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Duisburg
Sarah Chang beim Förderer-Jubiläum

Duisburg: Sarah Chang beim Förderer-Jubiläum
Die amerikanische Stargeigerin Sarah Chang zeigte sich musikalisch perfekt mit dem Orchester unter der Leitung von GMD Bellincampi verzahnt.
Duisburg. Seit 20 Jahren gibt es die "Gesellschaft der Freunde der Duisburger Philharmoniker". Die Festveranstaltung im Theater am Marientor (TaM) war zugleich die Generalprobe für das Gastspiel im Amsterdamer Concertgebouw. Von Ingo Hoddick

Am 4. Mai 1995 gründeten 25 Bürger unserer Stadt die "Gesellschaft der Freunde der Duisburger Philharmoniker" mit dem vorrangigen Ziel, dazu beizutragen, den Fortbestand des Orchesters und den Erhalt eines internationalen künstlerischen Niveaus zu sichern sowie bei der Verwirklichung künstlerischer Projekte zu helfen. In den zwei Jahrzehnten, die seitdem vergangen sind, stieg die Zahl der Mitglieder auf 970.

Jetzt gab es im gut gefüllten Theater am Marientor (TaM) eine Festveranstaltung zum 20-jährigen Bestehen des Fördervereins. Oberbürgermeister Sören Link bezeichnete den Verein in seiner kurzen Ansprache als "Bindeglied zwischen Orchester und Bevölkerung". Open-Air-Konzerte und Neujahrskonzerte werden veranstaltet, die Education-Abteilung "Klasse Klassik" wird unterstützt und natürlich wird immer für den Erhalt des Orchesters gekämpft.

Orchestervorstand Friedmann Dreßler kehrte den Spieß um und ließ das Orchester einmal für seinen Förderverein applaudieren. Denn die Festveranstaltung war zugleich ein Konzert, sozusagen ein nulltes Philharmonisches Konzert. Genau genommen war es die halb öffentliche Generalprobe für das Gastspiel der Duisburger Philharmoniker am nächsten Tag in dem wohl renommiertesten Konzertsaal der Welt, nämlich im Amsterdamer Concertgebouw, zum dritten Mal nach 2004 und 2007.

Duisburgs Generalmusikdirektor Giordano Bellincampi wählte hierfür zunächst zwei Höhepunkte aus den Philharmonischen Konzerten im April und im Januar. Der eine war die großartige Konzertouvertüre "Helios" op. 17 (1903) von dem vor 150 Jahren geborenen dänischen Meister Carl Nielsen, benannt nach dem altgriechischen Sonnengott, inspiriert vom Sonnenaufgang und -untergang über der Ägäis. Der andere war das beliebte Konzert für Violine und Orchester d-Moll op. 47 (1903/05) von dem gleichfalls vor 150 Jahren geborenen finnischen Meister Jean Sibelius. Den Solopart übernahm diesmal nicht der vor 50 Jahren in Duisburg geborene Weltgeiger Frank Peter Zimmermann, sondern die junge amerikanische Stargeigerin Sarah Chang. Sie ist vielleicht nicht ganz so mit diesem Werk verwurzelt wie Zimmermann, aber sie steigerte sich in eine ebenso liebevolle wie mitreißende Aufführung. Spätestens am ebenso kniffligen wie effektvollen Ende war die temperamentvolle Solistin perfekt mit dem Orchester verzahnt.

In der Pause gab es eine Runde Currywurst und "heimische Getränke", danach stilecht und diszipliniert die Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92 (1811/12) von Ludwig van Beethoven. Das wurde im Theater am Marientor besonders bejubelt, und das Ganze war wirklich reif für das Concertgebouw.

Quelle: RP
 
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