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Loveparade in Duisburg
So verlief der Tag der Katastrophe

Loveparade 2010: Die Katastrophe
Loveparade 2010: Die Katastrophe FOTO: APN
Duisburg. 24 Menschen kamen bei der Loveparade-Katastrophe am 24. Juli 2010 ums Leben oder wurden so schwer verletzt, dass sie kurze Zeit später starben. Was als fröhliches Fest begann, endete in einer Katastrophe. Stück für Stück wurde im Laufe des Nachmittags und Abends das Ausmaß der Ereignisse klar. In unserem Ticker vom 24. Juli 2010 können Sie den Verlauf des Tages noch einmal nachlesen. Von Christian Schwerdtfeger

0.03 Uhr Die Loveparade 2010 in Duisburg ist seit 0 Uhr auch offiziell beendet. Aber immer noch laufen Menschen Richtung Hauptbahnhof. Auf den Straßen rund um den alten Güterbahnhof sitzen viele erschöpft am Boden - meist Jugendliche, die nicht wissen, wie sie nach Hause kommen.  

23.56 Uhr Noch immer heulen die Sirenen der Polizei und der Rettungswagen durch Duisburg. Bis auf die Party des Radiosenders Eins Live im Delta sollen alle anderen geplanten Feiern zur Loveparade wegen der Tragödie abgesagt worden sein, unter anderem die Ultraschall-Party.

23.37 Uhr: Die Zahl der Toten hat sich offenbar auf mindestens 18 erhöht. Wie die Stadt Duisburg mitteilte, sind 16 Menschen bei der Massenpanik direkt ums Leben gekommen, zwei erlagen später ihren schweren Verletzungen.

23.28 Uhr: Im Duisburger Bethesda-Krankenhaus sind bislang mehr als 200 Verletzte behandelt worden. 170 Patienten davon wurden in die Notaufnahme eingeliefert. Unter den Verletzten befinden sich auch neun Schwerverletzte. Die Zahl der eingelieferten Verletzten soll sich nach Angaben eines Krankenhaussprechers aber stündlich nach oben hin korrigieren. "Wir bekommen ständig neue Fälle rein."

23.23 Uhr: Josep Sosic, Sprecher der Stadt Duisburg, bestätigt die Zahl von 17 Toten. 

23.17 Uhr: Die große Party des Radiosenders Eins Live im Delta Musikpark wurde nicht abgesagt. Tausende Fans hatten sich bereits vor dem Gebäude versammelt, viele Partygäste haben noch immer nichts von dem Unglück mitbekommen. Auch hier befürchtete die Feuerwehr den Ausbruch einer neuen Massenpanik.

22.54 Uhr: Nach Angaben des Vorsitzenden der Ruhr.2010-Geschäftsführung, Fritz Pleitgen, sind bei der Massenpanik 17 Menschen ums Leben gekommen. Pleitgen beruft sich auf Angaben des Krisenstabes der Stadt Duisburg.

22.38 Uhr: Viele Eltern versuchen, ihre Kinder aus Duisburg abzuholen. In der Stadt herrscht Verkehrschaos, zumal die meisten Straßen in der Innenstadt gesperrt sind. Auf der A3 hat sich vor der Ausfahrt Wedau ein Stau gebildet. Am Bahnhof stehen viele Jugendliche und warten auf ihre Eltern. Mit dem Auto in die Innenstadt zu kommen, ist derzeit praktisch unmöglich.

22.35 Uhr: In Düsseldorf sind inzwischen die ersten Züge und Busse aus Duisburg eingetroffen. Ärzte nehmen die Loveparade-Besucher in Empfang und schauen, ob Verletzte darunter sind. Leichtverletzte konnten von den Rettungskräften in Duisburg kaum versorgt werden.

22.33 Uhr: Die Polizei gibt die Zahl der Verletzen inzwischen offiziell mit 80 an. Insgesamt waren heute 4000 Kräfte im Einsatz, 200 Rettungs- und Notarztwagen sowie ein Seelsorgerteam mit 50 Personen plus Psychologen.

22.31 Uhr: Die Veranstalter der Loveparde in Duisburg haben ihren Livestream im Internet mit Bildern von der Veranstaltung abgeschaltet. "Unser Anliegen, ein fröhliches Miteinander von Menschen durchzuführen, ist heute von den tragischen Unglücksfällen überschattet worden", heißt es zur Begründung auf der Website.

