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Duisburg
Schifffahrt und Bahn als Partner

Duisburg: Schifffahrt und Bahn als Partner
Schifferbörsenvorstand Frank Wittig (am Rednerpult) erinnerte an den Masterplan Binnenschifffahrt. FOTO: Ullrich Sorbe/IHK
Duisburg. Frank Wittig fordert beim Schiffermahl eine Stärkung der Wasserstraßen.

Anlässlich der Gründung der Schifferbörse vor 116 Jahren kamen Verlader und Schiffer zum alljährlichen Schiffermahl im Gemeindehaus Ruhrort zusammen. Wie in jedem Jahr stand die zukünftige Fahrtrichtung der Branche im Mittelpunkt des Abends. Vor 100 geladenen Gästen - darunter NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst und der stellvertretende niederländische Generalkonsul des Königreichs der Niederlande, Konsul Hans van den Heuvel - rief Schifferbörsenvorstand Frank Wittig in seiner Begrüßungsrede dazu auf, das System Wasserstraße mit gezielten Maßnahmen zu stärken: Schleusen und Brücken zu sanieren, Hafenerweiterungen zu ermöglichen sowie insbesondere die Verkehrsanbindung der Hafenareale im Blick zu behalten. "Wir hoffen sehr, dass ein von Schifferbörse und Branchenverbänden vorgeschlagener Masterplan für die Binnenschifffahrt Eingang in den Koalitionsvertrag der nächsten Bundesregierung findet", sagte Wittig. Eine Idee für den Masterplan könnte auch eine stärkere Bündelung von Kompetenzen für innovative Schiffstechnologien oder sogar ein Testfeld für autonom fahrende Schiffe in NRW sein.

Diese Idee fand beim Ehrengast Ronald Pofalla, Infrastrukturvorstand der Deutschen Bahn, einen direkten Anknüpfungspunkt: Um mehr Verkehre auf die Schiene zu verlagern, hatte der Bundestag am Ende der vergangenen Legislaturperiode einen Masterplan Schienengüterverkehr beschlossen. Mit ihm sollen die Trassenpreise für Schienentransporte ab 2018 sinken, was Transporte mit der Bahn günstiger macht - ein deutlicher Anreiz für Unternehmen.

Der regelmäßige Austausch mit Vertretern der Schiene hat bei der Schifferbörse Tradition. Schon die früheren Bahnvorstände Ludewig und Klein waren zu Gast der Schifferbörse. "Schifffahrt und Bahn sind zwar Konkurrenten, sie sind aber auch Partner, wenn es um die Verlagerung von Gütern weg von der Straße hin zu unseren beiden Verkehrsträgern geht", sagte Schifferbörsenvorstand Wittig. Das unterstrich auch Ehrengast Pofalla: "Ich bin davon überzeugt, dass von einer intelligenten Vernetzung von Wasser- und Schienenwegen beide Verkehrsträger profitieren können." Der Infrastrukturvorstandsvorsitzende ließ daher zu Beginn seiner Rede Sympathie für einen möglichen Masterplan Binnenschifffahrt erkennen.

Im Vorfeld des Schiffermahls fand die jährliche Börsenversammlung der Schifferbörse im Haus Rhein statt. Die Geschäftsführung der Börse ist bei der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer angesiedelt. Bei der Versammlung wurden Thomas Groß (Hülskens Transport GmbH & Co. KG) und Steffen Bauer (Imperial Shipping Holding GmbH) in den 13-köpfigen Börsenvorstand gewählt. Dr. Peter Langenbach und Thomas Küpper waren zuvor aus dem Vorstand ausgeschieden.

Quelle: RP
 
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