| 17.11 Uhr
Duisburg
Probleme bei Bombenentschärfung am Bahnhof
März 2012: City wegen Bombenentschärfung gesperrt
März 2012: City wegen Bombenentschärfung gesperrt FOTO: Elena Wagner
Duisburg. Bauarbeiter haben südlich des Hauptbahnhofs eine Kriegsbombe gefunden. Nach Angaben der Polizei hat der Sprengkörper einen Säurezünder und musste umgehend entschärft werden. Nach einigen Komplikationen gab es um 16.07 Uhr Entwarnung - die Bombe war vollständig entschärft. Der Hauptbahnhof und die A 59 waren gesperrt. Von C. Rentmeister, S. Bartels und E. Wagner

Es gab Komplikationen bei der Entschärfung. Nachdem der Experte zweimal versucht hatte, den Zünder abzutrennen, ist er abgerissen. Er wollte es ein drittes Mal versuchen - diesmal gelang es.  Ansonsten hätte die Bombe kontrolliert gesprengt werden müssen.

Nachdem der Zünder  abgetrennt werden konnte, musste noch der Detonator entfernt werden. Um 16.07 Uhr meldete der Kampfmittelräumdienst eine vollständige Entschärfung der Bombe. Daraufhin wurden die Sperrungen aufgehoben und der Bahnverkehr wieder aufgenommen.

Es gab bei der Entschärfung insgesamt drei Sprengungen, drei Mal wurde versucht, den Zünder zu sprengen, erklärten die Experten des Kampfmittelräumdienstes Peter van Eck und Frank Höpp. Erst beim letzten Anlauf gelang es. Die vierte Sprengung war die des Detonators, was einen Routineablauf darstellt.  

Solche Bomben werden in Duisburg öfter gefunden und entschärft. Dass allerdings der Zünder abbrach, machte die Sache doch schwieriger als eine normale Entschärfung, was auch die verlängerte Zeit erklärt. Mit knapp einer Stunde dauerte es an diesem Mittwoch länger, bis die Entwarnung ausgesprochen wurde, als es die "bombenerprobten" Duisburger gewohnt sind.

Teile der Innenstadt evakuiert

Nachdem sie Bombe bei Bauarbeiten am Mittag gefunden worden war, musste der Hauptbahnhof ab 14 Uhr geräumt werden, ab 15 Uhr wurde der Zugverkehr eingestellt. Ab 14.45 Uhr durfte niemand mehr den Bahnhof betreten. Die Bahn hatte Umleitungen eingerichtet. Über Duisburg fahren normalerweise unter anderem die ICE-Züge von Düsseldorf über das Ruhrgebiet nach Berlin.  Die A 59 war seit 14.30 Uhr zwischen Kreuz Duisburg und Duisburg Süd gesperrt. Um 15.15 wurde mit der Entschärfung begonnen.

Die Evakuierungszone rund um die Fundstelle betrug 250 Meter. In der Evakuierungszone leben circa 400 Menschen, die ihre Wohnungen verlassen mussten.  in der Evakuierungszone, die durch Mitarbeiter des Ordnungsamtes informiert werden und ihre Wohnungen verlassen müssen. In den Geschäften und Wohnhäusern in der Sicherheitszone (500 Meter um den Fundort) sollten die Menschen im Gebäude bleiben und Fenster und Türen geschlossen halten.

Die Verantwortlichen im Einkaufszentrum "Forum", das in der Sicherheitszone liegt, wussten um 12.45 Uhr noch nichts von der Bombe. Das Lehmbruck-Museum, das auch in der Sicherheitszone liegt, schließt aufgrund der Bombe ab mittags für den Tag. Das DKM-Museum, das ebenfalls evakuiert werden musste, ist heute für Besucher generell geschlossen.

Menschenleere Autobahn

Mitarbeiter des Ordnungsamtes zeigen Passanten rund um den Bahnhof die Evakuierungspläne und erklären ihnen, wo sie sich während der Entschärfung aufhalten sollen. Seit 14.10 Uhr durfte niemand mehr über die Tonhallenstraße gehen, die Leute verließen die Läden und suchten sich ein Plätzchen, an dem sie die Zeit der Entschärfung überbrücken können. Mitarbeiter des Ordnungsamtes blockieren die Ampeln und lassen niemanden mehr in die Evakuierungszone.

Die Autofahrer wuzden an verschiedenen Stellen umgeleitet und durften nicht mehr in die Innenstadt fahren. An der Ecke Friedrich-Wilhelm Straße/Düsseldorfer Straße beispielsweise musste der Verkehr in die Düsseldorfer Straße abbiegen.

Die Menschen, die in der Evakuierungszone wohnen, hatten die Möglichkeit, sich während der Entschärfung im Gemeindehaus an der Sollstraße aufzuhalten. Um 14.30 Uhr waren dort jedoch erst acht Senioren eingetroffen, die anderen Bewohner spazieren bei dem schönen Wetter wahrscheinlich einfach in die Stadt.

Die Bombe wurde an einem alten Verwaltungsgebäude neben dem Hauptbahnhof gefunden, das dem Duisburger Bau- und Liegenschaftsbetrieb gehört. Vorher war an dieser Stelle ein Schotterparkplatz, nun soll dort ein neues Parkhaus gebaut werden.

Der gesperrte Abschnitt der Autobahn 59 war am frühen Nachmittag menschenleer, der Verkehr staute sich in Richtung Duisburg zeitweise auf drei Kilometer Länge.

Quelle: jco/top/jco/csr
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