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Duisburg
Salvatorkirche wird 2018 saniert

Duisburg: Salvatorkirche wird 2018 saniert
Die Turmsanierung der Salvatorkirche wird zu großen Teilen aus Kirchensteuermitteln bezahlt. FOTO: reichwein
Duisburg. Drei Millionen Euro wird voraussichtlich die Turmsanierung kosten. Die Finanzierung ist mittlerweile so gut wie gesichert. Anfang des kommenden Jahres wird die Kirche komplett eingerüstet. Die Sanierung dauert etwa ein Jahr. Von Peter Klucken

Seit mehr als drei Jahren ist der Zugang zum Hauptportal der Salvatorkirche und mit ihm der gesamte Turmbereich gesperrt. Der Grund ist bekannt: Der Turm von Duisburgs Stadtkirche ist sanierungsbedürftig. Im Frühsommer 2014 fiel aus großer Höhe ein schätzungsweise zehn Kilogramm schweres Stück aus dem Mauerwerk zu Boden. Glücklicherweise war damals kein Mensch in der Nähe. Spätestens seit diesem Zeitpunkt ist klar, dass Handlungsbedarf besteht. Längst wären die unumgänglichen Arbeiten in Angriff genommen worden, wenn die Finanzierung hätte gesichert werden können.

Bei einem Pressegespräch im Mai 2015 wurden die Sanierungskosten auf 2,6 Millionen Euro geschätzt; eine Summe, die die evangelische Altstadt-Gemeinde mit ihren 9000 Gemeindegliedern natürlich nicht allein stemmen kann. Doch scheint die Finanzierung aktuell weitgehend gesichert zu sein, wie Pfarrer Martin Winterberg jetzt im Gespräch mit der RP versicherte. Dabei sind die Kostenschätzungen jetzt noch einmal nach oben korrigiert worden. Rund drei Millionen Euro wird die Turmsanierung nach der jüngsten Kalkulation kosten.

Der Eingangsbereich der Salvatorkirche ist seit geraumer Zeit gesperrt. Es besteht Gefahr durch abbrechende Fassadenteile. FOTO: Christoph Reichwein

Der ehemalige Duisburger Bundestagsabgeordnete Johannes Pflug, selber ein engagierter evangelischer Christ, versuchte damals seine Kontakte spielen zu lassen, um öffentliche Gelder für die Turmsanierung zu akquirieren. Bald darauf halfen auch aktive Duisburger Bundestagsabgeordnete mit, öffentliche Fördertöpfe zu öffnen. Beim Land wiegelte man alle Gesuche bislang ab. Erfolg hatte man schließlich beim Staatsministerium für Kultur und Medien. Von dort bekam die Gemeinde die Zusicherung, dass der Bund die Hälfte der Sanierungskosten, gedeckelt allerdings auf maximal 1,5 Millionen Euro, übernimmt. In der Zwischenzeit wurden auch Spenden gesammelt. Viele Gemeindemitglieder gaben für die bevorstehende Kirchensanierung Geld; die meisten spendeten im überschaubaren Rahmen, was in der Summe Em ende aber auch beträchtlich war. Pfarrer Winterberg berichtet aber auch über eine große Einzelspende über 150.000 Euro, die anonym bleibt. Auch einige Banken (Volksbank, Sparkasse und KD-Bank) gaben Geld. Auch gab es Unterstützung von der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland. Namentliche Nennungen finden sich auf dem Spendenturm im Innenraum der Salvatorkirche. Insgesamt seien, so Winterberg, auf diese Weise 280.000 Euro eingenommen worden.

Weitere 800.000 Euro wurden aus Kirchensteuermitteln bereit gestellt, wobei Winterberg die Solidarität der anderen Duisburger evangelischen Gemeinden betont: Seit 2015 stellt der Kirchenkreis Duisburg jährlich 115.000 Euro für die Sanierung der Salvatorkirche bereit. Gerechtfertigt wird diese Unterstützung mit der herausgehobenen Stellung der Salvatorkirche als Duisburger Stadtkirche, in der nicht nur die Altstadt-Gemeinde Gottesdienste feiert, sondern in der auch viele andere repräsentative Ereignisse und Veranstaltungen einen Rahmen finden. Auch die Konzerte in der Salvatorkirche, in der mit Marcus Strümpe ein renommierter A-Kirchenmusiker arbeitet, gehen über den gemeindlichen Rahmen hinaus. Übrigens wurden auch in katholischen Duisburger Gemeinden Spenden für die Salvatorkirche gesammelt.

Die Marienkirche wird von der gemeinde Alt-Duisburg in ein Gemeindezentrum umgewandelt. FOTO: Ev. Kirche

Bei der noch bestehenden Finanzierungslücke von derzeit 400.000 Euro hofft Pfarrer Winterberg auf weitere Spenden von Privatleuten, Firmen und anderen Einrichtungen sowie auf frischen Wind beim Denkmalschutz unter der neuen Landesregierung. Vielleicht beteiligt sich jetzt auch das Land Nordrhein-Westfalen an der notwendigen Sanierung der denkmalgeschützten Kirche, die ein Wahrzeichen der Stadt ist.

Der Zeitplan für die Kirchensanierung steht ungeachtet der noch nicht fixierten 400.000 Euro fest, wie Winterberg versichert. Zwar würden alle Duisburger Beteiligten am liebsten sofort mit den Arbeiten beginnen, doch müssten verschiedene Auflagen berücksichtigt werden, da schließlich Gelder der öffentlichen Hand verwendet würden. Im Februar oder März 2018, so die aktuelle Planung, wird der Turm der Salvatorkirche eingerüstet. Allein diese Arbeiten werden vier bis fünf Wochen dauern. Dann beginnen die schwierigen Sanierungsarbeiten am Turm, bei der mit Nichtvorhersehbarem gerechnet werden muss. Das Architekturbüro Ubbenhorst aus Münster, das auf die Sanierung von Kirchen spezialisiert ist, begleitet die Arbeiten. Dabei muss man davon ausgehen, dass auf lange Sicht auch noch in anderen Bereichen der Kirche Sanierungen anstehen. "Die Dringlichkeit ist hier noch nicht ganz so hoch, allerdings absehbarn", sagt dazu Pfarrer Winterberg.

Die Stadt Duisburg beteiligt sich zwar nicht an den Sanierungskosten, gibt aber beratende Unterstützung, ebenso die Duisburger Bürgerstiftung, so Pfarrer Winterberg.

Neben der Sanierung der Salvatorkirche nimmt die evangelische Gemeinde Alt-Duisburg auch noch die Umgestaltung der Marienkirche in ein Gemeindehaus in Angriff. Da sahen die ersten Pläne einen großen Wurf vor, bei dem die Kirche noch einen Anbau bekommen soll. Von diesen Plänen, bei denen mit Kosten von einer Millionen Euro kalkuliert wurde, habe sich die Gemeinde inzwischen jedoch verabschiedet. Nun werde eine einfache Lösung verfolgt, deren Kosten Pfarrer Winterberg auf 400.000 Euro schätzt.

Quelle: RP
 
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