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Duisburg
Puccinis "Il trittico" ist wieder da

Duisburg. Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg nahm jetzt in ihrem Duisburger Haus ihre erfolgreiche Produktion des Opern-Triptychons von Giacomo Puccini wieder auf. Es gibt noch zwei Vorstellungen im April. Von Ingo Hoddick

In der griechischen Antike bestand ein Theaterabend immer aus drei Stücken, wobei auf zwei Tragödien eine Komödie folgte, so dass die Zuschauer am Ende befreit und entspannt nach Hause gingen. Vor rund 100 Jahren griff der italienische Opernmeister Giacomo Puccini diese Idee wieder auf und schuf "Il trittico", ein Triptychon also aus drei Einaktern, die zu seinen besten Werken zählen, mit jeweils packender Handlung, farbenreicher Instrumentierung und selbstverständlich auch schmelzenden Melodien: Auf "Il tabarro" ("Der Mantel"), eine tödlich ausgehende Dreiecksgeschichte im Hafenarbeiter-Milieu, folgt "Suor Angelica" ("Schwester Angelica") über eine junge Nonne, die von den gesellschaftlichen Umständen in den Selbstmord getrieben wird, und die schwarze Erbschleicher-Komödie "Gianni Schicchi". Jetzt nahm die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg in ihrem Duisburger Haus ihre dreizehn Jahre junge und erfolgreiche Produktion von "Il trittico" wieder auf. Ein ganzes Jahrzehnt lang war der fast vierstündige Abend nicht in unserer Stadt zu erleben gewesen. Der Regisseur Dietrich W. Hilsdorf drehte in seiner drastischen Inszenierung die Reihenfolge der drei Teile um die "Angelica"-Achse, wollte damit zeigen, wie die Welt zunehmend verroht, schließlich spielen die Stücke bei dieser Reihenfolge um 1300 ("Gianni Schicchi"), um 1600 ("Suor Angelica") und um 1900 ("Il tabarro"). Das kann man so machen - die Wiederaufnahme zeigte freilich auch die Tücken, die darin stecken: Die unabdingbare Italianità, die vor allem der "Gianni Schicchi" braucht, stellte sich erst allmählich ein und nach der zweiten Pause wollten nicht mehr ganz so viele Besucher den düsteren dritten Teil erleben.

Jedenfalls verlieh Rheinopern-Generalmusikdirektor Axel Kober als Dirigent der "Suor Angelica" eine natürlich fließende Ruhe und "Il tabarro" dramatischen Biss. Da zogen auch die Duisburger Philharmoniker zuverlässig mit. Bewundernswert erscheint aber vor allem, dass die Rheinoper überhaupt über jene umfangreichen Ressourcen verfügt, um "Il trittico" - wie es der Komponist wünschte - komplett aufzuführen. Von den nicht weniger als 44 Gesangs-Rollen, die der Abend verlangt, konnte die Rheinoper alle bis auf drei aus ihrem eigenen Ensemble und Opernchor besetzen. Und darunter war keine einzige Fehlbesetzung. Erwähnt werden müssen zumindest die drei Protagonisten: der wahre Komödiant Bruno Balmelli als Gianni Schicchi, Sylvia Hamvasi als herzzerreißende und sowieso überragende Angelica und Morenike Fadayomi als Giorgetta. Stellvertretend für die vielen kleinen und kleinsten Rollenporträts sei Sarah Ferede genannt, als herrlich schräge Type Frugola.

Diese außergewöhnliche Produktion steht in Duisburg in dieser Spielzeit noch zweimal auf dem Spielplan, nämlich am Sonntag, 3. April, um 18.30 Uhr, und am 10. April, um 15 Uhr. Karten und weitere Infos gibt es am einfachsten unter Telefonnummer 0203 940 77 77.

Quelle: RP
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