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Duisburg
Praktikantin erstellt Findbuch

Duisburg: Praktikantin erstellt Findbuch
Die Übergabe des Findbuchs fand im Duisburger Stadtarchiv statt. V.l.: Klaus Jankus, Waltraud Schleser, Eileen Küppers und Marinko Betke. Das Findbuch liegt nun sowohl gedruckt vor als auch im Internet vor. FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Die historischen Unterlagen der Deutsch-Französischen Gesellschaft (DFG) Duisburg von 1950 bis 1986 im Duisburger Stadtarchiv sind jetzt durch ein von Eileen Küppers erstelltes Findbuch erschlossen - gedruckt und auch im Internet. Von Ingo Hoddick

Schon 1928 wurde in Duisburg ein Deutsch-Französischer Volksbund gegründet. Er war in unserer Stadt ansässig, aber reichsweit tätig. Von den Nationalsozialisten verboten, wurde der Volksbund 1947 wiedergegründet. Er galt aber als "zu katholisch" und wurde 1952 von der zwei Jahre zuvor gegründeten Konkurrenz namens Deutsch-Französische Kulturgemeinschaft geschluckt, nun unter dem bundesweiten Namen Deutsch-Französische Gesellschaft (DFG).

Die DFG Duisburg war 1964 beteiligt an der Gründung der Städtepartnerschaft mit Calais an der nordfranzösischen Kanalküste - mit Wissen des damaligen Staatspräsidenten Charles de Gaulle, denn der Bürgermeister von Calais war sein Schwager. Die Ziele des Vereins sind die Förderung der französischen und deutschen Kultur in der Region, die Förderung der der Völkerverständigung und die Förderung des Europagedankens.

Eileen Küppers hat das Findbuch erstellt. FOTO: Christoph Reichwein

Die DFG Duisburg e.V. sieht ihre Aufgabe darin, französische, deutsche und europäische Kultur in Duisburg und der Region zu fördern, und auch durch ihre Tätigkeit einen positiven Beitrag für den überregionalen Ruf Duisburgs zu leisten. Veranstaltet werden Vorträge, Diskussionen, Lesungen, Filmvorführungen und Konzerte. Im Laufe der Jahre stiegen die Kosten für Veranstaltungen erheblich an, zum Beispiel für Raummiete, so dass die meisten Projekte der DFG Duisburg inzwischen Kooperationen sind. Dadurch konnte der Jahresbeitrag für die derzeit rund 200 zahlenden Mitglieder seit 1989 konstant bei 35 Euro gehalten werden.

Das Stadtarchiv Duisburg enthält insgesamt etwa neun Kilometer Archivgut. Die Geschichte des Deutsch-Französischen Volksbundes füllt dort nur einen dünnen Ordner, die Geschichte der DFG Duisburg von 1950 bis 1986 aber anderthalb Regalmeter, das sind 36 Ordner plus einige Archivkartons. Die Düsseldorfer Studentin Eileen Küppers hat zu diesen Beständen jetzt, als sie ein Praktikum am Duisburger Stadtarchiv machte, eines der wenigen Findbücher erstellt. Für jeden einzelnen Ordner, den sie Seite für Seite untersuchte, benötigte sie etwa eine Stunde - 36 Stunden Arbeit also, geschafft in vier Wochen.

Wer sich zu diesem Thema informieren oder wissenschaftlich darüber forschen will, findet hier nun alles, was an diesem Ort darüber vorhanden ist. Wenn man wollte, könnte man auf diese Weise zum Beispiel nachvollziehen, welches Mitglied im Jahr 1964 seinen Beitrag nicht bezahlt hat, wie gestern beim Pressetermin mit einem Augenzwinkern gesagt wurde.

Das Findbuch liegt nun sowohl gedruckt vor als auch im Internet, auf den Seiten des Stadtarchivs Duisburg unter den Archivportalen NRW und Deutschland. Will man die DFG-Unterlagen selbst in Augenschein nehmen, muss man sich persönlich in das Haus am Karmelplatz 5 (Innenhafen) begeben. Von den hunderttausenden Dokumenten, die dort verwahrt werden, sind immerhin schon 8500 digitalisiert. Aber alleine die DFG-Unterlagen zu digitalisieren, würde eine vielfach vierstellige Summe kosten - da würde der Aufwand in keinem Verhältnis zum Ertrag stehen. "Das wäre auch schade", meinte der Stadtarchiv-Mitarbeiter Marinko Betker gestern, "da würden wir Sie ja nicht kennenlernen!"

Quelle: RP
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