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Duisburg
Schöne Stunde in der Gnadenkirche

Duisburg. Lars Voorgang kehrte für ein Sommerliches Konzert an seine langjährige Wirkungsstätte zurück. Von Ingo Hoddick

Lars Voorgang studierte Kirchenmusik in Düsseldorf, hauptberuflich arbeitet er bei einem hessischen Ministerium in Wiesbaden. In der evangelischen Gemeinde Wanheimerort war er fast zehn Jahre lang nebenamtlicher Organist. Jetzt kam er zu einem "Konzert zur Sommerzeit" zurück in die dortige Gnadenkirche, wie schon im vorigen Jahr (die RP berichtete).

Voorgang hatte wieder Werke gewählt, die vorzüglich auf die kleine, aber feine Wanheimerorter Orgel passten. Das waren für Orgel solo jenes dreisätzige Konzert d-Moll BWV 596, in dem Johann Sebastian Bach ein Concerto von Antonio Vivaldi klangvoll auf die Königin der Instrumente übertragen hatte, und die mystisch mäandernde "Arabesque" aus der Suite op. 31 von Louis Vierne (1870 - 1937). Zwar erwischte der Organist mehrfach nur knapp die richtige Taste, doch sein insgesamt sehr souveränes und stilbewusstes Spiel konnte wieder überzeugen.

Vor allem aber hatte diese schöne Stunde am frühen Abend zwei attraktive Soloinstrumente, jeweils begleitet von der Orgel. Die Düsseldorfer Trompeterin Angela Fiege brachte gleich die prächtige Eröffnung mit einem dreisätzigen Trompeten-Konzert von Georg Philipp Telemann (1681 - 1767). Und nicht zuletzt war die Dritte im Bunde die Geigerin Almuth Seeger, hauptberuflich Pfarrerin der Evangelischen Gemeinde Wanheimerort. Sie beeindruckte mit dem Adagio E-Dur KV 261 von Wolfgang Amadeus Mozart und der viersätzigen Bach-Sonate G-Dur BWV 1012: Auch wenn ihre Intonation nicht immer ganz klar war, so waren es doch ihre dezent sprechende Artikulation und Phrasierung. Die verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten der drei Instrumente wurden kurzweilig abgewechselt. Das Trio vereinte sich in der Mitte der sieben Stücke zu der Sonata IV von Heinrich Ignaz Franz Biber (1644 - 704) aus der Sammlung mit dem schönen Titel "Sonatae tam aris quam aulis servientes" (Sonaten, die sowohl den Altären als auch den Sälen dienen) und am Ende des Programms zu dem beliebten "Summertime" aus der Oper "Porgy and Bess" von George Gershwin.

Ganz am Schluss kamen auch noch das aufgeschlossene und vom Konzert höchst erfreute Publikum singend dazu, mit drei Strophen des Paul-Gerhardt-Liedes "Geh aus, mein Herz, und suche Freud", präludiert und umspielt von den Instrumenten.

Quelle: RP
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