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Duisburg
Post: 400 Überstunden wegen der Wahl

Duisburg. Im Briefzentrum Asterlagen werden insgesamt mehr als 2,4 Millionen Wahlbenachrichtigungen für Duisburg und den Niederrhein bearbeitet, davon 740.000 für Duisburg, wo es am 24. September auch einen Bürgerentscheid gibt. Von Peter Klucken

Die Demokratie hat ihren Preis. Auf rund 800.000 Euro werden die Kosten für das Papier, den Druck und das Porto für die bevorstehenden Wahlen am 24. September, einschließlich des Bürgerentscheids zum DOC, geschätzt. Die Demokratie hat auch ein Gewicht: Würde man alle Papiere, die im Zusammenhang mit den Wahlen genutzt werden, wiegen, dann ergäbe sich das erstaunliche Gewicht von 48 Tonnen!

Diese Zahlen wurden gestern im Briefzentrum der Deutschen Post in Asterlagen genannt. Von dort aus liefert die Deutsche Post in den nächsten Tagen rund 370.000 Wahlbenachrichtigungen zur Bundestagswahl und zur Oberbürgermeister-Wahl an alle Wahlberechtigten in Duisburg aus. Weitere 370.000 Wahlbenachrichtigungen zum Bürgerentscheid werden eine Woche später ebenfalls durch die Postboten der Deutschen Post ausgeliefert. Insgesamt bearbeitet das Briefzentrum in Asterlagen mehr als 2,4 Millionen Wahlbenachrichtigungen für Duisburg und den Niederrhein.

Gestern gaben der Leiter des Wahlamtes der Stadt Duisburg, Burkhard Beyersdorff, und Rainer Ludwigs, Niederlassungsleiter der Deutschen Post DHL, den offiziellen "Startschuss" für die Auslieferung der Wahlbenachrichtigungen und legten gemeinsam die ersten Sendungen in die Briefsortiermaschinen ein. Die Unterlagen für die beiden Wahlen (Bundestagswahl und OB-Wahl) müssten aus rechtlichen Gründen getrennt von den Unterlagen zum Bürgerentscheid verschickt werden, sagte Wahlleiter Beyersdorff. Die Mehrkosten seien deshalb unvermeidlich.

Beim Punkt Kosten hakte Postler Rainer Ludwigs ein. In diesem Wahljahr werde im Briefzentrum Asterlagen erstmals die neue Technik der digitalen Frankierung genutzt. Das bedeutet, dass der Briefaufdruck zusammen mit der Frankierung maschinell in einem Druckvorgang geschieht. Früher seien dafür zwei Arbeitsschritte notwendig gewesen. Rechne man die Rabatte wegen des Massenankaufs beim Papier und die Nutzung der neuen Technik hoch, dann kommt man nach der gemeinsamen Kalkulation von Beyersdorff und Ludwig auf eine Ersparnis von 400.000 Euro im Vergleich zu der sonst üblichen Praxis.

Trotz der neuen technischen Möglichkeiten können die notwendigen Arbeiten, die mit Wahlen und Bürgerentscheid zusammenhängen, nicht ohne Überstunden bewältigt werden. Ludwig geht davon aus, dass in den kommenden Wochen zusätzliche 400 Stunden von den Mitarbeitern des Briefzentrums geleistet werden.

Die Mehrarbeit ist nicht zuletzt nötig, weil der Anteil der Briefwähler in den vergangenen Jahren stetig gewachsen ist. So haben zum Beispiel bei der Bundestagswahl 2013 rund 24 Prozent diesen Service genutzt. In den 60er Jahren lag der Anteil der Briefwähler nur bei sieben Prozent.

Briefwahlunterlagen können am einfachsten durch Ankreuzen auf der Wahlbenachrichtigung angefordert werden. Die Briefwahlunterlagen bestehen aus dem Wahlschein, einem amtlichen Stimmzettel des jeweiligen Wahlkreises, einem amtlichen Stimmzettelumschlag und einem amtlichen Wahlbriefumschlag sowie einem Merkblatt. Briefwahl ist sowohl für die Bundestagswahl und die OB-Wahl als auch für den Bürgerentscheid zum geplanten DOC auf dem Güterbahnhofsgelände möglich. Dabei ist der Briefumschlag für die Bundestagswahl rot gefärbt, der für die OB-Wahl gelb und der für den Bürgerentscheid grau. Die unterschiedlichen Farben sollen das Auszählen erleichtern.

Der Wahlbrief muss spätestens am Sonntag, 24. September, 18 Uhr, dem Wahlamt vorliegen, da dann die Wahl endet und mit der Auszählung der Stimmen begonnen wird. Er sollte deshalb bestenfalls einige Tag zuvor abgeschickt werden. Der Wahlbrief braucht innerhalb Deutschlands nicht frankiert zu werden.

Quelle: RP
 
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