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Duisburg
Renaissancemusik nach Ruhrort gebracht

Duisburg. Die fünf Jahre junge Konzertreihe "Maxi-Musik" in der Ruhrorter Kirche St. Maximilian (die RP berichtete) wächst, blüht und gedeiht. Jetzt gab es als weiteren Glanzpunkt das Konzert "Melodia suavissima - Musik aus Italien um 1400". Von Ingo Hoddick

Im Mittelpunkt stand der Komponist Johannes Ciconia, gestorben 1412 in Venedig oder im nahen Padua, die Schlüsselgestalt jener Zeit, die mit einem Bein noch im Mittelalter stand und in deren Musik nach Art der Renaissance allmählich der Text und somit der Mensch wichtiger wurde. Ciconia wirkte als erster bedeutender Komponist von nördlich der Alpen - geboren wurde er in Lüttich (Liège) im heutigen Belgien - in Italien. Das Ruhrorter Programm stellte Ciconia in den Kontext der großen italienischen Komponisten des Trecento: Francesco Landini (gestorben 1397), der fruchtbarste Komponist und vor Ciconia die unbestrittene Leitfigur der Epoche, Jacopo da Bologna (gestorben um 1385-90) und Gherardello da Firenze (gestorben 1362/63), dessen scharf konturierte, gewissermaßen eckige Klänge die Architektur der Zeit lebendig werden lassen.

Viele dieser Werke gehörten zu der damals beliebten Gattung der "Caccia", das ist ein Jagdstück, in dem es um die Jagd nach Wild beziehungsweise nach geliebten Menschen geht, und in dem sich auch die beiden Oberstimmen "jagen" und erst am Ende einholen. Ciconia war der erste Komponist, der sich Texte selbst schrieb und sich darin sogar selbst erwähnte, zum Beispiel in der - hier instrumental ausgeführten - Staatsmotette "O Padua, sidus praeclarum".

Hier traten zwei Ensembles gemeinsam auf: "Aeolos" mit Regina Hänßler (Schalmei, Pommer und Blockflöte), Ingo Voelkner (Schalmei und Blockflöte) und Jens Bauer (Zugtrompete und Blockflöte) wurde im Jahr 2000 in Leipzig gegründet, "Lauda Novella" mit Ute Goedecke (Gesang, Blockflöte, Harfe und Schalmei1 und Per Mattson (Mittelalterliche Fiedel) 1991 in Schweden. Die lauten Bläserklänge der damals so genannten "Alta capella" für festliche Anlässe wirkten hier etwas weniger konturiert als die "süßesten Melodien" der Konzertüberschrift mit den stillen Klängen der "Bassa capella", "für die Anlässe mit Wein, Käse und Kerzenschein" (Jens Bauer). - Großer Beifall

Quelle: RP
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