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Duisburg
Pilotprojekt soll Grundschulleiter locken

Duisburg. In Duisburg sind nach aktuellem Stand an insgesamt 75 Grundschulen zehn Rektoren- und 25 Konrektorenstellen nicht besetzt. Noch in diesem Monat startet eine groß angelegte Initiative zur Nachwuchsgewinnung von Grundschulleitern. Von Peter Klucken

Die Stellen gibt es schon, nur die Köpfe dafür fehlen. Auf diesen schlichten Nenner brachte gestern Mathias Richter, Staatssekretär im Ministerium für Schule und Bildung, das Duisburger Lehrerproblem. Zahlreiche Lehrerstellen besonders im Grundschulbereich sind in Duisburg nicht besetzt, weil es schlichtweg zu wenig Interessenten dafür gibt. Noch verschärft wird das Problem durch fehlende Grundschulrektoren. In Duisburg sind nach aktuellem Stand an 75 Grundschulen zehn Rektoren- und 25 Konrektorenstellen nicht besetzt. Deshalb haben das Schulministerium, die Stadt und die private Wübben-Stiftung ein Pilotprojekt zur Nachwuchsgewinnung von Schulleitungen entwickelt. Die entsprechende Vereinbarung wurde gestern im Rathaus von Staatssekretär Richter, Dezernent Thomas Krützberg und Markus Warnke, Geschäftsführer der Wübben-Stiftung, unterzeichnet.

Bereits in der kommenden Woche soll das Duisburger Pilotprojekt gestartet werden. Der Titel beschreibt das Programm und die Zielrichtung. "Vom Lehren zum Leiter: Nachwuchsgewinnung von Schulleitungen an Duisburger Grundschulen." Im Grunde geht es bei dieser Initiative darum, Lehrer dazu zu motivieren, sich um eine Schulleiterstelle zu bewerben. Das soll mit attraktiven Fortbildungsmaßnahmen geschehen. Während der etwa einjährigen Projektlaufzeit nehmen die Lehrer, die sich für eine Leiterstelle interessieren, an Fortbildungen zu Handlungsfeldern der Schulleitung teil. Diese Fortbildungen werden, unterstützt von der Wübben-Stiftung, von der Bezirksregierung Düsseldorf organisiert. Was die Fortbildung von anderen Fortbildungen unterscheidet, sei der Praxisbezug, hieß es gestern. So können die Lehrer einem Schulleiter (der damit einverstanden ist) bei der täglichen Arbeit über die Schulter schauen. Die Projektleiter schlagen dafür das Wort "Leitungsshadowing" vor. Auch sollen sie ermuntert werden, eigenverantwortlich ein Entwicklungsprojekt an der eigenen Schule durchzuführen. Während des ganzen Jahres werden die aufstrebenden Pädagogen in Kleingruppen von Fachkräften (Prozessmoderatoren) begleitet.

Das Fortbildungsangebot scheint in Duisburg auf Interesse zu stoßen. Bislang hätten sich, so wurde gestern berichtet, 56 Lehrer von 34 Grundschulen für das Fortbildungsprojekt angemeldet.

Flankiert wird dieses Fortbildungsprogramm von einer finanziellen Beigabe, die zur Verbesserung der Ausstattung von Duisburger Grundschulen dienen soll. Die Wübben-Stiftung überweist 25 Duisburger Grundschulen jeweils 1500 Euro. Die gleiche Summe steuert die Stadt bei. Neben dem Geld steuert die Wübben-Stiftung auch noch Honorare für Dozenten und Sachleistungen bei, insgesamt rund 50.000 Euro.

Staatssekretär Mathias Richter versprach darüber hinaus, dass die Landesregierung die Besoldungsfrage im Grundschulbereich angehen möchte. Die Lehrer sollen besser bezahlt werden, schließlich sei ihre Ausbildungszeit genauso lang wie die der Sek-II-Lehrer. Auf die Frage, wie sich die angestrebte Verbesserung der Besoldung der Grundschullehrer, die 2019 angestrebt wird, auf den Landeshaushalt auswirkt, nannte der Staatssekretär eine Summe: 500 Millionen Euro. Richter rechnet mit "freundlichen Verhandlungen".

Quelle: RP
 
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