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Duisburg
Polizeichor singt sich in die Herzen

Duisburg: Polizeichor singt sich in die Herzen
Ein beeindruckendes Konzert liefert der Polizeichor im TaM ab. FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Konzerte im Theater am Marientor: Zuschauer sind von "Credo", "Jungle Bells" und "Jerusalem" begeistert. Von Dieter Krüssmann

Noch sind es ein paar Tage, bis in den Wohnzimmern die Geschenke ausgepackt werden. Im Theater am Marientor wurden gleich dreimal die Bescherung vorweggenommen und ein musikalisches Paket nach dem anderen geöffnet. Der Polizeichor Duisburg ist mit seinen Weihnachtskonzerten immer der letzte große Männerchor der Stadt, der traditionell am Vorabend des vierten Advents und am anschließenden Sonntag sich singend auf das Weihnachtsfest einstellt.

Das vollgepackte Programm enthielt sowohl klassische und sehr anspruchsvolle Kompositionen großer Meister wie Felix-Mendelssohn-Bartholdy und Franz Schubert, die den ersten Teil ausmachten. Gemeinsam mit dem Frauenchor der Polizei Duisburg und dem Orchester Oberhausen, die seit Jahren stets bei den Konzerten mitwirken, gab es mit "Auf gläubige Seelen", einer Bearbeitung des ehemaligen musikalischen Leiters Bernhard Mehler, einen kraftvollen Auftakt.

Der Polizeichor war gut einstudiert, schließlich hatten die singenden Ordnungshüter mehrere Tage in einer Polizeischule einen Workshop abgehalten. Mit Erfolg. Hervorzuheben war dabei das "Credo" aus der Cäcilienmesse von Charles Gounod, bei dem auch die Solisten, die bekannte Opernsängerin Francesca Caligaris, und der Tenor José Montero sowie der vereinseigene Bassist Klaus Hermann mit dem Orchester und dem Frauenchor brillierten. Selbst der zweite Bass musste derart hoch singen, schaffte es aber dennoch mit viel Energie und konnte somit überzeugen.

Sopranistin und Tenor gefielen mit ihren wunderbaren Stimmen. Jose Montero beispielsweise mit "Ombra mai fu" aus "Xerxes" von Georg Friedrich Händel und Francesca Caligaris mit "Mile cherubini in coro". Erstmalig in der langen Geschichte der gemeinsamen Weihnachtskonzerte der beiden Chöre gab es keine Leitung unter einem Dirigenten.

Der "Abendsegen" aus Engelbert Humperdincks Oper "Hänsel und Gretel" war zum Beispiel eines der schönen Pakete, das die Damen auspackten. Geschmacksache war jedoch das "Gloria" aus "A little Jazz Mass" von Bob Chilcott. Selten hat man eine solche Version stark verjazzt mit einem Streichorchester gehört.

Überraschungen kamen aus Oberhausen. Vier junge Damen aus der Nachbarstadt taten sich zu einem Streichquartett zusammen und präsentierten zwei Kompositionen unbekannter Meister, die ein bisschen gewöhnungsbedürftig waren. Danach aber widmeten sie sich ebenfalls dem Thema Weihnachten mit einem wunderbaren Medley der schönsten amerikanischen Christmas-Songs.

Nach der Pause ging es mit der lebhaften Petersburger Schlittenfahrt mit dem Orchester los. Mit "Weihnachten bin ich zu Haus" erinnerte der Polizeichor an ein Lied, das Roy Black schon in den 60er Jahren sang. Überhaupt kamen im zweiten Teil die Lieder vor, die man gerne zum Tage der Geburt Jesu hören will. Mit dabei waren "Cantiquie de Noel", "The first Nowell" und "Jingle Bells", gesungen von den Frauen. Der Polizeichor ließ eine Rose zum Fest blühen (Robert Stolz), sang vom kleinen trommelnden Jungen und Dimitry Bortnianskys "Ich bete an die Macht der Liebe", ehe alle Beteiligten das "Hallelujah" aus dem "Messias" von Georg Friedrich Händel sangen und ein furioses Finale einleiteten. Dabei durften die "Stille Nacht und das "Oh du fröhliche" nicht fehlen.

Der Applaus war so lange, dass nach Zugaben verlangt wurde. Klaus Hermann sang die heiß ersehnte Zugabe "Jerusalem" (hier gab es bereits nach den ersten drei Tönen Szenenbeifall). Schließlich wurde es noch einmal richtig rhythmisch und das Publikum wurde mit dem temperamentvollen "Feliz Navidad" und "Wir wünschen euch eine Frohe Weihnacht" in die Weihnachtszeit verabschiedet.

Zudem verabschiedete sich der Polizeichor Duisburg auch vom Theater am Marientor, denn am 17. Dezember 2016, 17.30 Uhr, singen die Herren dann nach langer Zeit wieder in der Mercatorhalle im City Palais.

Quelle: RP
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