stadt, dass seit Jahresbeginn ein ungewöhnlich starker Andrang in den Servicestellen herrsche. Die Kundenzahlen lägen deutlich über denen der Vorjahre. Gerade jetzt vor Beginn der Sommferien sei das spürbar.

Die naheliegendste Lösung, um den Engpass zu beseitigen, wäre, zusätzliches Personal einzustellen. Wegen der strengen Haushaltsauflagen kann das die Stadt aber nicht. Sie hofft, das Problem auf Sicht durch organisatorische Veränderungen abmildern zu können. So ist in Vorbereitung, Schnellschalter für die Kunden einzurichten, die beispielsweise nur eine Bescheinigung oder ihren Ausweis abholen müssen. Auszubildende werden derzeit eingearbeitet, um die Mitarbeiter in den Bürgerservice-Stationen zu unterstützen. Ab der nächsten oder übernächsten Woche wird es dort zudem Automaten geben, an denen Wartemarken gezogen werden können, damit die Bürger nicht in langen Schlangen vor der Türe anstehen müssen. Es ist zudem geplant, Wartebereiche anzulegen.

Im Bezirksamt-Süd war es gestern zumindest möglich, bereits beantragte Führerscheine, Personalausweise und Reisepässe abzuholen. Wer solche Dokumente aber erst noch beantragen wollte, musste unverrichteter Dinge von dannen ziehen.

In der Stelle am Sittardsberg saß gestern nur noch eine Teilzeitkraft. Normalerweise arbeiten dort acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die wegen Krankheit und Urlaub nun aber alle fehlen. In den anderen Bezirksämtern ist die Lage derzeit nur etwas besser.

Quelle: RP
 
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