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Duisburger Akzente
Ruhrort als bewährter Ankerplatz

Ein Wal liegt in Duisburg am Rhein
Ein Wal liegt in Duisburg am Rhein FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. "Mehr als zufrieden" sind Kulturdezernent Thomas Krützberg und Festival-Chef Frank Jebavy mit den Duisburger Akzenten, die am Sonntag zu Ende gingen. Die Pottwal-Attrappe war DIE Überraschungsaktion. Von Peter Klucken

Montag zogen Kulturdezernent Thomas Krützberg und Festival-Chef Frank Jebavy die Bilanz der am Sonntag beendeten 37. Duisburger Akzente. "Wir sind zwar jetzt alle erschöpft, aber mehr als zufrieden", sagte Krützberg und Jebavy bestätigte das. Das Thema "Nah und fern. 300 Jahre Duisburger Hafen" habe genügend Offenheit besessen und das Publikum auch emotional berührt, sagte Jebavy. Mit 18.500 verkauften Karten habe man die Publikumsbilanz des Vorjahres übertreffen können.

Wobei die Überraschungsaktion mit der Pottwal-Attrappe in der Zahlen-Bilanz nicht mitgezählt wurde. Nach vorsichtigen Schätzungen seien nicht weniger als 50.000 Besucher an den beiden Wochenendtagen zur Mühlenweide gekommen, um die täuschend echt aussehende, 18 Meter lange Wal-Skulptur zu besichtigen und die Performance der als Wissenschaftler verkleideten Künstler zu erleben.

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Überhaupt habe sich Ruhrort wieder mal als Ankerplatz der Akzente bewährt. Der Beiname "Kreativquartier", der 2010 anlässlich der Kulturhauptstadt-Akzente optimistisch verabreicht worden sei, habe heute Substanz. Das Festivalzentrum, das in einer ehemaligen Hafenkneipe eingerichtet wurde, deren Räume heute von der Ruhrorter Christengemeinde genutzt werden, habe sich bewährt. Viele Vorstellungen seien ausverkauft gewesen, angefangen von der ersten mit Rufus Beck und Tom Liwa. Die "Herr-Paul"-Inszenierung im Lokal Harmonie habe, so Jebavy, die Ruhrorter stark berührt. Regisseur Olaf Reifegerste hatte die Handlung des Stücks von Tankred Dorst in den Hafenstadtteil verlegt.

Großes Lob zollte der Kulturdezernent dem Theatertreffen. Zwar sei der Etat nicht so groß, als dass man wie in früheren Jahren viele große Produktionen von renommierten Bühnen im großen Saal habe zeigen können, aber die kleineren Produktionen hätten allesamt viel Qualität gehabt. Die Ausstellungen, die kostenlos besichtigt werden konnten, hätten viele Menschen angezogen. Insbesondere gelte dies für die Hamburger Lichtkünstlerin Sigrid Sandmann, die das Tausendfensterhaus mit Aussagen und Wortfetzen bestrahlte, die sie in Ruhrort gehört hatte. Sigrid Sandmann sei gleich zweimal aus Hamburg angereist, weil sie sich so sehr über die positiven Reaktionen auf ihre Kunstaktion gefreut habe. Sie erwäge sogar, so Jebavy, in Ruhrort eine Zweitwohnung zu mieten. Auch die Literaturveranstaltungen der Zentralbibliothek wurden, bis auf eine Lesung, gut bis sehr gut besucht. Publikumsmagneten waren Alex Capus und Christian Brückner, begleitet von Sohn Kai.

Die Akzente 2017 werden voraussichtlich am 11. März beginnen. Das Thema steht noch nicht fest, doch denkt Kulturdezernent Krützberg über ein Motto nach, das an die Heimat-Akzente 2015 und die Hafenakzente in diesem Jahr anknüpft. Wie immer das Motto auch formuliert werde, er wolle, so Krützberg, die Duisburger Kulturszene wieder ins Festival einbinden.

Quelle: RP
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