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Duisburg
Rundgang im 50-Millionen-Euro-Bau

Duisburg: Rundgang im 50-Millionen-Euro-Bau
Hier wird demnächst operiert. Dabei sollen auch schonende OP-Möglichkeiten praktiziert werden. FOTO: christoph reichwein
Duisburg. Die neue Helios-Marienklinik in Hochfeld nahm mit einem Tag der offenen Tür ihren Betrieb auf. Die Frage, ob man mit der Gesundheit Geld verdienen darf, beantwortet Fresenius-Vorstand Stephan Sturm mit "Ja". Von Volker Poley

Das war am Samstagnachmittag schon ein mittleres Verkehrschaos in unmittelbarer Nähe der neuen Helios- Marien- Klinik in Hochfeld. Grund war der "Tag der offenen Kliniktür", an dem der Krankenhaus-Neubau an der Grunewaldstraße von den Bürgern besichtigt werden konnte. Tags zuvor gab es die offizielle Eröffnung, an der NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens, Duisburgs OB Sören Link, der Vorstandsvorsitzende des Fresenius-Konzerns Stephan Sturm - die Helios- Kliniken gehören zur Fresenius-Gruppe - und zahlreiche Vertreter aus Politik und Stadtgesellschaft teilnahmen.

Am Samstag standen die Türen des in zwei Jahren fertig gestellten und 50 Millionen Euro teuren Krankenhauskomplexes dann für die Öffentlichkeit weit offen. Und die Duisburger ließen sich nicht zweimal bitten. Der Besucherandrang war enorm. Dafür sorgte auch das bunte und attraktive Eröffnungsprogramm mit vielen Highlights. Im extra aufgestellten Festzelt war der Essener Kabarettist Dr. Ludger Stratmann - bekannt aus zahlreichen TV-Sendungen - mit seinem aktuellen Programm zu Gast. Klar, dass diese Gratis-Kabarett-Vorstellung für ein randvolles Zelt sorgte. Nach dem kabarettistischen Top-Event ging es dort musikalisch weiter. Dafür sorgte "Salto Chorale", der Kammerchor der Universität Duisburg-Essen, der mit einem bunten Medley bekannter Welthits die Zuhörer begeisterte.

Blick in den Flur (Erdgeschoss) des neuen Krankenhauskomplexes. FOTO: Christoph Reichwein

Um den Besuchern die Räumlichkeiten des neuen Krankenhauses auf dem Gelände des früheren Marien-Hospitals näher zu bringen, hatten sich die Veranstalter etwas Besonderes einfallen lassen. Ein gekennzeichneter Parcours sollte die Interessenten durch den Neubau führen. Durch die Verknüpfung mit einem Gewinnspiel wurde diese "Rallye" durch das Krankenhaus den Besuchern zusätzlich schmackhaft gemacht. Immerhin war ein Kurzwochenende mit Hotelaufenthalt an der Ostsee zu gewinnen. Dazu musste man sich den Besuch der einzelnen Stationen per Stempel bestätigen lassen und zusätzlich einige Quiz-Fragen richtig beantworten. Auf diese Weise lernten die Gäste die Notaufnahme, die Psychiatrische Ambulanz, die Dialyse-Station, den OP-Bereich, die Familien-Pflege und die Medizintechnik kennen. Vor Ort informierten Ärzte und Pflegepersonal jeweils über ihre Tätigkeit, dazu gab es Einblicke in die praktische Arbeit. So demonstrierte Oberarzt Herbert Plessow mittels Film-Einspielern die Arbeit mit Herz-Kathetern beim Setzen von Stents, Nabil Abdel-Jalil (Leiter der Chirurgie) zeigte anhand eines Modells die schonenden operativen Möglichkeiten bei einer Kniespiegelung, und Urologin Mira Mikaill informierte über die vielfältigen Anwendungen im Bereich der Endoskopie-Technik. Wichtige Tipps gab es von Pflegetrainerin Sandra Gutzeit, die zeigte, dass mit der richtigen Vorgehensweise und einfachen Hilfsmitteln die häusliche Pflege nicht immer automatisch mit körperlicher Schwerstarbeit verbunden sein muss.

Richtig viel zu tun hatte Werner Heinrich. Der Pflegeteam-Mitarbeiter war schließlich für die Teddybär- Klinik verantwortlich. Frank van Treel zeigte sich vom "Tag der offenen Tür" sehr angetan: "Das ist alles sehr interessant, es wird vieles erklärt, man kann selbst ausprobieren und die Ärzte und das Pflegepersonal sind sehr freundlich." Ehefrau Alexandra gefällt der Neubau sehr gut: "Klare Strukturen, helle harmonische Farben, das Haus macht einen sehr guten Eindruck."

Im Rahmen der offiziellen Eröffnung am Tag zuvor stellte der Fresenius-Vorstandsvorsitzende Stephan Sturm die provokante Frage, ob es ethisch vertretbar sei, "mit der Gesundheit Geld zu verdienen". Diese selbst gestellte Frage beantwortete Sturm mit einem klaren "Ja". Seine Begründung: "Gewinn ist etwas Gutes. Wir finanzieren daraus nicht hohe Dividenden-Zahlungen, sondern investieren ganz bewusst in eine bezahlbare Gesundheitsversorgung."

Quelle: RP
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