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Duisburg
Rainer Tyrakowski-Freese - ein Lotse geht von Bord

Duisburg. In der Moerser Stadtkirche verabschieden Weggefährten den langjährigen Leiter des Diakonischen Werks. Von Jürgen Stock

27 Jahre lang hat Rainer Tyrakowski-Freese das Schiff des Diakonischen Werks auf Kurs gehalten. Jetzt geht der 65-Jährige in den Ruhestand. Freunde und Weggefährten haben ihn gestern Morgen in der Moerser Stadtkirche verabschiedet.

Dabei wird deutlich: Eigentlich hat Tyrakowski-Freese das Diakonische Werk, das seit 2015 mit der Grafschafter Diakonie verschmolzen ist, in seiner heutigen Form maßgeblich selbst geschaffen. Hartmut Hohmann, ehemaliger Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes und wie Tyrakowski-Freese aktiver Sozialdemokrat, erinnert sich noch an das Telegramm, das Nikolas Schneider, der spätere Präses der Evangelischen Kirche in Deutschland, vor 27 Jahren im Auftrag des Kirchenkreises Moers nach Alexandria schickte. Adressat war ein junger Mann, der damals schon eine beachtliche Vita mit zahlreichen Stationen hinter sich hatte und seit vier Jahren in der ägyptischen Hafenstadt in der Seemannsmission arbeitete: Rainer Tyrakowski-Freese sollte das Diakonische Werk im Kirchenkreis Moers als Geschäftsführer übernehmen. Hohmann: "Damals ging es darum, jemanden zu finden, der sich des noch neuen Themas ,Asylbewerber' annahm und der gelernt hatte, zu improvisieren."

38 Mitarbeiter hatte die Einrichtung, als Tyrakowski-Freese seinen Dienst antrat. 150 sind es heute, verteilt auf sechs Diakoniestandorte. Während seiner Zeit als Geschäftsführer entwickelte der ehemalige Seemanns-Missionar zahlreiche neue Geschäftsfelder: Freiwilligenzentrale, Schuldnerberatung, betreutes Wohnen, Angebote für Frauen mit Essstörungen. Zuletzt wurde das Projekt der gemeinwesenorientierten Seniorenarbeit entwickelt, das mit seiner Betonung der Unterstützung von Eigeninitiativen der Senioren im Kirchenkreis als vorbildhaft gilt.

Auch in der Flüchtlingsarbeit setzte das Diakonische Werk Maßstäbe, wenn auch weniger in Moers als vielmehr in Neukirchen-Vluyn, dem Duisburger Westen und Rheinberg. Allein in diesem Aufgabenfeld sind 15 Mitarbeiter beschäftigt.

Für das Lebenswerk des scheidenden Diakonie-Chefs, so Superintendent Ferdinand Isigkeit, könne die Tageslosung gelten: "Ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auf auch auf das, was dem anderen dient."

Nachfolger von Tyrakowski-Freese wird Jürgen Voß, bisher Leiter der Zweigstelle in Rheinhausen.

Quelle: RP
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