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Duisburg
Sechs großartige "Virtuosen von morgen" im TaM

Duisburg. Zum zweiten Mal gab es jetzt "Virtuosen von morgen", das neue jährliche Konzertformat der Duisburger Philharmoniker, im auch diesmal gut gefüllten Theater am Marientor (TaM). Im Mittelpunkt stehen dabei die Solisten, es sind Studierende von NRW-Musikhochschulen, die eine fachkundige Jury vorab ausgewählt hat. Von Ingo Hoddick

Außerdem erstellen Schülerinnen und Schüler der Duisburger Gesamtschulen Meiderich und Süd einfühlsame und einfallsreiche Video-Trailer, welche die Solisten kurz vorstellen. Zunächst gab das Orchester unter der ebenso genauen wie lebendigen Leitung von David Marlow eine gute Grundlage mit der leidenschaftlichen Ouvertüre zu "Ruy Blas" op. 95 von Felix Mendelssohn. Der erste Solist, den auch unser Foto zeigt, setzte gleich eine hohe Messlatte: Es war der 1988 in Saarbrücken geborene Lukas Dressel, dessen Eltern dort schon im Blasorchester spielten, mit dem glänzend unterhaltenden Konzert für Tuba und Orchester von dem 1945 geborenen Filmmusik-Komponisten Bruce Broughton. Der zarte Kontrast danach war die 18 Jahre junge Judith Stapf mit dem romantischen "Chant d'hiver" (Winterlied) op. 15 von Eugène Ysaye (1868-1931). Im zarten Alter von zwei Jahren verliebte sie sich bei einem Konzert in die Violine, und mit drei Jahren hatte sie es dann endlich geschafft, ihre Eltern zum Geigenunterricht zu überreden. Sieben der zehn kurzen Sätze aus dem "Concierto madrigal" für zwei Gitarren und Orchester von Joaquín Rodrigo (1901-1999) waren eine passende Bühne für das Wuppertaler Duo Sören Golz (Jahrgang 1994) und Ivan Danilov (geboren 1992).

Den Bogen rundete der 1991 im schweizerischen Lausanne geborne Trompeter Lionel Jaquerod mit dem düster stahlenden "Incantation, Thrène et Danse" (Beschwörung, Trauergesang und Tanz) von Alfred Desenclos (1912-1971). Eine der Stärken dieses Konmzertformats ist eben, dass die jungen Solisten auch tolle Werke auswählen, die sonst im Konzertbetrieb eher selten zu erleben sind. Kurzfristig eingefügt wurde der vor neun Jahren im Iran geborenen Benjamin Kohestani mit dem Kopfsatz des Konzerts für Klavier und Streicher G-Dur von Joseph Haydn. Er spricht fließend Deutsch, Englisch und Farsi, improvisiert und komponiert leidenschaftlich und hört am liebsten Opern.

Quelle: RP
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