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Duisburg
Polizei - mit dem Rad nahe beim Bürger

Duisburg: Polizei - mit dem Rad nahe beim Bürger
Andreas Weber ist in Moers mit dem Rad unterwegs. Seine Aufgabe ist am Morgen und Mittag die Schulwegsicherung, ansonsten fährt er durch Wohngebiete und die City und will durch seine Präsenz Einbrüche und Co. verhindern. FOTO: Dieker
Duisburg. Zwei Fahrradpolizisten gibt es in Moers, Andreas Weber ist einer von ihnen. Einer der Vorteile für Weber: Er kann dort eingesetzt werden, wo Streifenwagen nicht hinkommen. Die Kreispolizei erwägt derzeit den Kauf von zwei E-Bikes. Von Astrid Horlbeck

Andreas Weber (48) ist einer von zwei Fahrradpolizisten in Moers. Er ist ein Mann, der Spaß an seiner Arbeit hat: Verbrecher zu jagen und dabei an der frischen Luft zu sein - das ist für ihn eine tolle Kombination. Zudem sei sein Job auch "aus polizeitaktischer Sicht" interessant. Denn mit seinem Mountainbike kann er Radfahrer oder Fußgänger viel besser als zu Fuß verfolgen. Die Fahrradstaffel ist zu einem wichtigen Teil des sogenannten Schwerpunktdienstes der Polizei in NRW geworden, ähnlich wie Reiter-, Hunde- oder Motorradstaffel. Alle diese Einheiten sollen hauptsächlich auf der Straße unterwegs sein, können aber auch zu Sondereinsätzen wie etwa Fußballspielen hinzugezogen werden.

Der Beamte findet, dass er so viel unscheinbarer auftreten kann als seine Kollegen. Denn "man hört ohne Karosserie um einen herum mehr von der Umgebung, wird aber nicht gehört und hat so im Ernstfall einen Überraschungseffekt." Auch betont er, dass er genau da eingesetzt werden kann, wo Streifenwagen nicht hinkommen, zum Beispiel in Parks und auf Friedhöfe oder Spielplätze. Ebenfalls als "großes Plus" empfindet Weber an seiner Arbeit, den Bürgern unmittelbar nah zu sein. Das sehen viele Bürger offensichtlich genau so, Weber wird auf der Straße oft angesprochen. Die Leute erzählen ihm dann Vorfälle, für die sie nicht auf die Wache gehen oder den Notruf wählen würden. Manchmal trage eine solche Meldung zur Aufklärung einer Straftat bei, beispielsweise der Erfassung eines Drogen-Dealers, der jemandem im Park aufgefallen ist.

Webers Erfahrung nach können 50 Prozent der Aufgaben, die durch einen Streifenwagen erledigt werden, auch von einem Fahrradpolizisten bewältigt werden. Natürlich kann er nicht Festgenommene mitnehmen, aber Anzeigen und Personalien aufnehmen kann er, auch wenn er mit dem Rad unterwegs ist. Zu seinem Berufsalltag gehören jeweils morgens und mittags die Schulwegsicherung. Er kontrolliert, ob die Fahrradwege frei sind oder ob unerlaubt Pkw darauf parken. Auch achtet er darauf, dass die Zweiräder mit Beleuchtung versehen sind und auf der richtigen Seite fahren. In der übrigen Zeit fährt er seine Runden durch Wohngebiete und die Innenstadt. Allein seine Präsenz, hofft er, trage dazu bei, Einbrüche, Diebstähle oder Drogendelikte zu verhindern. Außerdem checkt er Fahrräder auf technische Mängel und überprüft die Eigentumsverhältnisse. Quasi nebenbei kann er die Zweiräder unterwegs codieren lassen. Dabei muss er nur per Funk die Rahmennummer durchgeben. Seine Kollegen sehen dann nach, ob diese zu einem Rad gehört, das als gestohlen gemeldet wurde. Wenn nicht, registriert er sie neu in der Datenbank.

Weber berichtet, dass die Kreispolizeibehörde Wesel überlegt, probeweise zwei E-Bikes anzuschaffen. Wenn das genehmigt wird, würde ein Exemplar in Moers zum Einsatz kommen, das andere in Wesel. Die Behörde will so überprüfen, ob die Reichweite der Polizisten damit erhöht werden kann und ob sie schneller an ihren Einsatzorten sein können als mit normalen Fahrrädern. Da jetzt vermehrt auch Fahrer von Pedelecs auf den Straßen unterwegs sind, werden die Unfallzahlen, bei denen E-Bikes beteiligt sind, steigen. Also prüft die Polizei, ob sich die Pedelecfahrer anders verhalten als normale Radfahrer. Ebenso ist für Weber interessant, im wahrsten Sinne des Wortes "zu er-fahren", wie die Radwege zu beurteilen sind und ob sie für die schnelleren und schwereren elektrischen Zweiräder sicher sind.

Quelle: RP
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