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Duisburg
Platzhirsch-Festival wieder im Dellviertel

Duisburg. Das abwechslungsreiche Festival, das 2013 ins Leben gerufen wurde, findet in diesem Sommer vom 14. bis 16. August statt. Die Organisatoren arbeiten ehrenamtlich. Viele helfen mit.

2013 wurde das "Platzhirsch-Festival der Artenvielfalt" ins Leben gerufen. Vom 14. bis 16. August geht es auf dem Dellplatz nun in die dritte Runde. Mehr als 30 Musikacts von Jaya The Cat bis Dorian Wood und Geheimtipps wie CCJO plays Slayer und Transport finden sich bereits jetzt auf der Homepage, es sollen noch einige dazukommen. Denn dafür sind die Platzhirschmacher bekannt: Sie sind immer sehr spät dran und planen, bis nix mehr geht.

Kein Wunder. Hier zaubert eine kleine Gruppe kreativer Menschen vollkommen ehrenamtlich drei Tage Programm zusammen, das eine Reise an den Dellplatz zu einem Abenteuer der besonderen Art werden lässt. Wie immer - von der großen Außenbühne über die Kirche zum dunklen Heizungsvorraum, vom Club übers Café zum Spielzeugladen - in mehr als 20 höchst unterschiedlichen Locations gibt es Überraschendes zu entdecken - und das nicht nur für Musikfans.

Wem die langen Wellen des basslastigen Tieftonschwerpunkts in der St. Joseph-Kirche die Ohren zum Flattern gebracht haben, der kann sich in einer der sieben Kunstpräsentationen ausschwingen lassen. Und auch die gibt es überall, im Künstlerhaus, in Schaufenstern und - wen überrascht das bei dieser Veranstaltung? - auch in Autos. Bereits Kult in Duisburg: Die Arbeiten der Bastellgruppe und die Installationen von Lukas Loss.

Der Stifter der Sammlung von Schloss Moyland, Franz-Joseph van der Grinten, zeigt nicht nur seine Graphiken, sondern liest auch Gedichte. Und Max und Wolfgang Müller poppen audiovisuell im Schaufenster von Onkel Stereo auf - das gab es noch nie.

Noch eine Premiere: Sascha Reh liest in seiner Heimatstadt Duisburg aus seinem frisch erschienenen dritten Roman, der in Südamerika spielt - und draußen auf dem Platz liefert Chupacabras den passenden Background dazu.

"Ein kleines Grüppchen Verrückter, die glauben, dass Duisburg das wert ist - trotz allem" (so die Selbsteinschätzung), organisiert das Festival. Die persönlichen Kontakte seien dabei entscheidend. Das funktioniere. "Wir wollen nachhaltig sein und Wirkung zeigen" sagen die Organisatoren, und ihre Ideen wirken schon lange vor dem Festival: In Workshops malen Kinder und Erwachsene einen Schilderwald der Artenvielfalt für den sonst arg langweilig daherkommenden Dellplatz. Schüler und Studenten bauen Klangobjekte, Firmen liefern Know How und Material.

Und auch dieses Jahr ist es der Platzhirsch, der in Kooperation mit dem Lokal Harmonie eine Partnerstadt zum tatsächlichen Kulturpartner macht: Aus Vilnius sind nicht nur Musiker zu Gast, sondern auch ein sechsköpfiges Theaterteam um Karolina Zernyteì. Mit Unterstützung des Deutschen Blindenhilfswerks wird die Truppe in einem einwöchigen Workshop ihre Methode des "Theaters der Sinne" für sehbehinderte Menschen an Interessierte weitervermitteln. Höhepunkt ist die Premiere des Stückes "Tense in Sense" im Lehmbruck-Museum - einer der Platzhirsch Opener.

Info: "http://www.platzhirsch-duisburg.de"

Quelle: RP
 
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