22.23 Uhr: Die Lage am Hauptbahnhof hat sich etwas beruhigt. Offenbar geht die Taktik der Stadt auf, möglichst viele Menschen mit Bussen aus der Stadt zu schaffen. Viele Loveparade-Besucher haben sich außerdem in der Stadt verstreut und versuchen, sich abholen zu lassen. Der Bahnhof muss immer wieder vorläufig gesperrt werden, weil Menschen auf die Gleise laufen.

22.16 Uhr: Die Polizei weist Vorwürfe zurück, sie habe zu wenig getan, um eine Massenpanik zu verhindern. Der Tunnel und die Karl-Lehr-Straße seien vor der Panik mehrmals wegen Überfüllung geräumt worden.

22.14 Uhr: Das Loveparade-Gelände wird jetzt geräumt. Offenbar gibt es immer noch Partygäste, die von dem Unfall nichts mitbekommen haben. Damit nun nicht noch einmal eine Panik ausbricht, behauptet die Polizei in Durchsagen, das Gelände werde wegen Überfüllung geräumt.

22.05 Uhr: Vom Duisburger Hauptbahnhof aus fahren zwar wieder erste Züge im Schritttempo in Richtung Düsseldorf, doch bis der Bahnverkehr wieder normal läuft, wird es jedoch noch dauern. Die Züge stehen immer wieder kurzfristig still, weil Menschen über die Gleise laufen. Die Stadt Duisburg hat deshalb zahlreiche Busse organisiert, die die Loveparade-Besucher aus der Stadt herausbringen sollen. Der Nahverkehr ist zur Zeit eingestellt.  

21.40 Uhr: Die Rettungskräfte beklagen, dass sie von immer mehr Schaulustigen behindert werden. Inzwischen sind auch viele Menschen zum Unglücksort gekommen, die keine Loveparade-Besucher sind, sondern über die Medien von der Katastrophe erfahren haben.

21.17 Uhr: An der Mülheimer Straße in der Nähe des Hauptbahnhofs (Ortsausgang) stehen Busse für die Abreise bereit. Die Situation am Hauptbahnhof ist weiter angespannt. Vor wenigen Minuten haben Jugendliche Zäune auf die Gleise geworfen. "Momentan fahren nur Züge im Schrittempo Richtung Süden von Dusiburg weg", sagt ein Bahnsprecher.

21.10 Uhr: Viele Loveparade-Besucher, besonders Jugendliche, sind völlig hilflos. Sie sitzen am Straßenrand und möchten zuhause anrufen, damit sie abgeholt werden. Doch die Handys funktionieren noch immer nicht. "Wir wissen nicht, wo wir sind. Keiner hilft uns. Selbst die Polizei kann nicht helfen", sagen Jana, Sabrina und Toni aus Regensburg.

21.03 Uhr: Auch die Düsseldorfer Feuerwehr ist mit über 50 Mann vor Ort, um zu helfen. Im Stadtteil Wittlaer im Düsseldorfer Norden wurde eine Sammelstelle für Verletzte eingerichtet. Dort untersuchen Notärzte die Verletzten und verteilen sie auf Düsseldorfer Krankenhäuser.

21.02 Uhr: In der Sana-Klinik in Wedau werden viele Verletzte behandelt. Die Klinik liegt in unmittelbarer Nähe des Unfallorts. Im Krankenhaus herrscht große Anspannung, auf den Gängen großes Gedränge. Vor dem Krankenhaus hocken Freunde der Verletzten. Viele weinen, versuchen telefonisch Eltern und Angehörige zu ererichen.

20.57 Uhr: Viele Schwerverletzte mussten lange warten, bis sie ausgeflogen werden konnten, weil es nur wenig Landeplätze für Rettungshubschrauber gab. 

20.49 Uhr: Daniel (18) aus Hagen berichtet, wie einige trotz der Panik noch versuchten, andere zu retten: "Als die Panik ausbrach und die ersten Menschen zusammenbrachen, wurden ohnmächtige Mädchen wie beim Stagediving über die Köpfe der Masse zum Rand getragen."

