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Duisburg
Polizei hielt Demonstranten auf Distanz

Duisburg. Anhänger und Gegner der Pegida trafen am Montagabend in Duisburg aufeinander.

Jeden Montagabend das gleiche Bild: Vor dem Duisburger Hauptbahnhof treffen sich Pegida-Anhänger und Gegendemonstranten und lassen die Verbal-Muskeln spielen. Die Öffentlichkeit in Duisburg nimmt davon immer weniger Kenntnis, fühlt sich allenfalls genervt.

Vorgestern war die Zahl der Demonstranten vergleichsweise groß. Zwei fast gleichstarke Gruppen trafen aufeinander. Nach Polizeiangaben waren es 350 Anhänger der Pegida und etwa 450 auf der Gegenseite, von denen einige versucht hätten, zu den Rechten durchzubrechen.

Die Polizei verhinderte das, aber ein Beamter wurde durch einen gezielten Faustschlag eines Gegendemonstranten im Gesicht verletzt. Es gab fünf Strafanzeigen, drei wegen Beleidigung und zwei wegen des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte. Aus den Reihen der Gegendemonstranten wurde gestern der Vorwurf gegen die Polizei erhoben, dass diese mit Schlagstöcken brutal gegen sie vorgegangen sei. Mehrere Teilnehmer seien dabei schwer verletzt worden. Die Polizei hat davon keine Kenntnis. Während die Organisatoren des Pegida-Aufmarsches sich offiziell mit Plakaten von Nazis distanzierten, mischten sich unter die Teilnehmer des Marsches etliche Neonazis aus der Dortmunder rechten Szene um Siggi Borchardt und etwa 50 Anhänger der Hogesa (Hooligans gegen Salafisten)-Bewegung (mit kahlgeschorenen und tätowierten Schädeln). Sie sorgten dafür, dass durch den Hauptbahnhof Rufe wie "Ausländer raus" schallten. Bei den Reden wurde, wie bei solchen Anlässen üblich, immer wieder über die angeblichen Wirtschaftsflüchtlinge hergezogen, die nur "unser" Geld wollten.

Dass aus dem rechten Flügel Journalisten bedroht und beschimpft wurden, war für einige der kritischen Beobachter nichts Neues. Einem Filmteam zum Beispiel hatten die Rechten vor kurzem versucht, die Kameras mit Fahnen zuzuhängen. Diesmal stellten die Pegidas einer Fotografin einen "Aufpasser" zur Seite. Er bekam von der Polizei schließlich die Ansage, er werde in Gewahrsam genommen, wenn er sich nicht entferne. Das wirkte.

Quelle: RP
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