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Duisburg
Schimmi-Tour jetzt auch per Fahrrad

Duisburg: Schimmi-Tour jetzt auch per Fahrrad
Dagmar Dahmen (re.) sagt den Schimmi-Radlern, wo es auf den Spuren des legendären Tatort-Kommissars lang geht. FOTO: ralf hohl
Duisburg. Dagmar Dahmen bietet spezielle Führungen zum "Duisburger Tatort-Kommissar" an. Das Interesse ist bundesweit. Von Olaf Reifegerste

Jetzt kann man auf den Spuren von Ex-Tatort-Kommissar Horst Schimanski, alias Götz George, nicht nur durch Duisburg-Ruhrort per pedes wandeln, sondern zu den ehemaligen Drehorten im gesamten Stadtgebiet mit dem Fahrrad radeln. Jetzt war bei idealem Fahrrad-Wetter eine solche "Schimmi"-Radtour durch den Duisburger Norden angesagt. Der Süden ist übrigens 2014 dran. Doch dem Hauch von Schimanski nicht genug: Ab nächster Woche kommt der mit seiner TV-Kommissar-Figur die Gemüter der Stadt (einst) so erhitzende Schauspieler für vier Drehtage zu seinem neuen Film "Loverboy" nach Duisburg, vor allem nach Ruhrort.

Man nehme, besser "frau" nehme, denn es geht um Dagmar Dahmen und ihre "Schimmi"-Touren: eine Bierkiste, um gesehen zu werden und Gehör zu verschaffen, profunde Kenntnisse aller "Tatort"-Folgen von TV-Kommissar Horst Schimanski, daraus abfotografierte Bilder, sogenannte "Screenshots", suche dazu die entsprechenden Drehorte in Duisburg, füttere sich mit unterhaltsamen Anekdoten aus erster Hand, füge Leidenschaft hinzu, Menschen für alles das zu begeistern und fertig ist eine gute Geschäftsidee namens "du tours" - mehr noch aber eine "Kult-Tour" in Sachen Stadtkultur und Fernsehgeschichte mit einer gehörigen Portion Szeneatmosphäre. "Auf Schimmis Spuren durch Duisburg-Ruhrort" hat Dahmen ihre einzigartigen Stadt(teil)-Führungen genannt, die sie seit März 2012 in mittlerweile sechs verschiedenen Tour-Varianten anbietet: Von der "Schimmi-Tour pur" über den "Brunch mit Schimmi-Tour" (ausgehend vom Café Kaldi, der legendären Schimanski-Kneipe "Zum Anker") bis hin zur - wie gesagt - neuen "Schimmi-Tour per Rad".

Zusammen mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) und dem Fahrradfachmarkt "Little John Bikes", beide aus Duisburg, startete Dagmar Dahmens gut vierstündige Radtour vom KultKiosk "KuKi" am Ruhrorter Neumarkt. 28 Teilnehmer, die aus aller Herren (Bundes)Länder eigens dafür angereist kamen, waren am Sonntag mit dabei. Neun Fahrräder konnte Marco Höfken von "John Little Bikes", der auch mitfuhr, vermieten. Alle anderen "Schimmi"-Fans brachten ihre eigenen "Drahtesel" mit. Drei Herren vom ADFC begleiteten auf der etwa 25 Kilometer langen Strecke den "Geschlossenen Verband", wie es im Amtsdeutsch der Straßenverkehrsordnung heißt, aus Sicherheitsgründen. Vorneweg (natürlich) Dahmen, mit einer kleinen Hand-Hupe, die immer dann zum Einsatz kam, wenn es in Sachen "Schimmi" etwas vorher Erzähltes auf der Fahrt zu sehen gab.

Zehn Haltpunkte insgesamt, vom Start bis zum Ziel, wurden angefahren. Dass sowohl Schimanski dem Fahrradfahren nicht abgeneigt war, wie auch Götz George privat, wurden auf einem Foto aus dem Streifen "Zabou" (1990) sowie auf einem Privat-Bild, aufgenommen auf Sardinien, bewiesen. Vorbei an den Drehorten "Ruhrorter Hof", Friedrichsplatz und Fürst-Bismarck-Straße 10, wo zum ersten Mal in Deutschen Fernsehen das Wort "Scheiße" fiel, nämlich in der ersten "Schimmi"-Folge "Duisburg-Ruhrort" (1981), ging es nach "Klein Babelsberg", wie Dahmen den Platz der Schiffs- und Maschinen Reparatur-Werkstatt Kleinholz am Ruhrorter Werfthafen liebevoll nennt, weil nämlich dort gleich mehrere Tatort-Folgen gedreht wurden.

Weiter ging es über Schwanentor und das dortige Kontorhaus zum Kultur- und Stadthistorischen Museum, wo "Schimmis" graue Originaljacke es 2007 zum Ausstellungsexponat brachte und seitdem dort zu besichtigen ist. Von dort ging es weiter durch den größten Binnenhafen (zumindest) Europas, vorbei an der Ruhrorter und der Meidericher Schleuse, kurz durch die Meidericher Fußgängerzone bis zum Landschaftspark Duisburg-Nord. Dort erfährt man während einer halbstündigen Essens- und Getränke-Pause, dass dieser ehemalige Industriepark nach dem Kölner Dom mit jährlich 700 000 Besuchern das zweitbegehrteste Touristenziel in NRW ist.

Und selbstverständlich war auf den "Schimmi"-Fotos von dort auch wieder eine Leiche zu sehen. "Jetzt krieg ich aber gleich nen Sonnenbrand, drum müssen wir weiter", sagte Dahmen bei wolkenlosem Himmel und herrlichen Sonnenstrahlen während ihrer Einstimmung auf den Haltepunkt sechs, den "Matena-Tunnel" in Bruckhausen. Der aus Denkmalschutzgründen inzwischen geschlossene 400 Meter lange Tunnel war stets eine ideale Kulisse für Verfolgungsfahrten jeglicher Art, so in dem vorhin schon genannten Tatort "Zabou", wo Schimanski mit seinem roten Golf, Kennzeichen DU-GF 730, der Polizei davon fuhr.

Bevor es zum Abschluss am "KuKi" auf dem Neumarkt die "berühmt-berüchtigte Currywurst", Schimanskis Lieblingsspeise, vom Café Kaldi gab, wurden noch die Stationen DIYANET, das Haus eines türkischen Kulturvereins, der Stadtteil Laar, wo im Tatort eine Telefonzelle vorkam, die es in Wirklichkeit gar nicht gab, und die Ruhrorter Eisenbahnbrücke angefahren. Kurios war es, das die ehemalige Eigentümerin des DIYANET-Hauses, das in dem "Schimmi"-Tatort "Duisburg-Ruhrort" als Rockerkneipe "Wolfsschlucht" diente, dabei war. "So kommt es immer wieder vor", sagt Dahmen, "dass sich Zeitzeugen oder ehemalige Statisten zum Teilnehmerkreis dazugesellen."

(RP/ac)
 
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