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Duisburg
Ruhr-Krimi will "den Anfängen wehren"

Duisburg. Der Duisburger Kriminalbeamte Jörg Ziemer (alias "Georg von Andechs") las in der Mayerschen. Von Ingo Hoddick

"Georg von Andechs" ist das literarische Pseudonym des Duisburger Kriminalbeamten Jörg Ziemer. Denn der 57-jährige tut nicht nur seit langem Dienst in seiner Heimatstadt, inzwischen ist er auch unter die Krimiautoren gegangen. Jetzt gab er in der Mayerschen Buchhandlung die Premierenlesung seines zweiten Ruhr-Krimis.

"Mitten im Revier" verbindet Duisburger Lokalkolorit, brutale Morde, die Sportwettenmafia, frustrierte Polizisten und den unaufhaltsamen Aufstieg einer rechtspopulistischen Partei zu einem spannenden Geflecht. Seine beruflichen Erfahrungen übertreibt Ziemer hier zur Kenntlichkeit. Seinen Figuren legt er immer wieder deutliche Seitenhiebe in den Mund. So lässt er einen Polizisten, der einen Burn-out hatte, sagen: "Wir täuschen eine Kriminalitätsbekämpfung nur noch vor, damit das viel gerühmte ,subjektive Sicherheitsgefühl' in der Bevölkerung ja nicht gefährdet wird, verpulvern unsere Leute beim ,Blitzmarathon', um bei den Verkehrssündern abzukassieren, oder bekämpfen nur noch Straftaten, die gerade politisch opportun sind, wie Einbruchdiebstähle oder politischen Extremismus."

Ziemer malt drastisch aus, wie die zunehmende Ausländerkriminalität, gegen welche die Polizei seiner Meinung nach machtlos gehalten wird, Wasser auf die Mühlen des Rechtspopulismus ist. Er begeht aber selbst nicht den Fehler einiger seiner Kollegen, mit der neuen und erfolgreichen Partei zu sympathisieren - die zeigt er in der Nähe des organisierten Verbrechens. Der Autor will "den Anfängen wehren" und warnt: "Irgendwann platzt der Kessel."

Die Besucher seiner Premierenlesung in der Mayerschen Buchhandlung hat Jörg Ziemer/ Georg Andechs jedenfalls restlos überzeugt.

Georg von Andechs: Mitten im Revier. Ruhrkrimi. 272 Seiten, 11.90 Euro. Erschienen im Verlag emons.

Quelle: RP
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