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Porträt Black Gang
"Richtig Bock, auf der Bühne zu stehen"

Porträt Black Gang: "Richtig Bock, auf der Bühne zu stehen"
Die beiden von der Black Gang möchten bald von ihrer Musik leben können. FOTO: black gang
Duisburg. Drei gebürtige Duisburger Hip-Hop Musiker greifen in einer harten Branche nach den Sternen. Ihr Traum ist es, in Berlin Fuß zu fassen und mit ihrer Musik Erfolg zu haben. Von Jan Luhrenberg

Deutscher Hip-Hop mal anders - das dachten sich auch drei junge Duisburger, die hinter der Musikgemeinschaft BLACK Gang stehen. Jimi Oduntan (21) ist die Stimme der Truppe. Der gebürtige Nigerianer, der im Alter von drei Jahren aus seiner Heimatstadt Lagos ins Ruhrgebiet kam, rappt unter dem Künstlernamen JTKa. Auch der Produzent der Gruppe hat einen Migrationshintergrund. Killian Lamothe (22), der unter dem Pseudonym Ill Lamothe für die Beats und den Schnitt verantwortlich ist, ist Halb-Haitianer. Letzter im Bunde ist der Manager Béan Grabowski (21), der seinen Freunden nicht nach Berlin gefolgt ist und noch in Duisburg wohnt.

Die drei kennen sich schon seit Schulzeiten, sind allesamt in Rheinhausen geboren. Den Weg zur Musik fanden sie schnell. Jimi rappt, seitdem er acht Jahre alt ist. Früh war den Jungs klar, dass die Musik, die sie auf dem Schulhof oder zuhause rappen, qualitativ hochwertig ist. Im Alter von knapp 18 Jahren begannen die Duisburger, ihr Hobby professionell aufzuziehen. Das bevorstehende Abitur im Hinterkopf, versuchten die Musiker ihren eigenen Stil zu kreieren. Das Ergebnis kann sich hören lassen: In ihrer eigenen Art des deutschen Hip-Hops finden sich Elemente von Jazz, Blues und Elektro. "Atmosphärische Musik, teilweise etwas düster, dafür aber immer tiefsinnig" - mit diesen Worten beschreiben die Musiker ihre Arbeiten selbst. So werden in den Texten zu Songs wie Flugmodus oder Paradox Themen behandelt, die alltagsnah sind. Es wird vor der Gefahr gewarnt, dass sich Jugendliche mit zu großem Medienkonsum von der Gesellschaft abkapseln oder dass die heutige Generation ziellos agiert. "Jimi schreibt hochwertige Texte, die immer eine Botschaft vermitteln", sagt Grabowski. Es gehe der Band darum, keinen stumpfen Hip-Hop mit vielen Beleidigungen zu machen. Dass das Trio noch am Anfang seines Schaffens steht, wird nicht nur durch das junge Alter der Männer deutlich. Sie sind teilweise noch mitten in ihren Ausbildungsjahren: Manager Béan studiert im dritten Semester Wirtschaft. Jimi ist ebenfalls Student, er geht mit seinem Studium des Mode- und Designmanagements in Berlin einer zweiten Passion nach. Der ebenfalls in der Hauptstadt wohnende Produzent Kilian hat eine Ausbildung zum Mediengestalter Ton und Schnitt fertig absolviert.

Die eingeschlagenen Wege zeigen, wie gut sich die drei jungen Musiker ergänzen. Durch die vielfältigen Ausbildungen sind sie in der Lage, mehr als nur Musik zu machen. Béan Grabowski: "In Zukunft wollen wir auch Klamotten produzieren, die weiter als das stumme Merchandising gehen." Ziel sei es, eine echte Marke zu schaffen. Die Musik dient den drei Duisburgern auch als starke Verbindung zwischen ihnen und ihren Freunden, die auch Teil der Plattform BLACK Gang sind. "Wir wollen mit BLACK Gang Freunde und Bekannte langfristig groß rausbringen, indem wir ein Label gründen", erklärt Béan Grabowski, "denn auch in ihnen steckt eine Menge Potential."

Auf das schon Erreichte blicken die drei Musiker stolz zurück. Mittlerweile sind vier Videos auf YouTube erschienen, die öffentlich zugänglich sind. Eine erste EP mit dem Titel Flugmodus, die insgesamt fünf Tracks umfasst, ist ebenfalls veröffentlicht. Höhepunkt der bisherigen Musikerkarriere war aber ein ganz anderes: "Wir wurden schon beim Musiksender Joiz gespielt und hatten dort sogar einen Live-Auftritt", so Grabowski voller Stolz. Weitere Live-Performances sollen so schnell wie möglich folgen, dann aber vermutlich vorerst nur im Raum Berlin. "Wir haben richtig Bock auf der Bühne zu stehen und hoffentlich können wir bald von unserem Hobby Musik leben", sagt der Manager der Gruppe.

Die Songs sind demnächst bei ITunes, Apple Music und anderen großen Plattformen zu haben. Bis dahin sind sie über Youtube oder SoundCloud verfügbar. Weitere Infos und Kontakt unter dem gleichnamigen Facebook-Auftritt.

Quelle: RP
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