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Duisburg
Philharmoniker im EarPort mit "Farben"

Duisburg. Das erste Konzert der neuen Reihe der Duisburger Philharmoniker "Farben" mit dem Titel "Silbermond" im ganz gefüllten EarPort am Philosophenweg 17a am Innenhafen war zugleich die Finissage der Ausstellung "Phonographien" des österreichischen Künstlers und Komponisten Peter Androsch.

Ein Streichsextett der Philharmoniker spielte je ein Werk von Morton Feldman, Maurice Ravel. Arnold Schönberg und Iannis Xenakis sowie von Kunsu Shim und Gerhard Stäbler, den beiden künstlerischen Leitern des EarPorts. Vor den Kompositionen in verschiedenen Besetzungen von Duo bis eben Sextett rezitierte Stäbler je ein passendes Gedicht, in zwei Fällen simultan mit einer Performance von Shim.

Höhepunkt war das gut halbstündige, ausdrucksstarke Streichsextett "Verklärte Nacht" op. 4, in dem Schönberg 1899 stilistisch zugleich in die Vergangenheit und in die Zukunft schaut oder - wie es Leonard Bernstein einmal ausdrückte - "Wagner buchstäblich ,überwagnert'". Zuvor las Stäbler jenes Gedicht von Richard Dehmel, "Verklärte Nacht" aus dem Sammlung "Weib und Welt" (1896), von dem sich der Komponist inspirieren ließ und in dem eine Frau ihrem neuen Geliebten gesteht, dass sie von einem anderen schwanger ist. Dazu gab Shim seine Performance "Four Things (Silver)" (2005), in der er Salz auf eine elektronisch hörbar gemachte Silberschale fallen lässt und später viel Silberfolie ausbreitet. Schönbergs "Verklärte Nacht" und auch die anderen, dagegen fast starren Werke führten Tonio Schibel und Johanna Klose (Violine), Friedemann Hecker und Lolla Süßmilch (Viola) sowie Franziska Batzdorf und Anja Schröder (Violoncello) mit vollendeter Disziplin und Überzeugungskraft auf. Zwei pausenlose Stunden mit anspruchsvollster Musik waren dennoch ein wenig zu viel des Guten.

Im nächsten Konzert der Reihe "Farben 2 - Lichtblau" am Sonntag, 25. Februar 2018, um 11.30 Uhr, gibt es wieder Musik (diesmal für Flöte, Viola, Harfe und Schlagzeug), Poesie und Performance des 20. und 21. Jahrhunderts. Karten zu 15 Euro, ermäßigt acht Euro, gibt es am einfachsten im Internet unter karten@theater-duisburg.de.

(hod)
 
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