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Duisburg
Ruhrtriennale: Moschee und Manifeste

Duisburg. Gestern stellte Intendant Johan Simons seine zweite, diesjährige Spielzeit der Ruhrtriennale von 12. August bis zum 24. September vor. In Duisburg finden sechs der 32 Produktionen dieses "Festivals der Künste" statt. Von Ingo Hoddick

In unserer Stadt beginnt die Ruhrtriennale 2016 gleich am 12. August mit der Premiere der Uraufführung der Installation "Truck Tracks Ruhr #3, Album Duisburg" der Theatergruppe Rimini Protokoll. Treffpunkt ist am Lehmbruck-Museum. Im Zentrum dieses Projekts steht ein Lastwagen, der den Blick auf die Stadt verändert.

Dieser Lkw ist zu einem fahrbaren Zuschauerraum umgebaut und auf einer Seite mit einem riesigen Fenster ausgestattet. Er fährt mit 50 Zuschauern zu markanten, unbekannten, belebten und entlegenen Punkten der Stadt. Zu sieben Orten in Duisburg erarbeiten eingeladene Künstler sieben fünfminütige Kurzhörspiele.

Ab dem 13. August läuft in der monumentalen Kraftzentrale im Landschaftspark Nord auf großen Bildschirmen die neue Installation "Manifesto" von Julian Rosefeldt. Die australische Film-Ikone Cate Blanchett rezitiert in 13 verschiedenen Rollen verschiedene Manifeste über die Kunst (in englischer Sprache mit deutschen Übertiteln).

Am 14. August startet in der DITIB Merkez Moschee in Marxloh das interreligiöse Projekt "Urban Prayers Ruhr" von Björn Bicker und Malte Jelden in der Regie von Johan Simons, mit fünf Schauspielern und dem ChorWerk Ruhr, an sechs Orten von sechs Religionen im Ruhrgebiet.

Am 7. September ist in der Gießhalle im Landschaftspark die Premiere der Schauspiel-Uraufführung "Geld. Trilogie meiner Familie 2", die der Regisseur Luk Perceval mit dem Thalia-Theater erarbeitet, nach den Romanen "Nana", "Das Paradies der Damen" und "Das Geld" von Émile Zola. Es geht darin um die Sucht nach Geld und maximaler Gewinnsteigerung.

Die zweite Duisburger Schauspiel-Uraufführung, "MEDEA.MATRIX" von Susanne Kennedy (Regie) und Markus Selig (Raum) mit der bekannten Schauspielerin Birgit Minichmayr läuft dann in der Gebläsehalle im Landschaftspark ab dem 15. September. Es geht um die Figur der Medea, die sowohl Kindsmörderin als auch Schamanin ist, also um das archaische Prinzip der Mutter Natur, die nimmt, was sie selbst geschaffen hat.

Ein ganz besonderes Konzert kommt dann am 16. und 17. September in die Kraftzentrale. Aufgeführt wird "Répons" von Pierre Boulez. Dieses Kultwerk der experimentellen Musik ist nur sehr selten in einem Konzertsaal zu hören. Das liegt an der ungewöhnlichen Aufstellung im Raum: In der Mitte sitzt ein großes Instrumentalensemble auf einem Podium, umgeben vom Publikum. Drum herum befinden sich außerdem sechs Instrumentalsolisten und die Lautsprecher der Live-Elektronik. Das Ergebnis ist eine überwältigende "Raum-Musik", in der völlig neue Klangdimensionen und -farben entstehen und Klangwellen durch und über das Publikum kreisen. Unter der Leitung von Matthias Pintscher spielen das Ensemble InterContemporain und die Klangregisseure des Ircam das Werk jeweils zweimal nacheinander - in der Pause können die Zuschauer die Plätze wechseln, um "Répons" aus einer anderen Perspektive zu erleben.

Der Vorverkauf hat begonnen. Bis zum 15. Mai gibt es einen Frühbucherrabatt von 15 Prozent (außer für "Truck Tracks Ruhr" und "Manifesto"). Karten und weitere Infos gibt es im Internet unter www.ruhrtriennale.de.

Quelle: RP
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