| 00.00 Uhr

Duisburg
Schüler für drei Monate in Wuhan

Duisburg. Drei Monate lang lebten die Schülerinnen Lea Thome (15) vom Abtei-Gymnasium und Laura Jung (18) vom Sophie-Scholl-Berufskolleg in Wuhan. Die chinesische Stadt hatte zu einem internationalen Schüleraustausch 22 Jugendliche aus ihren über ein Dutzend Partnerstädten in der ganzen Welt eingeladen, um die Kultur Chinas und den Alltag der Schüler in der chinesischen Metropole aus eigener Anschauung kennenzulernen. Von Alfons Winterseel

Und dieser Alltag hatte es in sich, denn der Unterricht an dem Internat dauert wesentlich länger als in Deutschland. Während die Schülerinnen und Schüler aus den Partnerstädten täglich "lediglich" von 7 bis 17 Uhr Unterricht hatten, dauert der Unterricht für die chinesischen Schüler in der Regel bis 20 Uhr abends, manchmal sogar bis 21.30 Uhr, berichteten die Schülerinnen bei einem kleinen Empfang im Duisburger Rathaus. Aber: "Es waren drei tolle Monate. Wir haben nicht nur China, sondern auch viele Menschen, die dort leben, kennengelernt", sagt Lea Thome. Laura Jung ergänzt: "Wir sind mit offenen Armen empfangen worden."

Jeweils montags nahmen die Schülerinnen und Schüler der internationalen Klasse auch am Unterricht in den chinesischen Internatsklassen teil. Obligatorisch für alle: der "Activity-Break", eine 20-minütige Pause auf dem Schulhof mit gemeinsamen Kung-Fu-Freiluftübungen.

Überrascht waren die beiden Schülerinnen, dass es an der Schule in Wuhan nicht so streng vor sich geht, wie sie es eigentlich erwartet hatten. "Es war im Unterricht viel lockerer, als wir dachten. Allerdings müssen dort die Schüler aufstehen, wenn sie im Unterricht etwas sagen." Dass sie keine Uniform tragen mussten, war ebenfalls eine Überraschung.

Zum Rahmenprogramm des dreimonatigen Besuchs in Wuhan gehörte natürlich auch ein touristischer Teil wie auch der Besuch bei den Gastfamilien. Beeindruckt zeigten sich die beiden Schülerinnen von dem bunten Treiben in der Zehn-Millionen-Stadt: "Überall ist etwas los, es gibt Nachtmärkte, Straßenküchen und Spielhäuser, in die man sich setzt, um Mahjong zu spielen. Und überall wird neu gebaut." Enttäuscht waren sie allerdings etwas von der Gestaltung der deutschen Abteilung im Rahmen der internationalen Garten-Ausstellung in Wuhan: Er war mehr von der Industrie geprägt, während in den anderen Ländern gewidmeten Gärten überall bunte Blumen blühten.

Doch den entstandenen Freundschaften der Schüler der internationalen Klasse untereinander und zu chinesischen Schülern tat das keinen Abbruch: Man bleibt in Kontakt.

In Kontakt bleiben wollen auch Organisatoren des Schüleraustauschs. Sowohl in Wuhan wie auch in Duisburg will man die die Zusammenarbeit beim Schüleraustausch vertiefen.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Duisburg: Schüler für drei Monate in Wuhan


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.