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Duisburg
Pfarrer Blank: Nah an den Menschen

Duisburg. Im Alter von 88 Jahren ist Helmut Blank, langjähriger Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Wanheim und Superintendent des früheren Kirchenkreises Duisburg-Süd, gestorben.

Der Arbeitersohn aus Neuwied, der sich das Geld für sein Philologie- und Theologiestudium in Köln und Bonn auf dem Bau und in der Fabrik erarbeitete, kam 1958 nach Wanheim und fühlte sich in der von der Industrie geprägten 6000-Seelen-Gemeinde bald heimisch. 1958 wurde Blank ordiniert und 1960 in sein Pfarramt eingeführt. 1974 wählte ihn die Kreissynode Duisburg-Süd zum Superintendenten, nachdem er seit 1968 bereits als Synodalassessor im Kreissynodalvorstand mitgearbeitet hatte.

In seiner Doppelfunktion als Gemeindepfarrer und Superintendent versuchte Blank trotz aller Belastung seinem Verständnis vom Pfarramt treu zu bleiben: Ganz nahe bei den Menschen zu sein, seien es Jugendliche, für die er sich vor allem in den ersten Jahren als nebenamtlicher Jugendpfarrer des Kirchenkreises einsetzte, seien es die der Kirche entfremdeten Männer, Randsiedler der Gesellschaft oder später die von Arbeitslosigkeit bedrohten oder arbeitslos gewordenen Menschen. Alt-Oberbürgermeister Josef Krings würdigte ihn als einen "Mann an der Seite der Arbeiter und wichtigen Gesprächspartner für die Stadt".

Auch über Duisburgs Grenzen hinaus ging sein Einsatz: Innerhalb der Landeskirche arbeitete Blank in verschiedenen Leitungsgremien mit, u. a. im Diakonischen Werk, im Theodor-Fliedner-Werk, im Niederrheinischen Diakonissen-Mutterhaus und als Vorsitzender des Landeskirchlichen Nominierungsausschusses. Dabei ging es ihm vor allem um die Themen, die die Menschen direkt betrafen. Das galt auch für Fragen der Dritten Welt.

In seiner Amtszeit hat sich Blank nachdrücklich in die Diskussion um die Bekämpfung des Rassismus eingeschaltet. Die Mitarbeit in der weltweit engagieren Duisburger "Kindernothilfe e.V." war ihm ein wichtiges Anliegen. Bei allen Aufgaben blieb Blanks liebste Tätigkeit das Predigen.

Auch als er nach 16 Jahren im Superintendentenamt und 32 Jahren Gemeindearbeit in Wanheim im Dezember 1990 aus Gesundheitsgründen in den vorzeitigen Ruhestand ging, nahm er Einladungen zur Verkündigung des Wortes Gottes gern an.

Quelle: RP
 
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