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Duisburg
Signum-Quartett: Kompetenz von Bach bis Fokkens

Duisburg. Die vier Musiker überzeugen im Kammerkonzert durch ständig wechselnde Stile und Stimmungen. Von Ingo Hoddick

Sieben ganz unterschiedliche Kompositionen für Streichquartett, von denen keine länger als eine Viertelstunde dauert, spielte das Signum-Quartett im jüngsten, zweiten Kammerkonzert in der Philharmonie Mercatorhalle. Wir erlebten das 1994 gegründete Ensemble in seiner aktuellen Besetzung mit Florian Donderer (neu dabei) und Annette Walther (Violine), Xandi van Dijk (Viola) und Thomas Schmitz (Violoncello).

Die Form der Fuge war dabei ein Thema. Das ging von dem letzten, unvollendeten Contrapunctus aus "Die Kunst der Fuge" BWV 1080 (nach 1742), in dem Johann Sebastian Bach seinen Namen in Noten angebracht hat, über das leidenschaftliche Adagio und Fuge c-Moll KV 546 (1783/88) von Wolfgang Amadeus Mozart bis zu der laut Igor Strawinsky "für immer zeitgenössischen" Großen Fuge B-Dur op. 133 ((1825/26) von Ludwig van Beethoven, das ist das ursprüngliche Finale des Quartetts op. 130, das dort aber zu modern erschien. Einzelsätze blieben der Quartettsatz c-Moll D 703 (1820), zu dem Franz Schubert keine gleichwertigen weiteren Sätze schreiben konnte, und der noch ganz spätromantische Langsame Satz (1905) von Anton Webern. Dazu kamen zwei verinnerlichte Werke von anwesenden Komponierenden, nämlich das Streichquartett Nr. 2 op. 33 Nr. 2 "P-ILION - Neun Fragmente einer Ewigkeit" (2007) von der 1962 in Griechenland geborenen Konstantia Gourzi und "Glimpses of a half-forgotten future" ("Flüchtige Eindrücke einer halb-vergessenen Zukunft", 2012) von dem 1975 in Südafrika geborenen Robert Fokkens. Die beiden beziehen auch Elemente der traditionellen Musik ihrer Herkunftsländer ein. Die sieben Stücke erklangen im Kammerkonzert nicht in der gerade beschriebenen chronologischen Reihenfolge, sondern nach dramaturgischen Gesichtspunkten.

Das Signum-Quartett demonstrierte hier seine enorme Kompetenz in ständig wechselnden Stilen und Stimmungen. Nur manchmal klang es angestrengt statt radikal. Dem Programm entsprechend kurz war die Zugabe: nichts weiter als eine einzige Strophe aus einem Choralsatz.

Im nächsten, dritten Kammerkonzert am Sonntag, 20. November, um 19 Uhr, in der Philharmonie Mercatorhalle bringen Denys Proshayev und Nadia Mokhtari Musik für ein und zwei Klaviere von russischen Komponisten.

Karten gibt es am einfachsten unter Telefon 0203 283 62 100.

Quelle: RP
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