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Duisburg
Schneefall sorgt für Verkehrschaos

Winter in NRW: Schnee-Chaos im Rheinland
Duisburg. Anhaltende Schneefälle haben auch gestern wieder für erhebliche Probleme gesorgt. Polizei und Wirtschaftsbetriebe waren im Dauereinsatz. Die Duisburger Verkehrsgesellschaft sieht sich trotz Verspätungen gut gerüstet. Von Tim Harpers

Unfälle, verstopfte Autobahnen und jede Menge Verspätungen auf Bus- und Bahnlinien - der plötzliche Wintereinbruch hat der Duisburger Polizei, den Wirtschaftsbetrieben und der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) auch gestern viel Arbeit beschert.

Die Polizei musste alleine gestern Mittag zwischen 12 Uhr und 14.30 Uhr zu 30 schneebedingten Unfällen ausrücken. "Zum Glück ging es in den meisten Fällen nur um Sachschaden", sagt Polizeisprecher Ramon van der Maat. Darüber hinaus habe es viele Probleme an den Autobahnauffahrten gegeben. "Da hatten sich einige LKW festgefahren. Die Kollegen hatten alle Hände voll zu tun, diese Gefahrenstellen zu räumen." Das Ergebnis: lange Staus auf A59 und A40. Sechsmal sei die Polizei darüber hinaus wegen umgeknickter Bäume und herunterfallender Äste zu Unfallstellen gerufen worden. Insgesamt sei Duisburg bisher aber glimpflich davongekommen. Nur bei zwei Unfällen am Sonntag seien Fahrzeuginsassen leicht verletzt worden.

Fotos: Schnee sorgt in NRW für zahlreiche Unfälle FOTO: dpa, dy wst

Auch die Wirtschaftsbetriebe waren seit gestern Morgen im Dauereinsatz. Bis zum Abend waren 90 Mitarbeiter des Winterdienstes unterwegs - vor allem, um die Autobahnen und innerstädtischen Rettungswege befahrbar zu halten. "Wir sind mit 20 Großstreuwagen, 20 kleineren und diversen Kolonnenwagen in der Stadt im Einsatz", sagt Volker Lange, Sprecher der Wirtschaftsbetriebe. Das sei auch wichtig, um zum Beispiel die Müllabholung zu gewährleisten. "Die Müllwagen sind zwar mit Winterreifen ausgestattet, aber auch die können nur ein gewisses Maß an Schnee auffangen. Wir appellieren deshalb an die Bürger, in den kommenden Tagen Gehwege und Zufahrten schneefrei zu halten." Nur so ließen sich größere Verzögerungen bei der Müllabholung vermeiden.

Auch die Duisburger Verkehrsgesellschaft hatte mit dem anhaltenden Schneefall zu kämpfen. Im gesamten Stadtgebiet kam es wegen der verstopften Autobahnen und der glatten Straßen zu Verspätungen. "Vor allem der Busverkehr ist betroffen", erläuterte DVG-Sprecher Thomas Kehler die Lage. "Wir mussten die Gelenkbusse aus dem Betrieb nehmen, da die als Dreiachser größere Probleme auf glatter Fahrbahn hatten." Im Vergleich zu anderen Verkehrsbetrieben habe die DVG den Betrieb aber immerhin aufrechterhalten können. "Von Niag und Stoag weiß ich, dass der Verkehr in Moers und Oberhausen angesichts der Wetterlage vorübergehend eingestellt werden musste."

Fotos: Der Winter kehrt zurück - Impressionen aus der Region FOTO: Christoph Reichwein

Dass die Duisburger Verkehrsgesellschaft ihre Haltestellen trotz heftiger Schneefälle weiter habe bedienen können, liege auch an einer guten Vorbereitung. Die DVG erhalte stets aktuelle Meldungen des Wetteramtes Essen, die umgehend an den Bereitschaftsdienst weitergeleitet würden, sagt Kehler. Außerdem seien die Straßenbahnen mit sogenannten Weichenbesen und Schienenkratzern ausgestattet.

Wenn die Temperatur auf drei Grad Celsius absinkt und Schneefall einsetzt, springen laut Kehler an den rund 135 Weichen im Duisburger Schienennetz automatisch Heizungen an. Sie sorgen für freie Fahrt der Straßenbahnen, weil sie den Schnee schmelzen, der sich zwischen den Weichen verfängt. Für schneereiche Nachtstunden hält die DVG außerdem eine sogenannte Schneewache vor. "Das heißt, wir schicken außerhalb der Betriebszeiten Bahnen über die Schienen, um sie sauber zu halten", erläutert Kehler. Zusätzlich sei ein sogenanntes Schienenschleiffahrzeug unterwegs, um mit seinem Schleifklotz Schmierfilme von den Schienen zu entfernen.

Um Problemen im Busverkehr vorzubeugen, setzt die Duisburger Verkehrsgesellschaft auf Ganzjahresreifen mit gültiger Matsch- und Schnee-Kennung. Seit August dieses Jahres werden ausschließlich Neureifen montiert, die mit einem Symbol gekennzeichnet sind, das Reifen mit besonderer Schneeeignung ausweist.

Laut Kehler sind alle Busse außerdem mit Heizungs- und Klimaanlagen ausgerüstet, die auch bei häufigem Öffnen der Türen für eine gleichbleibende Innenraumtemperatur von etwa 22 Grad sorgen. Gleichzeitig wird mit einem Luftentfeuchter verhindert, dass die Scheiben beschlagen.

Quelle: RP
 
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