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Duisburg
So wertvoll wie die Regattabahn

Duisburg: So wertvoll wie die Regattabahn
FOTO: Hohl, Ralf (hohl)
Duisburg. Im Rat der Stadt hat sich Ende vorigen Jahres keine Mehrheit dafür gefunden, den Mattlerbusch in eine neue, noch zu gründende Gesellschaft aus allen Revierparks zu geben. Nun wird über Alternativen nachgedacht. Von Hildegard Chudobba

Für die meisten Duisburger außerhalb des Bezirks Hamborn beginnt und endet der Revierpark mit der Therme. Das wohlig-warme Wasser, dazu eine große Saunalandschaft und bei Bedarf auch noch ein Wellenbad sind Grund genug, dorthin zu fahren. Doch das Bad bleibt ein Zuschussbetrieb und wird es auch immer bleiben, ist Josef Wörmann überzeugt. Der CDU-Ratsherr, Mitglied im Aufsichtsrat der Revierpark Mattlerbusch GmbH, hat in seiner Fraktion Ideen zur Diskussion gestellt, wie die Freizeitanlage auf dem rund 400 Hektar großen Areal zwischen Duisburg und Oberhausen eine Zukunft haben könnte. Er bekam viel Zustimmung.

Eigentümer des Geländes und der Immobilien ist die Stadt Duisburg, die den Revierpark gemeinsam mit dem Regionalverband Ruhrgebiet betreibt. Wörmann hat einen kommunalen Zuschuss von jährlich 250.000 Euro definiert, der damit deutlich unter dem liege, den die Stadt für das Rhein-Ruhr-Bad in Hamborn aufbringen müsse (eine Million). Über die Einnahmen aus der Therme wird nicht nur der Unterhalt des Bades finanziert, sondern auch die Grünpflege und -erhaltung im Park, "der sehr gut angenommen wird", so Wörmann. Vor allem bei gutem Wetter und im Sommer habe der Mattlerbusch einen vergleichbaren Erholungswert wie die Regattabahn oder der Zoo, ist er überzeugt. In den 1960er Jahren angelegt, sollte die grüne Zone den Menschen im Duisburger Norden Naherholung garantieren. Das anfänglich nur als Spaßbad konzipierte Wellenbad ist in den vergangenen Jahren grundlegend umgebaut worden. Gesundheitsvorsorge ist eben der Trend.

Ponyreiten am Mattlerhof. FOTO: Probst

"Zum Revierpark gehören auch noch etliche Reserveflächen, die für eine Erweiterung des Parks nicht mehr benötigt werden", sagt Wörmann, der dieses tote Kapital zu Geld machen will. Die Grundstücke, die am Rande des Gebietes liegen, seien hervorragendes Bauland, und die Verkaufseinnahmen würden dem Park guttun. Dazu wäre es allerdings zum einen notwendig, dass der Planungsdezernent entsprechende Konzepte erarbeitet und zum anderen, dass der Revierpark nur noch von der Stadt betrieben wird - die Mehrheit im Rat der Stadt vorausgesetzt. "Ich glaube, dass wir selbst die Möglichkeiten haben, den Revierpark zu betreiben", ist Wörmann überzeugt. Geld aus dem Kommunalen Investitionsprogramm könnte in die Anlage gesteckt werden, um zum Beispiel Barrierefreiheit herzustellen. "In der Maßnahmenliste, die die Stadtspitze erbaut und uns zur Beschlussfassung vorgelegt hat, taucht der Revierpark gar nicht auf, weil er nicht ausschließlich städtisch ist", bedauert Wörmann. Er erwartet von der Verwaltung, ebenso aber von der SPD, mit der die CDU im Rat zusammenarbeitet, mehr als nur Lippenbekenntnisse, dass das Naherholungsgebiet für die Bürger im Norden der Stadt unverzichtbar ist. Um die Einnahmen zu verbessern könne ja mal darüber nachgedacht werden, dort ein Hotel zu bauen. Das historische Gebäude des Mattlerhofs biete sich dafür an.

Quelle: RP
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