20.43 Uhr: Phillip aus Aachen erlebte das Unglück aus der Nähe mit: "Wir wurden zusammengedrückt wie in einer Schraubzwinge. Die Leute wurden nicht mehr aufs Gelände gelassen, von hinten wurde immer weiter gedrückt. Die Menschen sind einfach zu Boden gestürzt. Man konnte seine Arme und Beine nicht mehr bewegen. Es war furchtbar, so etwas habe ich noch nie erlebt."

20.39 Uhr: Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland stehen auf der Pressekonferenz Tränen in den Augen. "Die Loveparade hat sich zu einer der größten Tragödien in der Geschichte der Stadt Duisburg entwickelt. Wir haben im Vorfeld alles getan, um eine sichere Loveparade in Duisburg zu haben. Wir sind alle zutiefst erschüttert."  

 

20.29 Uhr: Im Duisburger Rathaus läuft derzeit eine Pressekonferenz. Der Sicherheitsdezernent der Stadt, Wolfgang Rabe, erklärte, die 15 Personen seien nach derzeitigem Ermittlungsstand bei dem Versuch gestorben, über Absperrungen zu klettern. Dabei seien sie zu Tode gestürzt.

20.25 Uhr: Die Duisburger Innenstadt gleicht einem Katastrophengebiet. Ständig heulen Sirenen auf, fast alle Straßen sind gesperrt. Über der Stadt kreisen Hubschrauber.

20.24 Uhr: Ein Einsatzleiter der Polizei, der namentlich nicht genannt werden will, sagte unserem Reporter vor Ort, er sehe die Schuld für den Vorfall bei den Veranstaltern der Loveparade: "Nur einen Zugang für so ein großes Gelände zu machen, war ein großer Fehler. Man kann nicht Hunderttausende durch ein Nadelöhr durschleusen und den Zugang dann auch noch schließen. Von Seiten der Polizei wurde im Vorfeld darauf mehrfach hingewiesen."

20.19 Uhr: Phillipp (19) war ebenfalls in der Menschenmenge gefangen: "Gemeinsam mit einem Freund konnte ich ein schwer verletztes Mädchen, das auf dem Boden lag, an die Seite ziehen. Dann überrolte uns die Masse. Ob das Mädchen überlebt hat, kann ich nicht sagen."

20.18 Uhr: "Die Panik ging los, kurze Zeit nachdem der Zugang zur Loveparade geschlossen wurde. Die Menschen wollten aufs Gelände, doch es war alles abgeriegelt. Man konnte nicht mehr weg, auch wenn man wollte. Dann hörte ich die ersten Schreie", sagt Augenzeugin Aylin Overbeck.  

20.14 Uhr: Unser Reporter vor Ort hat mit Augenzeugen gesprochen. Christian Winter (23), Aylin Overbeck (19) und Marcel Ratajszakjo (30) waren mittendrin in der Massenpanik. "Es war die Hölle, es ging alles so schnell. Ich habe noch gesehen, wie drei Polizisten umgefallen sind, dann wurde auch ich auf den Boden gedrängt", sagt Christian Winter. "Diese Bilder werde ich nie mehr aus meinem Kopf bekommen. Ich habe Menschen sterben sehen."

20.07 Uhr: Die Lage in Duisburg ist weiter unübersichtlich. Wer nur leicht verletzt ist, hat kaum eine Chance, behandelt zu werden, weil die Rettungskräfte überlastet sind. Die Polizei schickt die Menschenmassen von Straße zu Straße, viele Beamte kommen von außerhalb und kennen sich in Duisburg daher nicht aus. 

20.02 Uhr: Unser Mitarbeiter vor Ort hat mit Augenzeugen und der Polizei gesprochen, um den Hergang der Massenpanik zu rekonstruieren. Offenbar geschah Folgendes: Etwa 70.000 bis 100.000 Menschen waren kurz vor dem Zwischenfall in der Karl-Lehr-Straße und strömten von zwei Seiten auf den schmalen Zugang zum Gelände zu. Dann wurde der Zugang wegen Überfüllung geschlossen. Die Partybesucher, die direkt am Eingang standen, konnten nicht mehr zurück. Das Gedränge wurde immer schlimmer, es waren Schreie zu hören, und dann brach die Panik aus. Wer zu Boden fiel, hatte kaum noch eine Chance; Nachfolgende konnten nicht mehr anhalten oder ausweichen und mussten die am Boden Liegenden überrennen.

