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Duisburg
Sehen und gesehen werden

Duisburg: Sehen und gesehen werden
Von Wolf Platzen stammt dieses Selbstporträt (gebrannter Ton). Im Hintergrund die fotorealistischen Arbeiten von Michael Kiefer. FOTO: christoph reichwein
Duisburg. Gerhard Losemann zeigt in seiner DU-ART-Galerie am Dellplatz Porträts von 21 Duisburger Künstlern. Die Ausstellung wird am Freitag, 19.30 Uhr eröffnet und ist drei Monate lang zu sehen. Von Peter Klucken

"Erkenne dich selbst!", heißt übersetzt die viel zitierte Inschrift am Apollotempel von Delphi. "Male dich selbst!", heißt der Auftrag, den sich viele Künstler selber erteilen. Der bekannte Duisburger Künstler Gerhard Losemann hatte die Idee zu einer Ausstellung, die er unter das Motto stellt "Sehen und gesehen werden". Er bat Duisburger Künstler um Porträts. Und siehe da: die meisten Künstler reichten Selbstporträts ein.

Am Freitag, 8. April, 19.30 Uhr, eröffnet Gerhard Losemann in seiner DU-ART-Galerie am Dellplatz 8 eine Ausstellung mit Porträts von 21 Duisburger Künstlern. Das Angebot für die Porträt-Ausstellung sei so groß gewesen, dass eine strenge Auswahl getroffen werden musste, berichtete Losemann bei der Pressevorbesichtigung. Er habe deshalb die Kunstsammler und Kunstvermittler Pastor i.R. Ernst Richter und Uwe Stemmler aus dem Duisburger Süden darum gebeten, als Juroren tätig zu werden.

Die haben sich dafür entschieden, jeden ausstellenden Künstler mit nur einem Werk zu berücksichtigen.Wobei die beiden Juroren ausschließlich Werke ausgewählt haben, die ihnen besonders gut gefielen.

Losemann hat sich bei der Gestaltung viel Mühe gemacht. Jeder Künstler wird mit einer kurzen, von ihm selber autorisierten Vita vorgestellt; hinzu kommt ein schlichtes Foto, das nicht selten in einem spannungsreichen Kontrast zum gemalten Porträt steht. Petra Sabine Anders, Sigrid Beuting, Klaus Dieter Brüggenwerth, Ingrid Beer, Gabriele Dietze-Burgard, Gernot Ebeling, Claudia A. Grundei, Martina Meyer-Heil, Cornelia Schweinoch-Kröning, Angelika Schwedes und Josef Tobias gehören zu den Künstlern, die eher der realistischen Malerei zuzuordnen sind, wobei gerne jene farblichen Verfremdungen genutzt werden, die seit der klassischen Moderne zum stilistischen Kanon anspruchsvoller Kunst gehören. Michael Kiefer arbeitet dagegen hyperrealistisch. Er erinnert an die verstorbenen Künstlerkollegen Hermann Kurz und Hetty Breßer, denen er den höchst lebendigen Hans-Jürgen Vorsatz als Gefährten in seinem dreiteiligen Airbrush-Werk hinzugesellt.

Annette Erkelenz sieht ihr "Selbst" abstrahiert in einer kühnen flächigen Studie mit zurückhaltenden Farben. Martin Goppelsröder zeichnete 1987 mit wenigen Strichen und überaus elegant Gerhard Losemann. Andreas Richter sieht sich selber als grünes Gesicht, das rasch am Auge des porträtierenden Künstlers vorbeizuhuschen scheint. Und Angelika Stienecke zeigt sich halb-versteckt und "verrät" sich nur durch ihre Augen. Das "Selbst" als Augenblick.

Auch die dreidimensionale Kunst ist in der Ausstellung vertreten. Wolf Platzen hat aus gebrannten Ton seinen Kopf als Selbstporträt gestaltet, Chinmayo zeigt seinen Künstlerkollegen Gerhard Losemann mit meditativen Gesichtsausdruck in einer reliefartigen Arbeit. Und Roger Löcherbach hat den ganzen Chinmayo in Holz gehauen und geschnitzt.

Ausstellung bis Mitte Juli. Die DU-ART-Galerie ist donnerstags und freitags jeweils von 18 bis 21 Uhr geöffnet. Die meisten der ausgestellten Arbeiten können auch gekauft werden.

Quelle: RP
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