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Duisburg
Mehr als 100 Polizisten bei Razzia in Marxloh und Walsum

Juni 2015: Razzien in Duisburg
Juni 2015: Razzien in Duisburg FOTO: Christoph Reichwein
Marxloh/Walsum. Wegen versuchter Schutzgelderpressung hat die Duisburger Polizei am frühen Donnerstagmorgen vier Wohnungen in Marxloh und Walsum durchsucht. Mitglieder eines libanesischen Familienclans haben den Inhaber einer Shisha-Bar erpresst. Die Großfamilie steht seit Tagen im Fokus der Polizei und sorgt immer wieder für Einsätze. 

Mit Unterstützung mehrerer Spezialeinsatzkommandos waren mehr als einhundert Polizisten im Einsatz: Die Razzia steht im Zusammenhang mit einem libanesischen Familienclan, der erst vor Kurzem einen Polizisten bei einer Fahrzeugkontrolle niedergeschlagen hatte. Es war der dritte Vorfall dieser Art in Marxloh innerhalb weniger Tage. Die Deutschen Polizeigewerkschaft warnt davor, dass immer mehr  "No-go-Areas" entstehen. Dabei handelt es sich um rechtsfreie Räume, in denen sich Bürger nicht mehr sicher fühlen und Polizisten nicht mehr oder nur noch in Mannschaftsstärke hineinwagen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Die Beamten durchsuchten am Donnerstag gleichzeitig drei Wohnungen in Marxloh an der Dahlstraße und an der Kaiser-Friedrich-Straße sowie eine in Walsum an der Manfredstraße. Die Maßnahmen richteten sich gegen vier Tatverdächtige im Alter von 19 bis 24 Jahren, teilen Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Sie sollen Ende April versucht haben, den Betreiber der Shisha-Bar in Ruhrort zu erpressen. Zwei der Tatverdächtigen gehören dem libanesischen Familienclan an. 

Duisburg: Drogen-Razzia in Internetcafé FOTO: Christoph Reichwein

Ein 24-Jähriger wurde vorläufig festgenommen. In seiner Wohnung fanden die Ermittler eine Gaspistole, einen Baseballschläger, ein Messer und ein beidseitig geschliffenes Wurfmesser.

Zu einem späteren Zeitpunkt durchsuchten die Beamten am Donnerstagvormittag noch eine weitere Wohnung an der Straße Am Stadion in Marxloh. Dort nahmen sie einen 19-jährigen Tatverdächtigen fest. Beide Männer befinden sich jetzt in Polizeigewahrsam und werden dem Haftrichter vorgeführt. Die Ermittlungen dauern an, der Fall liegt bei der Staatsanwaltschaft.

(ots)