19.51 Uhr: Bei den Toten handelt es sich nach Polizeiangaben um neun Frauen und sechs Männer. Hier noch einmal die Hotline der Polizei für besorgte Angehörige: 0203-94000.

19.50 Uhr: Der neue NRW-Innenminister Rolf Jäger will sich heute Abend in Duisburg ein Bild von der Lage machen. "Ich bin entsetzt und traurig, dass Menschen, die unbeschwert feiern wollten gestorben sind. Mein ganzes Mitgefühl gilt ihren Angehörigen und Freunden", erklärte er.

19.47 Uhr: Aus ganz NRW wurden zusätzliche Einsatzkräfte angefordert. Über alle umliegenden Autobahnen sind Rettungswagen unterwegs nach Duisburg.

19.43 Uhr: Noch immer ist nicht ganz klar, wie die Massenpanik ausgelöst wurde. Einige Augenzeugen berichten, viele Partybesucher hätten versucht, über eine kleine Treppe auf das Gelände zu gelangen und seien dann von der Treppe gestürzt. Andere berichten, die Panik sei auf der Brücke über den Tunnel ausgebrochen.

19.15 Uhr: Die ersten Besucher verlassen das Gelände. Zwar sind alle Notausgänge geöffnet, doch noch ist unklar, wie die Menschenmassen Duisburg verlassen sollen. Es fahren keine Züge, sondern nur Ersatzbusse. Andere Partybesucher haben immer noch nichts von dem Zwischenfall mitbekommen und feiern weiter.

19.12 Uhr: Nach Angaben der Polizei gab es bei der Massenpanik 45 Schwerverletzte.

19.10 Uhr: Wer Angehörige nicht erreicht, sollte wissen, dass Telefonieren mit dem Handy rund um das Gelände derzeit kaum möglich ist. Die Netze sind völlig überlastet. Informationen sind über die Hotline der Polizei (Tel. 0203-94000) erhältlich.

19.05 Uhr: Der Krisenstab hat beschlossen, die Veranstaltung nicht abzubrechen. Die Party soll weiterlaufen und dann langsam auslaufen, so will die Polizei eine weitere Panik verhindern. Die Musik läuft daher weiter. Die Polizei will nun dafür sorgen, dass die Partybesucher das Gelände geordnet verlassen.

18:59 Uhr: Für besorgte Angehörige hat die Polizei eine Hotline eingerichtet. Die Nummer lautet 0203-94000.

18.53 Uhr: Jetzt spricht die Polizei von 15 Toten. 

18.42 Uhr: Am Haupteingang sind die Rettungskräfte weiter damit beschäftigt, Verletzte zu versorgen.

18.40 Uhr: Die Mobilfunknetze brechen zusammen. Telefonieren mit dem Handy ist kaum noch möglich.

18.39 Uhr: Am Tunnel, an dem die Massenpanik ausgebrochen war, spielen sich dramatische Szenen ab. Menschen sitzen weinend am Straßenrand. "So etwas entsetzliches habe ich noch nie gesehen", sagt ein Rettungssanitäter unserem Reporter vor Ort. Jetzt beginnen die Partybesucher, vom Gelände herunter zu drängen. Die Polizei hat einen Krisenstab eingerichtet.

18.30 Uhr: Die Rettungskräfte haben nicht nur mit den Opfern der Massenpanik zu tun, sondern werden auch an vielen anderen Stellen gebraucht. Inzwischen liegen überall völlig entkräftete Partybesucher herum, die Gedränge und Chaos nicht verkraftet haben. Auf der A59 an der Ausfahrt Duisburg-Duissern ist ein etwa 30-jähriger Mann eine rund zehn Meter hohe Mauer heruntergestürzt.

18.25 Uhr: Auf dem Gelände geht die Party weiter. Viele Raver haben noch gar nicht mitbekommen, was passiert ist. Auch die Musik läuft weiter - vermutlich um eine weitere Massenpanik zu verhindern.

