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Duisburg
Schiffsblicke im Schifffahrtsmuseum

Duisburg. Die Bilder von Alexander Calvelli bestechen durch ihre frappierende Detailgenauigkeit. Von Olaf Reifegerste

Seinem Ruf, bestbesuchtes Museum Duisburgs zu sein, machte das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt in Duisburg-Ruhrort jetzt bei der Eröffnung der Sonderausstellung "Schiffsblicke" alle Ehre. Rappelvoll mit Besuchern war die Galerie im Obergeschoss und ebenso bestückt zieren seitdem über 70 Bilder deren Wände.

"Sie machen ganz tolle Kunst! Herzlichen Dank dafür", gratulierte Thomas Krützberg, Kulturdezernent der Stadt Duisburg, dem Maler Alexander Calvelli in seinem Grußwort. Und dem Museum und seiner Crew, allen voran Museumsleiter Dr. Bernhard Weber und Kuratorin Dr. Cornelia Garwer-Schier, testierte er eine erneut kluge Ausstellungsentscheidung. "Machen Sie weiter so!" (Krützberg) Und in der Tat reiht sich die "Schiffsblicke"-Ausstellung als Teil einer Chronik über das Industriezeitalter ideal in die wohldurchdachte und zugleich publikumswirksame Gesamtkonzeption des Hauses ein. Das Museum einschließlich seines Gebäudes, so Dr. Garwer-Schier in ihrer Einführung, sei schließlich selbst Teil der Industriekultur. Zusammen mit diesem Begriff spreche man mit der jetzt gezeigten Ausstellung auch von Industriemalerei. Calvellis Industriegemälde seien entstanden im Stil des Fotorealismus'. "Seine Bilder sehen aus wie Fotografien", sagte die Kunsthistorikerin. Es seien Bilder, die im Stil extrem naturalistischer Malerei entstanden sind.

Calvelli wurde 1963 in Frankfurt am Main geboren und studierte in den 1980er Jahren Malerei an der Fachhochschule Köln. Es folgte ein DAAD-Stipendium mit mehrjährigen Aufenthalten in Italien (Florenz), Brasilien (Rio de Janeiro) und Argentinien (Córdoba). 1993 kehre er als Stadtmaler nach Leverkusen zurück. Heute lebt und arbeitet er in Köln. Exakt 73 groß- und kleinformatige Bilder, alle gemalt in Acryl auf Papier oder Leinwand, zeigen Motive von Schiffen oder Schiffsteilen, die deutschlandweit in Häfen und Schleusen, auf Werften und Docks oder anderswo zu sehen sind. Sechs davon haben Duisburger Lokalkolorit: Die "Oscar Huber" mit der "Minden", die "Franz Haniel", die "Herkules III" und die "Timo-Mareike" sowie die Ruhrorter Schiffswerft als auch die Brücke über den Eisenbahnhafen in Homberg. "Calvellis Bilder bestechen durch ihre ungeheure Detailgenauigkeit", schwärmte Dr. Garwer-Schier. "Insofern ist es mehr der Arbeitsplatz, der ihn interessiert, als weniger der Mensch, der dort arbeitet. Dennoch: So oder so drücken seine Werke eine Art Wertschätzung von Arbeit aus und sollen diese Erinnerungen an eine sich wandelnde Industriekultur wachhalten. 'Schiffsblicke' sind gewissermaßen die gemalte Realität einer besonderen Branche."

Doch trotz aller Ernsthaftigkeit seines Schaffens tragen manche seiner Bilder durchaus auch ein Augenzwinkern des Künstlers inne: So hinterlässt er gerne besonders bei den großformatigen Bildern seinen Namenszug mehr oder weniger vollständig und entgegen der Realität in seinen Werken, zuweilen als Werft- oder Schiffsname. Bis zum 29. Oktober bleibt die Sonderausstellung im Binnenschifffahrtsmuseum zu sehen.

Weitere Informationen zur Ausstellung und zum Museum sind im Internet unter "http://www.binnenschifffahrtsmuseum.de" zu finden.

Quelle: RP
 
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