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Duisburg
So vermeiden Sie einen Sonnenstich

Duisburg: So vermeiden Sie einen Sonnenstich
Maya (9, links) und Catharina (9) kühlen sich im 27 Grad warmen Schwimmbecken des Amateur-Schwimmclubs Duisburg ab. FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Dr. Wolfgang Lepper, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Inneren Medizin und Kardiologie am Helios Klinikum Duisburg, beschreibt die Symptome und erklärt, was getan werden kann.

Ein Tag am See oder auf der Liege im Garten - mit den sommerlichen Temperaturaussichten für die kommenden Tage eigentlich ein sehr guter Plan. Wäre da nicht dieses tückische Phänomen des Sonnenstichs. Davon hat jeder schon einmal gehört, doch was passiert eigentlich genau im Körper, wenn wir uns die Sonne zu lange auf den Kopf scheinen lassen?

Sicher ist, ein Sonnenstich kann den Rest des Tages oder sogar einen ganzen Urlaub verderben. Denn je heftiger die Hitzeeinwirkung, desto länger hat der Körper mit den Folgen zu kämpfen. Bemerkbar macht sich ein Sonnenstich fast immer dort, wo auch die Ursachen liegen: mit Schmerzen im Kopf- und Nackenbereich sowie einer hochroten Gesichtsfarbe. Oft folgen Schwindel, Übelkeit, Hörstörungen und Desorientierung.

10 kühle Freizeittipps für die Region FOTO: dpa, kjh sab

"Im schlimmsten Fall kann der Stich sogar zu Krampfanfällen oder einem Koma führen", erklärt Dr. Wolfgang Lepper, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Inneren Medizin und Kardiologie am Helios Klinikum Duisburg. Denn ausgelöst wird der Sonnenstich durch die Wärmeeinwirkung auf das Gehirn, nicht durch UV-Strahlung wie man noch vor ein paar Jahren annahm. Die Hirnhaut reagiert aufgrund der hohen Temperaturen irritiert und meldet dem Körper sozusagen eine Entzündung ohne Erreger. Als Folge wird unser Gehirn stärker durchblutet und dehnt sich aus. "Die oben geschilderten Symptome treten meist zeitverzögert auf, wenn sich der Patient schon längst wieder im Schatten befindet", so der Internist.

Betroffenen rät er deshalb: "Kühlen, kühlen und nochmals kühlen." Außerdem helfen ausreichend Flüssigkeit, feuchte Umschläge oder eine lauwarme Dusche. Ratsam ist es zudem, die Kleidung auszuziehen und sich mit erhöhtem Oberkörper hinzulegen. Noch einfacher ist es aber, sich schon im Vorfeld vor der Sonne zu schützen. Hier hilft - ganz einfach - eine geeignete Kopfbedeckung.

Trotz Hitze gut schlafen FOTO: Shutterstock/Air Images

Oft verwechselt wird der Sonnenstich mit dem Hitzschlag. Hier wirkt zwar auch Wärme auf den Körper, allerdings oft in Kombination mit Aktivität und nicht nur auf den Kopf, sondern auf den gesamten Kreislauf. Wenn sich Betroffene etwa bei großer Hitze durch Sport überanstrengen oder in zu heißen, geschlossenen Räumen arbeiten, kann sich die Körpertemperatur schnell auf 40 Grad und mehr erwärmen. Das bedeutet unter Umständen Lebensgefahr, weil der Körper die innere Thermik dann nicht mehr selbst regeln kann. Etwa versagt durch den akuten Flüssigkeitsmangel die eigentlich kühlende Schweißproduktion, und die Wärme staut sich.

Bemerkbar macht sich ein Hitzschlag durch fieberähnliche Symptome bis hin zu Halluzinationen, Krämpfen oder Bewusstseinstrübung. Auch hier droht am Ende der Folgekette eine Hirnschwellung - das sogenannte Hirnödem - sowie Kreislaufversagen, Koma oder der Hitzetod. "In manchen Fällen bleiben diese Anzeichen allerdings aus, und der Patient wirkt nur völlig ermattet und erschöpft", warnt Dr. Lepper. Wichtig ist es deshalb, bei einem Verdacht immer die Körpertemperatur im Blick zu behalten. Auch ein hoher Puls und warme, trockene Haut können zusätzliche Hinweise sein. Die Erste-Hilfe-Maßnahmen gleichen denen für den Sonnenstich, jedoch sollte bei einem berechtigten Verdacht auf einen Hitzschlag immer ein Notarzt verständigt werden.

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Quelle: RP
 
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