18.20 Uhr: Auf dem Gelände befinden sich über eine Million Menschen, die das Areal irgendwann auch wieder verlassen müssen. Das ist die nächste Herausforderung, die Polizei und Rettungskräften bevorsteht.

18.10 Uhr: Die Rettungsarbeiten werden massiv durch die Menschenmassen behindert. Die A 59 war eigentlich als Rettungsweg gedacht, doch sie wird inzwischen von zahlreichen Menschen blockiert, die trotz Verbots auf die Autobahn gelaufen sind.

17.59 Uhr: Bei der Massenpanik hat es nach Polizeiangaben nach Polizeiangaben zehn Tote gegeben. Zehn Personen mussten reanimiert werden, es gibt zahlreiche Verletzte.

17.51 Uhr: Die Lage eskaliert. Jetzt sind die Fluchtwege des Loveparade-Geländes geöffnet. Die Polizei überlegt außerdem, die A 59 für die Raver freizugeben. Das gesperrte Teilstück der Autobahn durften die Partybesucher bisher offiziell nicht betreten. Einige hatten diese Polizeianweisung aber bereits hinweggesetzt.

17.45 Uhr: In dem Tunnel am Haupteingang des Geländes an der Karl-Lehr-Straße ist offenbar eine Massenpanik ausgebrochen. Offenbar gab es Verletzte; zahlreiche Polizei- und Notarztwagen sind dorthin unterwegs.

17.40 Uhr: Die Veranstalter haben eine vorläufige Besucherzahl bekannt gegeben: Heute waren bisher insgesamt 1,4 Millionen Menschen auf dem Gelände. Dazu kommen die Techno-Fans, die zwar nach Duisburg gereist sind, es aber wegen der Sperrung nicht bis auf das Gelände geschafft haben.

17.20 Uhr: Einige Technofans haben Absperrungen durchbrochen und versuchen nun, durch den Pressebereich auf das Gelände zu gelangen.

17.15 Uhr: Im Minutentakt sind die Sirenen von Rettungswagen rund um das Gelände zu hören. Die ersten Loveparade-Besucher laufen jetzt über das gesperrte Teilstück der A 59 in Richtung Hauptbahnhof, weil die übrigen Straßen so überfüllt sind. Das ist eigentlich verboten; bisher schreitet die Polizei jedoch noch nicht ein.

17.10 Uhr: Auf dem Bahnhofsvorplatz sammelt sich eine immer größere Menschenmenge. Wer einmal auf dem Vorplatz ist, kommt wegen Straßensperren nur schwer wieder weg. Die Stimmung der Besucher wird immer gereizter.

17.05 Uhr: Ein Sprecher der Bundespolizei sagt, er gehe davon aus, dass sich das Chaos am Bahnhof noch vergrößern wird. Viele Besucher sind unterwegs zum Gelände und wissen noch gar nicht, dass es abgesperrt ist. Sie werden vermutlich gleich zum Bahnhof zurückkommen.

16.58 Uhr: Die Stimmung vor dem Hauptbahnhof ist immer gereizter. Die Menschen drängen sich vor Wellenbrechern. Die Polizei greift durch, weist die Leute mit "Mach Platz hier!" zurück. Etwa 300 Beamte stehen allein vor dem Hauptbahnhof. Das Bahnpersonal kann Fragen, wie die Partybesucher aus Duisburg wegkommen sollen, derzeit nicht beantworten.

16.51 Uhr Die Bundespolizei meldet die ersten Festnahmen. Der Grund soll später bekannt gegeben werden.  

16.48 Uhr Einige Leute werden wieder in den Hauptbahnhof gelassen. Bahnmitarbeiter wissen aber nicht, ob wieder Züge von Duisburg raus fahren. Hineingelassen werden jedenfalls keine. Mittlerweile stehen aber zumindest Busse bereit, um die Besucher zu umliegenden Bahnhöfen zu bringen.

16.44 Uhr Der Veranstalter teilt mit, dass das Loveparade-Gelände geschlossen werden muss. 500.000 wartende Menschen stehen allerdings noch davor. Inoffizielle Schätzungen gehen von insgesamt zwei Millionen Besuchern aus. Gerechnet wurde mit einer Million.

