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Duisburg
Rauschendes Weinfest in der Innenstadt

Duisburg: Rauschendes Weinfest in der Innenstadt
Zwei Arbeitskolleginnen genießen die Mittagspause auf dem Weinfest mit einem Glas Weißwein. FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Zahlreiche Besucher waren von Donnerstag bis gestern in der Duisburger City unterwegs, um Weine von rund 50 Winzern zu testen. Das Fest hat sich in den vergangenen 30 Jahren bis weit über die Stadtgrenzen hinaus etabliert. Von Julia Zuew

Sonne satt, aber keine pralle Hitze und hin und wieder eine kühle Brise: Dies sei das perfekte Wetter zum Weintrinken, sagt Frank Achenbach, Winzer auf dem Familien-Weingut Achenbach. Perfektes Wetter also für die zahlreichen Besucher des Duisburger Weinfestes. Wie viele Flaschen an einem Fest-Abend geleert werden, sei streng geheim, sagt Frank Achenbach und lacht.

Tatsächlich dürften es am vergangenen Wochenende einige Flaschen gewesen sein - die Winzer konnten sich über volle Tische und eine gut besuchte Königstraße freuen. "Wir sind zum 28. Mal dabei, also fast von Beginn an", sagt Gernot Achenbach, Besitzer des Weinguts Achenbach. "Es hat sich hier sehr gut entwickelt; warum es ausgerechnet in Duisburg so gut läuft, das weiß ich nicht." Die meisten würden ungläubig abwinken, wenn er erzähle, dass Duisburg eines der Highlights in puncto Weinfest sei. Rund 100.000 Besucher jedes Jahr - darunter auch viele Stammgäste - sollten jeden Zweifler allerdings überzeugen.

Weinprinzessin Katharina Fladung (23) ist extra für das Duisburger Weinfest aus dem Rheingau angereist. FOTO: Christoph Reichwein

In den nun über 30 Jahren hat das Fest sich nicht nur in der Stadt und Umgebung, sondern auch überregional in Fachkreisen und unter Weinliebhabern etabliert. Zwischen den Weinständen locken Imbissbuden mit warmen und kalten Köstlichkeiten. Das Fest ist ein Erlebnis für alle Sinne: Von Live-Musik begleitet, lassen sich die Besucher beraten und probieren sich durch das Angebot der Weingüter. Die Stimmung ist fröhlich, Bekannte und Freunde treffen sich, es wird gelacht. Hinter den Theken hingegen wird mit Hochdruck gearbeitet. "Da bleibt manchmal auch nicht viel Zeit, sich mit Gästen zu unterhalten oder groß zu beraten", sagt Frank Achenbach. Die Gäste seien in den ersten Tagen und an den Abenden darauf aus, vor Ort zu genießen und zu erleben. "Der Sonntag ist der 'Bestell-Tag', da kaufen die Leute ein."

Das Gut Achenbach liegt in Rheinhessen; hier und aus der Moselregion kommt der Großteil der etwa 50 Winzer auf dem Weinfest her. In vielen Betrieben ist das Handwerk des Winzers Familiensache. "Diesen Beruf muss man lieben", sind sich Vater und Sohn Achenbach einig. Auf manche Dinge habe der Mensch dabei keinen Einfluss, wie das Wetter - hin und wieder können die Nerven auch blank liegen, wenn alles nicht nach Plan läuft. Mal passiere es auch, dass die Ernte doppelt so schnell eingeholt werden muss wie gewohnt und auch Einbußen müsse man manchmal in Kauf nehmen.

Peter Joppa (l., Duisburg-Kontor), Weinprinzessin Katharina Fladung und Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link haben das Weinfest eröffnet. FOTO: Christoph Reichwein

Gelernt sein will auch, den besten Geschmack aus dem Wein zu holen: "Erst schwenkt man den Wein, dann riecht man daran", sagt Frank Achenbach. Danach wird getrunken - der volle Geschmack käme erst zum Vorschein, wenn der Wein den Gaumen runtergeflossen sei.

Doch was trinken die Duisburger am liebsten? "Es geht viel Burgunder weg, grau und weiß." Auch feinherber Scheurebe-Wein sei gefragt. "Viele jüngere Besucher sind nicht an den sauren Geschmack der trockenen Sorten gewöhnt. Oft wird es als 'cool' dargestellt, trockenen Wein zu mögen." Mancher Gast frage nach trockenen Weinen und sei überrascht, dass dieser so sauer schmecke. Das einzige, was zähle, sei der eigene Geschmack - ganz gleich, ob süß oder trocken.

Quelle: RP
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