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Duisburg
Polizei verteidigt ihr Vorgehen

Fortuna-Fans brennen in Duisburg Pyrotechnik ab
Fortuna-Fans brennen in Duisburg Pyrotechnik ab FOTO: Falk Janning
Duisburg. Aus Sicht der Ordnungshüter haben es am Freitag Fortuna-Fans bewusst darauf angelegt, den Einlass-Kontrollen zu entgehen, um Bengalos und Feuerwerkskörper ins Stadion schmuggeln zu können. Von Hildegard Chudobba

Die Vorkommnisse am Freitagabend beim Spiel des MSV gegen die Düsseldorfer Fortuna empören nach wie vor Fans aus der Landeshauptstadt. Die Duisburger Polizei ist hingegen überzeugt: Die Fortuna-Anhänger haben bewusst dafür gesorgt, dass sie unkontrolliert ins Stadion gelassen werden, um ihre Feuerwerkskörper und Bengalos hineinschmuggeln zu können. Die von Fans als chaotisch geschilderten Zustände am Einlass zum Gästeblock hätten sie dadurch provoziert. "Ich war gegen 17 Uhr an der S-Bahn-Haltetelle im Schlenk und habe selbst gesehen, dass die eintreffenden Düsseldorfer dort stehen blieben, obwohl sie per Lautsprecherdurchsage mehrfach aufgefordert wurden, zum Stadion zu gehen", sagt Polizeisprecher Ramon van der Maat. Sie hätten dort gezielt auf die weiteren eintreffenden S-Bahnen aus Düsseldorf gewartet. "Wir hatten keine Grundlage, sie aus der S-Bahn-Station zu vertreiben." Erst um 17.50 Uhr, also 40 Minuten vor dem Anpfiff des Spiels, hätten sich am Schlenk rund 1500 Fans aus Düsseldorf in Richtung Arena in Bewegung gesetzt. "Den meisten muss da schon klar gewesen sein, dass sie nicht rechtzeitig beim Spiel sein würden", so van der Maat. Im Vorfeld hatte die Duisburger Polizei mehrfach darauf hingewiesen, dass das Stadion aufverkauft sein werde und es wegen der vielen Fans aus Düsseldorf ratsam sei, frühzeitig zu kommen.

Das sei auch in einem Fan-Brief an die Fortuna-Anhänger formuliert worden. Auch dass es strenge Einlasskontrollen geben werde, wurde angekündigt. Die MSV-Arena war wegen des erwarteten Ansturms bereits ab 16.30 Uhr geöffnet. Für die Annahme der Polizei, dass die Düsseldorfer bewusst lange darauf gewartet hatten, ins Stadion zu gehen, spricht, dass der gegnerische Block sehr lange fast leer war. Eine Stunde vor Spielbeginn standen dort lediglich vereinzelt Gruppen in Rot-Weiß, das gleiche eine halbe Stunde vor Anpfiff. Gegenüber auf der MSV-Fantribüne hingegen war schon um 17.30 Uhr kein Platz mehr frei, sangen sich die Anhänger in Stimmung.

Polizeisprecher van der Maat schilderte, dass die Fans aus der Landeshauptstadt auf dem Weg zum Stadion die weit vor dem Einlass installierten Vereinzelungsanlagen und Kontrollstellen zu überrennen versucht hätten. Dass Beamte dort Pfefferspray eingesetzt hätten, sei korrekt und auch notwendig gewesen, weil die Fans auf die Anweisungen der Polizei nicht gehört hätten. Unter den Anhängern sei nach seinem Eindruck ein Großteil gewesen, der nicht mehr nüchtern war. Nach dem Spiel seien die Düsseldorfer Fans zur S-Bahn-Station geleitet worden, "denn wir wollten sie nicht zur U-79-Haltestelle lassen, weil dort die MSV-Fans standen". Fortuna-Anhänger hätten versucht, die Absperrungen in Richtung Straßenbahnhaltestelle zu durchbrechen. "Daraufhin haben wir Wasserwerfer einsetzen müssen", so van der Maat. Bei dem Einsatz gab es insgesamt zehn Verletzte. Der Fortuna-Vorstand kritisierte gestern, das Einsatzkonzept sei nicht in Richtung des Vereins kommuniziert worden. Das verspätete Eintreffen der Fans habe an technischen Problemen gelegen.

Quelle: RP
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