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Duisburg
Rettungsdienst soll gekürzt werden

Duisburg: Rettungsdienst soll gekürzt werden
FOTO: Blazy, Achim (abz)
Duisburg. Vor einigen Jahren wurde in Duisburg ein Fachärzteteam etabliert, das Schwerstkranke beim Transport von Krankenhaus zu Krankenhaus begleitet. Dieser Dienst wird zum 1. April eingestellt. Von Peter Klucken

Dr. Frank Marx, einst in Duisburg ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes, hatte vor einigen Jahren ein Team von Fachärzten gegründet, deren Hauptaufgabe darin besteht, schwerstkranke Patienten beim Transport von einem Krankenhaus zu einem anderen zu betreuen. In diesen Tagen bekamen diese sieben "Ärzte vom Einsatzdienst" die Kündigung von der städtischen Feuerwehr, also der Stadt. Die Mitteilung an die betroffenen Ärzte ist knapp: "Die Stadt Duisburg wird mit Wirkung vom 1.4. 2016 den ,AVE Dienst' einstellen. Aus diesem Grunde kündige ich den Honorarvertrag zum 31. März im Rahmen der im § 8 Ihres Vertrages festgelegten Frist von 4 Wochen zum Quartalsende." Michael Groenke ist einer der sieben Ärzte, die jetzt ihre Kündigung bekamen. Unabhängig davon, dass er mit dieser Kündigung eine wichtige Quelle für seinen Lebensunterhalt verliert, kritisiert der Anästhesist diese von der Stadt verfügte Kürzung im Rettungsdienstwesen.

Der AVE-Dienst sei eine wichtige Serviceleistung im städtischen Gesundheitswesen. Er und seine Kollegen, Notfallmediziner und Anästhesisten, seien bislang im Einsatz gewesen, wenn ein schwer kranker Patient von einem Krankenhaus in ein anderes transportiert werden musste und dies nicht ohne fachärztliche Begleitung geschehen soll. Ein Standardfall sei, dass beispielsweise ein Patient während seines Krankenhausaufenthaltes zusätzlich einen Herzinfarkt bekommt und in ein Krankenhaus mit der entsprechenden Abteilung gefahren werden muss. Das AVE-Team sei häufig dabei gewesen, wenn Patienten, die auf Beatmungsgeräte angewiesen sind, verlegt werden mussten; zum Beispiel in eine Spezialklinik in Schmallenberg (Sauerland). Auf diese Weise müssten keine Krankenhausärzte die stundenlange Krankenfahrt begleiten. Außerdem hätten, so Groenke, die AVE-Ärzte gelegentlich die Notfallärzte bei kritischen Einsätzen unterstützt oder seien ins Polizeipräsidium gefahren, um bei Festnahmen ärztliche Maßnahmen "auf dem kurzen Dienstweg" zu leisten. Groenke sieht in der Einstellung des AVE Dienstes eine deutliche Verschlechterung des Duisburger Gesundheitswesens. Größere Spareffekte für die Stadt Duisburg habe seines Erachtens die Einstellung des Dienstes auch nicht, da die Kosten von den Krankenkassen übernommen würden und die Stadt schlimmstenfalls in Vorleistung gehen müsse. Dr. Daniela Lesmeister, als Rechtsdezernentin für die Feuerwehr und für die Kündigungen zuständig, verteidigt das Ende des AVE Dienstes. Nach ihren Erkenntnissen seien die "Sekundärtransporte", die von den AVE-Ärzten begleitet werden, "zu 90 Prozent nicht zeitkritisch". Deshalb solle nun in einem im April anlaufenden Pilotprojekt untersucht werden, ob auch ohne AVE Dienst eine zufriedenstellende Gesundheitsversorgung in Duisburg gewährleistet werden kann.

Quelle: RP
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