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Duisburg
Ruhig schlafen entlang der RRX-Trasse

Duisburg: Ruhig schlafen entlang der RRX-Trasse
Von Angermund in Richtung Rahm (am Horizont) führen heute vier Gleise. Für den geplanten RRX müssen zwei zusätzliche verlegt werden, und zwar (auf dem Foto) links neben die vorhandenen. Im Gegenzug soll es eine Lärmschutzwand geben. FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Die Deutsche Bahn informierte gestern Abend erstmals öffentlich über die Planungen für die neue RRX-Trasse im Duisburger Süden. Von Hildegard Chudobba

Die vielleicht gute Nachricht: Vor 2025 wird an der Bahntrasse zwischen Duisburg und Düsseldorf für den RRX nicht gebaut. Aber vielleicht ist das ja auch für Anlieger der Strecke eine schlechte Botschaft. Denn glaubt man den Bahnvertretern, dann geht mit dem Neubauvorhaben auch eine Menge positive Veränderungen einher.

Gestern Abend stellt die Bahn Details der Planungen für den RRX erstmals in Duisburg öffentlich vor und hatte dazu ins Berufskolleg in Huckingen eingeladen. Der neue Rhein-Ruhr-Express wird künftig Verbindungen zwischen Dortmund und Köln im Viertelstunden-Takt garantieren.

Dazu müssen entlang der heutigen Trasse in einigen Abschnitten neue Gleise verlegt werden, auch in Duisburg, und zwar zwischen der Düsseldorfer Stadtgrenze und dem Bahnhof Großenbaum. Von dort bis zur Stadtgrenze Mülheim wird die vorhandene Infrastruktur genutzt mit dem Nachteil, dass dort vermutlich keine zusätzlichen Schallschutzmaßnahmen erforderlich werden.

Hinter dem Großenbaumer Bahnhof (im Vordergrund) können weitgehend die vorhandenen Schienenstränge für den RRX genutzt werden. FOTO: Christoph Reichwein (crei)

Ganz anders ist das im Duisburger Süden. Der Rahmer S-Bahnhof wird quasi neu und behindertengerecht gebaut. Ein Aufzug zu den Gleisen, eine Fußgängerrampe in Richtung Alt-Rahm und eine neue nach Rahm-West mit deutlich weniger Neigung als die vorhandene stehen im Plan und dazu eine Lärmschutzwand, die es heute nicht gibt. Deren Höhe steht noch nicht fest, denkbar sind drei oder auch bis zu sechs Metern, abhängig davon, was die Lärmberechnungen ergeben. Weil die Trasse zwischen Rahm und Großenbaum breiter wird, wird es die heutige Beckerfelder Straße künftig nicht mehr geben. Die neue wird deutlicher näher an den Betrieben von Frigoscandia und Knaub vorbeiführen sowie an den Wohnhäusern an der Biegung zur Kaffeehött.

Dort wie auch an anderen Stellen im Stadtgebiet wird die Bahn vorhandene Brückenbauwerke ersetzen oder verbreitern müssen - und zwar bei laufendem Betrieb. Michael Kolle, Projektleiter, stellte gestern Abend das Projekt auf Duisburger Gebiet anhand zahlreicher Schaubilder und Grafiken vor.

Er ist davon überzeugt, dass "diejenigen, die entlang der Trasse wohnen und heute bei offenem Fenster schlafen, das auch künftig tun können", obwohl mit dem RRX deutlich mehr Züge fahren werden. Denn neben Lärmschutzwänden soll auch das regelmäßige Schleifen der Schienen für mehr Ruhe entlang der Trasse sorgen.

Fahren wird der neue Express bereits ab 2018, dann allerdings nicht in der endgültigen Taktung, weil die nötigen Gleise noch fehlen. Bevor diese verlegt werden können, müssen noch viele Vorarbeiten seitens der Bahn erledigt werden.

Zunächst müssen noch Schall- und Erschütterungsgutachten erstellt werden. Es folgen dann Bürgersprechstunden, Dialogveranstaltungen und Beratungen der direkten Anwohner.

Nach Abstimmungsgesprächen mit der Stadt Duisburg werden dann die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren erstellt und beim Eisenbahnbundesamt eingereicht. Es folgen im Zuge des Anhörungsverfahrens durch die Bezirksregierung Düsseldorf die Offenlegung der Pläne, Erörterungstermine und am Ende der Planfeststellungsbeschluss.

Das dauert, wie gesagt mindestens bis 2025.

(Ein Bericht über die Infoveranstaltung am Abend erfolgt in unserer morgigen Ausgabe.)

Quelle: RP
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