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Duisburg
Sana-Betriebsrat bittet die Stadt um Unterstützung

Duisburg. Allein in den drei Seniorenheimen würden 96 Mitarbeiter entlassen, befürchten die Arbeitnehmervertreter.

Auf Hilfe vom Rat der Stadt baut der Betriebsrat der Wedauer Sana-Kliniken. Er hat ausgerechnet, dass fast 280 Mitarbeitern zum 30. Juni gekündigt werden soll. In einem Offenen Brief an die Ratsmitglieder hat die Arbeitnehmervertretung am Donnerstag beschlossen, die Politik einzubinden. Dem Betriebsrat wurde durch die Klinik-Geschäftsführung im Februar mitgeteilt, in welchen Bereichen des Klinikums Wedau, des Bertha-Krankenhauses in Rheinhausen und in den drei zum Sana-Klinikum gehörenden Seniorenheimen zum 30. Juni Abteilungen geschlossen werden sollen (wir berichteten). In dem Brief an die Politik ist nun dezidiert aufgeführt, welche Beschäftigten betroffen sein sollen.

In den drei Seniorenheimen werden laut der Ankündigung 96 Mitarbeiter aus den Bereichen Küche, Reinigung, Wäscherei, Pforte und Technik ihren Hut nehmen müssen. In den beiden Kliniken werden 38 Arbeitsplätze in der Küche abgebaut, 14 in der Cafeteria und elf im Bereich Patienten-Essenaufnahme. In der Bettenzentrale fallen 16 Arbeitsplätze weg, in der Wäscherei drei, im Lager, der Technik Transportanlage und in der OP-Reinigung zusammen weitere 20. Im Einkauf will die Klink-Geschäftsführung vier Stellen streichen, in der Medizintechnik weitere zwei. Von den Mitarbeitern im Einkauf, Archiv und Schreibdienst verlieren laut Planung 31 Beschäftigte ihre Stelle. Die übrigen wegfallenenden Stellen entfallen auf Info (11), EDV (5), Haustechnik (14), Finanzbuchhaltung (9), Fahrdienst und sonstige Bereiche (jeweils vier).

Unter denjenigen, denen die Kündigung ins Haus steht, sind nach Auskunft des Betriebsrates 55 schwerbehinderte Mitarbeiter, solche mit jahrzehntelanger Tätigkeit im Hause, überwiegend Frauen, darunter alleinerziehende Mütter, und Beschäftigte, die aufgrund ihrer Qualifikation auf dem Arbeitsmarkt geringe Chancen haben, eine neue Stelle zu finden. Die Betroffenen würden auch keine Möglichkeit bekommen, anderswo von Sana weiterbeschäftigt zu werden. Die Arbeitnehmervertretung hofft, dass die Stadt und die Ratspolitik gegen diese Planungen von Sana vorgeht. Das Unternehmen hält diese Maßnahmen für unumgänglich.

(hch)
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