16.40 Uhr Viele Partybesucher beschweren sich über die Polizei. Sie gehe sehr aggressiv gegen sie vor und gebe bei Fragen keine Auskunft.

16.39 Uhr Immer mehr Besucher weichen auf die Innenstadt aus. Nun ist das Chaos auch in der City angekomen. Die Geschäfte haben alle geschlossen, nur Cafés sind noch geöffnet. Die Straßen sind voller Müll.

16.31 Uhr Die ersten Loveparade-Besucher wollen zurückfahren. Doch zu dem großräumig abgesperrten Hauptbahnhof werden sie nicht gelassen. Es gibt bislang noch keine Sonderbusse, die die Raver wieder aus der Stadt raus und zu einem anderen Bahnhof bringen. Die Leute sind stinksauer.

16.20 Uhr Die Polizei hat den Duisburger Hauptbahnhof gesperrt. Immer wieder laufen Raver auf die Gleise, begründete ein Bahnsprecher. Die Loveparade-Besucher müssen in Essen, Oberhausen, Uerdingen oder an einem anderen umliegenden Bahnhof aussteigen und werden mit Bussen zu der Megaparty gefahren.

15.55 Uhr Die Stimmung an dem Loveparade-Gelände ist immer gereizter. Es ist viel zu voll. Die Raver können nur durch einen schmalen Zugang auf das Gelände kommen. Weil es viel zu eng ist, weichen die Besucher auf die gesperrte A59 aus.

15.47 Uhr Immer häufiger sind die Sirenen des Notarztes im Stadtgebiet zu hören. Auf dem Party-Gelände selbst soll es aber noch zu keinen Zwischenfällen gekommen sein. Die Raver feiern immer noch ausgelassen. Allerdings ist der Besucheransturm mittlerweile außer Kontrolle. Für die engen Straßen, die zur Loveparade führen, sind die Massen zu viel.

15.30 Uhr Die gesperrten Straßen machen sich langsam auch in der Innenstadt bemerkbar. Der Verkehr staut sich. Wer jetzt in die Stadt will, sollte das Auto auf jeden Fall zuhause lassen.

15.15 Uhr Die Elektrofans feiern immer noch friedlich. Die Polizei meldet keine größeren Zwischenfälle. Allerdings trifft sie immer mehr alkoholisierte Jugendliche auf dem Loveparade-Gelände und in der Stadt. Sie muss wegen des riesigen Ansturms immer mehr Straßen sperren. Am Hauptbahnhof ist der Teufel los. 

14.43 Uhr Auch der "Deutschland sucht den Superstar"-Checker Thomas Karaoglan feiert mit. "Das ist eine richtig geile Paryt", ruft er. "Hier kann man richtig abfeiern. Alle Duisburger müssen hier mitfeiern."

14.05 Uhr Die Raver rasten völlig aus. Die hundertausenden Feierwütigen tanzen gleichzeitig und um die Wette. Die offizielle Ansage: "Willkommen Welt, willkommen Duisburg, willkommen Sonnenschein!"

14 Uhr Pünktlich erklingt die Loveparade-Hymne. Gleichzeitig starten die Lastwagen ihre Motoren. Es wird laut auf dem Gelände. Die Scheinwerfer springen an und die Floats setzen sich in Bewegung. Die Party kann beginnen! 

13.59 Uhr Kampf auf der Medienbrücke: Auf 50 Quadratmetern drängen sich die Fotografen um die besten Plätze. Fernsehteams aus der ganzen Welt sind da. Auch auf der VIP-Tribüne wollen die Promis die beste Sicht auf die Floats erkämpfen.

13.52 Uhr Die Stimmung ist auf dem Siedepunkt. Die Raver warten, bis es endlich los geht. Sie rufen im Chor: "Anfangen, anfangen!" Acht Minuten müssen sie noch durchhalten. Die Sonne ist wieder hinter den Wolken hervorgekrochen. 

13.37 Uhr Bald geht es los. Bei Promi-Gast Wladimir Klitschko ist die Vorfreude groß: "Ich bin total begeistert von der Loveparade und war schon vor zwei Jahren in Dortmund dabei. Ich bin ein großer Fan von David Guetta und bin gespannt, wie er heute auflegen wird."

