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Duisburg
Mehr Syrer statt Osteuropäer? - Scharfe Kritik an OB Link

Fotos: #ZufluchtNRW: So leben Flüchtlinge in unserer Region
Fotos: #ZufluchtNRW: So leben Flüchtlinge in unserer Region FOTO: RPO, Laura Sandgathe
Duisburg/Düsseldorf. Eine Äußerung des Duisburger Oberbürgermeisters Sören Link auf einer SPD-Flüchtlingskonferenz sorgt für anhaltende Kritik. Der SPD-Politiker hatte gesagt: "Ich hätte gerne das Doppelte an Syrern, wenn ich dafür ein paar Osteuropäer abgeben könnte." 

Link entschuldigte sich wenig später. Er habe nicht die richtigen Worte gefunden. "Ich wollte durch meine Aussage niemanden persönlich treffen", sagte er in einer Stellungnahme. Der Flüchtlingsrat sowie Stimmen aus der Politik und in den sozialen Netzwerken zeigten sich empört.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) müsse sich klar von Link distanzieren, forderte Serap Güler, integrationspolitische Sprecherin der CDU-Landtagfraktion. Seine Äußerung sei "menschenverachtend und inakzeptabel". Kritik kam auch von Grünen und Piraten.

Link wollte nach eigener Darstellung auf eine zusätzliche Belastung für die Ruhrgebietsstadt aufmerksam machen: "Anders als in anderen Städten leben hier mittlerweile 12.500 Bulgaren und Rumänen, die im Rahmen der EU-Freizügigkeit kommen. Die meisten von ihnen haben keine Arbeit."

Nachts unterwegs in Duisburg-Marxloh FOTO: Christoph Reichwein

Der Bund müsse wissen, dass Duisburg durch diese EU-Zuwanderer nun "ganz andere Bedarfe bei Lehrerstellen, Räumen oder Sachmitteln habe, wenn aktuell diskutiert wird, wie Asyl als nationale Aufgabe begriffen und finanziert werden soll." Link betonte aber: "Es steht außer Frage, dass wir alle Asylbewerber in Duisburg willkommen heißen wollen, egal woher sie kommen." Beim Kurznachrichtendienst Twitter wurde dem OB unter anderem vorgeworfen, er "hetze" gegen Roma. 

Düsseldorf: Flüchtlinge kommen am Hauptbahnhof an FOTO: Paula Elsholz
(dpa)
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