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Duisburg
Rheinorange wird noch glühender

Duisburg: Rheinorange wird noch glühender
FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Die an der Mündung der Ruhr in den Rhein gelegene Großskulptur ist zurzeit eingerüstet und bekommt einen neuen Anstrich mit 700 Litern Farbe in reinem Orange. Von Peter Klucken

Der Begriff "Landmarke" war vor 24 Jahren noch ein Novum. Im Rückblick kann man nur den Mut der damaligen Duisburger Wirtschaftsjunioren und des damaligen Direktors des Lehmbruck-Museums, Christoph Brockhaus, bewundern, die sich dafür stark machten, dass der schon damals renommierte Kölner Künstler Lutz Fritsch die Riesenskulptur Rheinorange an der Mündung der Ruhr in den Rhein zu errichten ließ.

Die 25 Meter hohe, sieben Meter breite und nur einen Meter tiefe Stahlskulptur in der Signalfarbe Orange (DIN-Bezeichnung: RAL 2004) gilt als Pionierleistung mit durchaus kunsthistorischer Dimension. Rheinorange ist vermutlich das erste Werk, das man in neuerem Sinn als Landmarke bezeichnen kann. Längst ist die Skulptur ein Merkmal der Duisburger Stadtsilhouette geworden.

Vor der eingerüsteten Skulptur (von links): Lutz Frisch, Ulrich F. Kleier, Henning Grzesiek, Söke Dinkla und Frank Rieger. FOTO: Andreas Probst

Am 26. September 1992 wurde Rheinorange aufgestellt. Ulrich F. Kleiner, jetzt Ehrenpräsident der Niederrheinischen IHK, der damals Vorstandssprecher der Wirtschaftsjunioren war, erinnerte sich gestern noch lebhaft an die Fast-Panne. Als die 83 Tonnen schwere Stahlskulptur mit Hilfe eines Riesenkrans in den 400-Tonnen Betonsockel gesetzt werden sollte, passte sie nicht in die 76 Ankerschrauben. Der Schreck war riesengroß, doch löste er sich schnell, als die Skulptur gedreht wurde und dann exakt Bohrungen und Ankerschrauben aufeinanderstießen.

Rheinorange ist in die Jahre gekommen. Eine Restaurierung war notwendig. Seit einigen Tagen ist die Skulptur komplett eingerüstet, die Oberfläche wurde vollständig abgeschliffen, bevor eine Grundierung aufgetragen wurde. Nun folgt der letzte Akt: Schätzungsweise 700 Liter Farbe in reinem Orange werden in diesen Tagen aufgetragen, so dass Rheinorange wieder wie bei der Eröffnung weithin in der das Licht bündelnden Signalfarbe sichtbar wird. Vermutlich kann das Gerüst in der kommenden Woche abgebaut werden.

Wie schon die Wirtschaftsjunioren vor 24 Jahren hat auch die nachfolgende Generation die "Patenschaft" für Rheinorange übernommen. Die vergleichsweise kleine Organisation hat insgesamt 30 Unternehmen gewinnen können, sich an der etwa 50.000 Euro teuren Restaurierung zu beteiligen, wobei durch zahlreiche Sachspenden und Dienstleistungen aus den Reihen von IHK-Unternehmen der Preis gedrückt wurde. Mit besonders hohen Spenden ermöglichen die Volksbank-Rhein-Ruhr-Stiftung und die Hülskens Unternehmensgruppe (je 10.000 Euro) sowie die Duisburger Hafen AG, die Sparkasse Duisburg und die Duisburger Wirtschaftsjunioren selber (je 5000 Euro) eine zügige Restaurierung. Die für den Neuanstrich benötigte Farbe im Wert von fast 5000 Euro wird vom weltweit führenden Additiv-Hersteller BYK-Chemie, einem Unternehmen der Altana-Gruppe mit Sitz in Wesel, gestellt.

Lutz Fritsch, der zum Ortstermin gekommen war, zeigte sich begeistert davon, dass sowohl vor 24 Jahren als auch jetzt Rheinorange als eine, wie er sagte, "Wir-Unternehmung" gefördert wird. Henning Grzesiek, Sprecher der heutigen Wirtschaftsjunioren, drückte es so aus: "Das Restaurierungsprojekt zeigt, dass Herausforderungen, die für einen allein zu groß sind, gemeinsam bewältigt werden können."

Rheinorange sei ein tolles Beispiel für Zusammenarbeit und lokale Verantwortung der Wirtschaft. Lutz Fritsch erzählte gestern, wie er einst in der Bezirksvertretung seine Rheinorange-Pläne vorgestellt habe. Zunächst sei der Funke einfach nicht auf die Zuhörer übergesprungen. Dann jedoch habe ein gelernter Stahlarbeiter gesagt, dass diese Skulptur wie eine "riesige glühende Stahlbramme" wirke. Dieses Bild habe alle Teilnehmer der Sitzung spontan überzeugt.

Demnächst wird Rheinorange noch glühender: Im Zuge des Ausbaus des sogenannten Ruhrtalradweges wird die Skulptur nachts angestrahlt. Die Leuchtstrahler illuminieren die beiden großen Flächen der Stahlbramme, was, wie Lutz Fritsch sagte, einen herrlichen Effekt habe, wenn man sich der Skulptur entweder per Schiff auf dem Rhein oder zu Fuß oder mit dem Fahrrad nähert.

Quelle: RP
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