13.33 Uhr Das Partygelände ist eine einzige riesige Staubwolke. Immer wieder wirbelt Dreck auf - zum Unmut der vielen Raver, die eine weiße Hose angezogen haben.

13.30 Uhr In einer halben Stunde beginnen die Floats zu kreisen. Der Besucherstrom reißt nicht ab. Tanja (31) ist mit 15 Freunden aus Langenfeld angereist. Um 10 Uhr ist sie losgefahren und kam überraschend gut durch. "Aber ich befürchte, dass es auf dem Gelände selbst richtig eng wird."

12.55 Uhr Die Karl-Leer-Straße, die Zugangsstraße zu dem Loveparade-Gelände, ist rammelvoll. Nichts geht mehr. Die Wartezeit, um auf das Gelände zu kommen, beträgt mittlerweile 45 Minuten. Die Schlange zieht sich kilometerlang und reicht vom Hauptbahnhof bis zum Gelände. Die Polizei warnt vor Drängeleien. Es werden wohl mehr als eine Million Besucher werden.

12.40 Uhr Die Polizei zieht Zwischenbilanz. Sie ist mit der Lage bisher sehr zufrieden. Es kam noch zu keinen größeren Zwischenfällen. 

12.33 Uhr Die Lage am Hauptbahnhof ist im grünen Bereich, sagt ein Bahnsprecher unserer Redaktion. Alle Besucher kämen entspannt und gut gelaunt an. Allerdings gebe es bei einigen Zügen schon erhebliche Verspätungen.

12.24 Uhr Fröhlich und ausgelassen tanzen immer mehr Menschen auf das Gelände - die meisten von ihnen bunt gekleidet. Der Strom nimmt gar kein Ende.

12.12 Uhr Der Einlass hat sich zum Glück nur kurze Zeit verzögert. Jetzt strömen die Besucher auf das Gelände. Die Polizei appeliert an die Raver, sich Zeit am Einlass zu nehmen, damit es zu keinem Chaos kommt. An den Eingängen warten zurzeit nämlich tausende Besucher.

12.01 Uhr Eigentlich sollten die Raver um 12 Uhr auf das Loveparade-Gelände gelassen werden. Doch es gibt technische Probleme. Die Polizei hat gerade durchgesagt, dass sich der Einlas um unbestimmte Zeit verzögert. Wladimir Klitschko ist allerdings schon reingekommen. Der Boxer ist Ehrengast und schaut sich das Gelände an.

11.49 Uhr Wenn die Sonne schon wegbleibt: Zumindest an Verpflegung mangelt es nicht. Neben Getränkeständen gibt es Würstchen-, Pizza-, Döner- und Pommes-Buden. Die Preise haben es allerdings in sich: Ein Pizza-Stück kostet 4 Euro, ein kleiner Döner 5 Euro, ein Hot Dog 3,50 Euro und eine Krakauer 4 Euro. Eine Cola (0,5 Liter) kostet 2,50 Euro. Das Ärgerliche: Man muss für einen Euro einen Pfandbon dazukaufen, den man bei dem Ansturm später wohl nur schwer zurückbringen kann.

11.47 Uhr Es sieht nach Regen aus. Genau über dem Loveparade-Gelände ziehen schwarze Gewitterwolken auf. Besucher sollten einen Regenschirm einpacken.

11.36 Uhr Die Raver müssen sich auf die staubigste Loveparade aller Zeiten einstellen. Auf dem Gelände ist nichts asphaltiert, nur Schutt und Dreck liegt herum. Immer wieder wirbeln Staubwolken auf.

11.30 Uhr Vor allem viele junge Mädchen sind bereits jetzt betrunken. Einige Raver rennen am Hauptbahnhof über die Gleise. Die Polizei jagt ihnen hinterher. Die Befürchtungen der Polizei scheinen sich zu bestätigen.

11.23 Uhr Auf dem Loveparadegelände sind tausende Helfer mit den Vorbereitungen beschäftigt. Es macht den Anschein, dass mindestens genauso viele Medienvertreter anwesend sind. Die Floats stehen bereit - mit einem jeweiligen Abstand von 100 Metern.

11.18 Uhr So langsam setzt das Bahnchaos ein. Die Bahnsteige am Bahnhof Oberhausen-Sterkrade, zwei Stationen vor Duisburg, sind gerammelt voll. Die Massen kommen schon jetzt kaum noch in die Züge.

