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Duisburg
Pilger gedenken der Reformation

Duisburg: Pilger gedenken der Reformation
In luftiger Höhe musizieren die Mitglieder des Moerser Posaunenchors auf der Halde Rheinpreußen. FOTO: Schäffer
Duisburg. Rund 800 Besucher versammeln sich auf der Halde Rheinpreußen, um des Beginns der Reformation vor 500 Jahren zu gedenken. 250 Besucher gehen danach gemeinsam zu Fuß bis zur Stadtkirche, wo weitergefeiert wird. Von Anna-Lina Heimrath

Mit - nach Veranstalterangaben - 800 Besuchern hat der Kirchenkreis Moers auf der Halde Rheinpreußen gestern das Reformationsjubiläum gefeiert. Nach einem gemeinsamen Gottesdienst vor dem Geleucht ging es entweder zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu weiteren Pilgerstationen in Moers.

Beschirmter Gottesdienst auf der Halde Rheinpreußen. FOTO: Klaus Dieker

"Evangelisch sein - das prägt vom Inneren her", erzählt Pfarrer und Superintendent Wolfram Syben der versammelten Gemeinde, während er auf der Bühne vor dem Geleucht steht. Er sieht den Evangelismus als wichtigen Teil seiner Identität an und ermahnt, dass der Glaube trotzdem ein Gemeinschaftswerk sei. Und ganz in diesem Sinne feierte der Kirchenkreis Moers unter dem Motto "von Herzen evangelisch" 500 Jahre Reformation.

Der gemeinsame Gottesdienst in der einzigartigen Kulisse ist geprägt von internationalen Gästen, die über Gottesdienste in ihrem Heimatland berichteten. So spricht Esther Mujawayo-Keiner, Traumatherapeutin und Soziologin mit ruandischen Wurzeln über ihre Verbindung zur Reformationsgeschichte. "Die Ethik von Martin Luther ist bis heute gültig", betont sie. Sie arbeitet aktiv mit traumatisierten Flüchtlingen und begreift in diesem Bezug die Reformation. Für sie bedeutet die Reformation daher, sich selbst und andere über ihren Glauben aufzuklären und wenn es nötig ist, auch gegen die Missstände zu protestieren.

Impression vom Reformationstfeier-Chor. FOTO: Schäffer

Aber auch lokale Stimmen sind in dem Gottesdienst vertreten. Pfarrer Jürgen Thiesbonenkamp thematisiert in seiner Ansprache die Verbindung der Industriekultur mit den Kirchengemeinden. Symbolisch regte er zur Nächstenliebe an. "Da wo es duster ist, werden wir gebraucht", sagt Thiesbonenkamp.

Nach dem Gottesdienst folgen etliche Teilnehmer dem Aufruf des Kirchenkreises Moers zu einem gemeinsamen Pilgerweg durch Moers auf. "Das Pilgern ist etwas urchristliches. Es ist auch ein Symbol für unser Leben und dass man sich in Gemeinschaft oder alleine auf dem Weg zu sich befindet", erklärt Syben.

Er sucht auf dem Weg - zum Teil unter einem Regenschirm - das Gespräch mit Gästen und Gemeindegliedern. Von der Halde Rheinpreußen geht es danach in die Richtung des Gemeindehauses in Meerbeck, wo die ankommenden Gäste Getränke und Verpflegung erwartet.

Für viele ist der Pilgerzug eine Art Fortsetzung der Andacht. "Der Festgottesdienst war für mich etwas ganz Besonderes. Mit dem Geleucht im Hintergrund war die Kulisse perfekt für den Gottesdienst ausgewählt - es ist ja schließlich unsere Heimat", meint Gisela Bachmann, während sie mit den rund 250 anderen Spaziergängern in die Gutenbergstraße abbiegt. Das nächste Ziel der Pilgerstrecke durch Moers ist die katholische Gemeinde St. Marien, die zu einem ökumenischen Friedensgebet eingeladen hat. Pfarrer Herbert Werth gedenkt dort der Opfer der jüngsten Terroranschläge weltweit und ruft zum Frieden auf.

Die letzte Etappe des einstündigen Pilgerwegs führt dann über die Homberger Straße zur Stadtmitte und damit auch zur Stadtkirche. Das abschließende Fest an der Stadtkirche lädt die Pilger zu einem gemeinsamen Verweilen um die Stadtkirche herum ein. Mit Musik, informativen Ständen und einem kulinarischen Angebot stelle der Kirchenkreis damit auch anderen Interessierten das Reformationsjubiläum sowie die Arbeit der verschiedenen Gemeinden vor.

"Toll, was hier geboten wird", sagt ein Teilnehmer vor der Stadtkirche. Wie sich im Gespräch herausstellt, ist der Mann Katholik.

Quelle: RP
 
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