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Duisburg
Philharmonischer Chor schafft schräge Rhythmen

Duisburg. Es war ein kurzes und kurzweiliges, aber gehaltvolles Programm, das der Philharmonische Chor Duisburg mit seinem Chorleiter Marcus Strümpe jetzt in seinem Jahreskonzert in der Kirche St. Joseph am Dellplatz aufführte, zusammen mit Mitgliedern der Duisburger Philharmoniker. Im Mittelpunkt standen zwei mittellange Werke, die auch Elemente der Unterhaltungsmusik heranziehen, um in spirituelle Tiefen vorzudringen: die im hebräischer Sprache vertonten "Chichester Psalms" für Knabenalt, Chor und Orchester (1965) von Leonard Bernstein und jenes lateinische "Stabat mater" für Solosopran, Chor und Orchester (1950), das Francis Poulenc für sein bestes Werk hielt. Dazwischen kamen zwei kleine, aber feine und allseits beliebte Orchesterwerke, nämlich das Adagio für Streicher (1936) von Samuel Barber und die Pavane op. 50 (1886) von Gabriel Fauré (zum Glück ohne die ein Jahr später hinzugefügten, belanglosen Chorstimmen). Von Ingo Hoddick

Duisburgs größter Laienchor fuchste sich vorzüglich in die asymmetrischen und häufig wechselnden Taktarten sowie die komplizierten Akkordverbindungen. Das swingte und schwelgte, obwohl in der Kirchenakustik vieles verschwamm.

Dazu passten auch die beiden Solisten: das von Harald Martini einstudierte, aber nicht namentlich genannte Mitglied der Essener Domsingknaben und die junge Sopranistin Dorothea Brandt.

Schade nur, dass einige Orchesterfarben hier weggelassen wurden, nämlich Glockenspiel und Xylophon (bei Bernstein) und die zweite Harfe. Dennoch waren am Ende alle mit Recht zufrieden.

Quelle: RP
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