11.10 Uhr Nicht nur die Getränkedosen-Verkäufer machen gute Geschäfte. Auch die mobilen Zigaretten-Verkäufer können sich von dem Kundenansturm kaum retten.

11.02 Uhr zwischen Veranstalter, Security und Polizei gibt es Probleme. Sie haben offensichtlich unterscheidliche Lagepläne, auf denen unterschiedliche Zugänge zu dem Loveparade-Gelände eingezeichnet sind. Die Polizei befürchtet, dass es mit den Lageplänen später Schwierigkeiten gibt, wenn es zum Massenansturm kommt.

11 Uhr Auf dem Loveparade-Gelände selbst finden noch Vorbereitungsarbeiten statt. Soundchecks werden gemacht und Birnen in die Scheinwerfer gedreht. Die Floats stehen schon bereit.

10.58 Uhr An jeder Ecke stehen Polizisten. 2600 Beamte sind im Einsatz, sperren Straßen und führen Kontrollen durch. Selbst Anwohner werden nicht durchgelassen, wenn Sie sich nicht ausweisen können.

10.48 Uhr Viele Raver laufen mit Paletten mit Getränkedosen durch die Straßen. Einige haben sich Einkaufswagen organisiert. Manche Anwohner beobachten das Treiben von ihren Balkonen aus.

10.45 Uhr An sämtlichen Straßen haben Cafés Tische und Getränkedosen rausgestellt. Die Schaufenster sind bunt geschmückt. Alle wittern das große Geschäft.

10.41 Uhr Langsam nimmt der Menschenstrom am Hauptbahnhof zu. Die beiden Loveparade-Besucher Pascal und Simon (21 und 23 Jahre) sind extra früh aus Dortmund gekommen - "damit wir ohne Probleme durchkommen", erzählen sie. "Mit einem so großen Ansturm haben wir aber auch nicht gerechnet. Zum Glück sind wir nicht noch später losgefahren.

10.39 Uhr Tipp für alle Autofahrer: Wirklcih nur auf den ausgeschilderten Parkplätzen parken. Es wird rigoros abgeschleppt. 

10.22 Uhr Die Stimmung auf den Duisburger Straßen ist jetzt schon prächtig. Obwohl es an diesem Samstag nicht ganz so warm ist, sind viele junge Mädchen sehr leicht bekleidet.

10.13 Uhr Am Kantpark Ecke Friedrich-Wilhelm-Straße/Düsseldorfer Straße kann bereits jetzt gefeiert werden. Von einer kleinen Bühne, die den ganzen Tag stehen bleiben wird, ertönt ohrenbetäubende Technomusik.

10.10 Uhr Auch wenn sämtliche Straßen gesperrt sind, bleibt das Verkehrschaos bislang aus. Noch können Polizisten den Verkehr per Handzeichen regeln. Auch wenn es noch vier Stunden bis zum Start der Loveparade sind: Viele Jugendliche machen sich bereits jetzt zu dem Gelände auf.

10 Uhr Noch ist in der Duisburger Innenstadt nichts von der Loveparade zu merken. Wer noch schnell einkaufen gehen möchte, sollte das jetzt tun. Einige Geschäfte haben allerdings bereits geschlossen oder gar nicht erst geöffnet.

9.51 Uhr Die Autobahnausfahrt Duisburg-Marientor/Zentrum auf der A40 ist gesperrt. Anreisende, die mit dem Auto kommen, sollten die Ausfahrt Duisburg Häfen nehmen.

9.45 Uhr Die Polizei hat die Straßen rundum das Loveparade-Gelände abgesperrt. Autofahrer sollten die Duisburger Innenstadt deswegen meiden. Seit 8 Uhr ist die A59 zwischen Kreuz Duisburg und der Anschlusstelle Wanheimerort gesperrt.

9.40 Uhr Die ersten Raver tummeln sich vor dem Duisburger Hauptbahnhof. Viele sind schon seit den ganz frühen Morgenstunden da. Zwar sind es noch nicht sehr viele, aber bereits jetzt zeichnet sich ab, was für ein Anstum auf die Stadt Duisburg zukommen wird.

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