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Duisburg
Reanimation: erfolgreiche Lebensrettung am Telefon

Duisburg. Die Disponenten in der Leitstelle der Feuerwehr Duisburg erreichen bis zu 2000 Anrufe täglich. Innerhalb einer 24-Stunden-Schicht ergeben sich aus diesen Anrufen bis zu 300 Einsätze für die Feuerwehr oder den Rettungsdienst. Hauptbrandmeister Frank Redmann wird ein Notruf vermutlich lebenslang in Erinnerung bleiben: Patrick Janz war am anderen Ende der Leitung und neben ihm lag seine Ehefrau, die weder reagierte, noch atmete.

Redmann war klar, dass der Ehemann eine Herzdruckmassage durchführen muss und gab ihm dazu telefonische Anweisungen. Immer wieder ermutigte er ihn und forderte ihn währenddessen auf, laut zu zählen: "21...22...23...". Dies gab Redman die Kontrolle, ob er schnell und oft genug Druck ausübte. Parallel alarmierte der Disponent per Mausklick einen Rettungswagen und ein Notarzteinsatzfahrzeug mit dem Hinweis "Telefonreanimation läuft". Nach wenigen Minuten erschien die "Vier" auf dem Display der Statusanzeige am Einsatzplatz. Das Zeichen dafür, dass die Rettungsfahrzeuge eingetroffen waren. Redmann hörte noch, wie seine Kollegen die Reanimation übernahmen, und legte dann auf. Anhand des Einsatzprotokolls konnte er sehen, dass die Ehefrau in eine Duisburger Herzklinik gefahren wurde.

Das Besondere bei diesem Einsatz war, dass ohne zeitliche Unterbrechung eine kontinuierliche Reanimation, sowohl vom Ehemann unter Anleitung per Telefon durch den Disponenten, als auch durch die Rettungskräfte vor Ort, durchgeführt wurde. Das hat dazu beigetragen, dass die Patientin mit einem Herzrhythmus dem Krankenhaus übergeben werden konnte und überlebte. Nach wenigen Wochen wurde sie in die Rehabilitation entlassen.

Familie Janz besuchte nun die Leitstelle der Feuerwehr an der Wintgensstraße, um sich persönlich zu bedanken. "Als ich die Ehefrau mit den beiden Kindern begrüßen durfte, war das ein sehr emotionaler Moment für alle Beteiligten. Sofort erinnerte ich mich an die Telefonreanimation", so Frank Redmann. Ebenfalls anwesend war Feuerwehrdezernentin Daniela Lesmeister. Sie freute sich sehr, dass der Mitarbeiter durch sein umsichtiges und verantwortungsbewusstes Handeln eine erfolgreiche Reanimation einleiten konnte. Telefonreanimation ist ein Vorgang, der viele Male im Jahr stattfindet. Ein solches Telefonat bedeutet für alle Beteiligten, den Disponenten und den Ersthelfer vor Ort, eine enorme psychische Situation. Parallel zum Telefonat des Disponenten initiiert dieser im Hintergrund alle notwendigen Alarmierungs- und Informationsprozesse, um dem Patienten so rasch und unterbrechungsfrei helfen zu können. Auf diese Weise werden aktiv Menschenleben gerettet.

Alle Disponenten der Leitstelle der Feuerwehr Duisburg sind speziell ausgebildet und verfügen nicht nur über die Kenntnisse im Umgang mit der Leitstellentechnik, sondern sind als geprüfte Rettungsassistenten auch medizinisch auf sehr hohem Niveau. Jährlich werden rund 75.000 Einsätze im Rettungsdienst durch die Mitarbeiter der Feuerwehr Duisburg, unterstützt durch Hilfsorganisationen und Notärzte, abgewickelt.

Quelle: RP
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