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Duisburg
Sarah Philipp packt beim Tagesgeschäft im Tierheim mit an

Duisburg. Spaziergänger mit Hunden gehen im Akkord durch das eiserne Tor, die nächsten warten schon auf ihre Runde draußen. Im Duisburger Tierheim ist viel los - übliches Tagesgeschäft, sagt Bärbel Graf-Thomassen, Leiterin des Tierheims. Ohne die ehrenamtliche Hilfe sei die ganze Arbeit mit den Tieren nicht zu bewältigen, sagt sie. Gestern packte auch ein Gast aus der Politik mit an: Landtagsabgeordnete Sarah Philipp (SPD) besuchte das Tierheim im Neuenkamp. Von Julia Zuew

Jackett und feines Schuhwerk tauschte die gebürtige Duisburgerin gegen ein kariertes Hemd und Gummistiefel. "Ich werfe gerne einen Blick hinter die Kulissen", sagt Philipp, und hilft deshalb mit beim Reinigen der Zwinger, beim Füttern und anderen alltäglichen Arbeiten im Tierheim. "Wenn ich nicht in Düsseldorf im Landtag bin, dann besuche ich gerne verschiedene Einrichtungen." Auch wenn sie vieles in der Stadt kenne, gebe es immer wieder in der Stadt Dinge neu zu entdecken.

"Das Tierheim ist in jeder Stadt selbstverständlich, jeder weiß, dass es eins gibt - aber wenige gehen regelmäßig hin", sagt die Politikerin. Auch sie selbst sei etliche Jahre nicht mehr da gewesen. Dabei sei es wichtig zu schauen, wie die Dinge laufen - stimmt alles, wo gibt es Bedarf nach Hilfe? Im Duisburger Heim laufe es rund, sagt die Politikerin. "Es herrscht kein Chaos, alles ist gut organisiert", sagt Philipp. "Vor allem dank der vielen ehrenamtlichen Helfer." Die Ehrenamtlichen hätten im Tierheim eine tragende Rolle, sagt Graf-Thomassen. Eine große Unterstützung für den guten Betrieb im Heim sind auch Sach- und Geldspenden, die zum Beispiel ermöglichen, kranke Tiere richtig zu versorgen.

Die ehrenamtlichen "Gassi-Geher" müssten allerdings bei ihren Spaziergängen mit den Tieren oft unangenehme Entdeckungen machen, sagt die Leiterin: "Die LKW-Fahrer stehen mit den Fahrzeugen vor der Tür, nehmen ihren Müll nicht mit und erledigen ihr Geschäft meist im Gebüsch." Das Ordnungsamt sei "froh, dass sie in den Randbezirken stehen und nicht in der Stadt". Jedoch bliebe es manchmal nicht nur bei dem Müll: "Meistens ist auch die Damenwelt nicht weit entfernt", sagt Graf-Thomassen und spielt auf die Schäferstündchen an, die manche Fahrer abhalten würden. Doch die abgelegene Lage des Tierheims im Gewerbegebiet habe auch Vorteile: Beschwerden über Hundegebell gebe es hier nicht.

Viele Tiere mit unterschiedlichen Geschichten und "Lebensläufen" finden ein Übergangszuhause in dem Heim im Gewerbegebiet. Die Räumlichkeiten des Heimes sind begrenzt und müssen auf den neusten Stand gebracht werden, "die Fläche (des Grundstücks) ist ausgereizt", berichtet Graf-Thomassen. Nun liege bereits der Stadt Duisburg ein Plan vor, wie der Platz mithilfe von Containern aufgestockt werden könnte, bis jedoch alle Entscheidungen getroffen und Genehmigungen erteilt werden, kann es dauern. Das Beste für die Tiere sei, wenn sie ein richtiges Zuhause finden, "für immer", sagt die Tierheimleiterin. Aber auch in dem Heim ermögliche das Team mit aller Kraft den Hunden, Katzen, Nagern und anderen Kleintieren ein artgerechtes Leben. "Viele Themen kann ich hier in der Praxis erleben", sagt Philipp, so auch das Problem um die ungehemmte Vermehrung von Katzen.

Im Gespräch mit den Mitarbeitern des Tierheims wird klar, wie groß das Ausmaß der Probleme wirklich ist. "Es sind nicht nur zu viele Katzen und die Krankheiten, die verbreitet werden - die Katzen auf den Straßen werden nicht versorgt und müssen alleine zurechtkommen", sagt Graf-Thomassen. "Wir sprechen da von Katzenelend, viele schaffen den Kampf nicht." Manche landen im Heim. Aber nicht nur Katzen, auch viele andere Fellnasen warten im Tierheim auf ein liebevolles Zuhause und sorgsame Besitzer.

Quelle: RP
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